Anschlagspläne: Attendorn im Fokus

Auch im Laufe des Donnerstags bestimmte Polizeipräsenz das Bild: 15 Einsatzfahrzeuge  standen rund um die Rundturnhalle in Attendorn, in der Halle ist Ruhe eingekehrt. Foto: kalle Die am Donnerstag von der Polizei durchsuchte Turnhalle in Attendorn wird seit September 2015 als Flüchtlingsunterkunft genutzt. In dem kreisrunden Gebäude können bis zu 200 Menschen untergebracht werden, zuletzt waren es laut Bezirksregierung Arnsberg 71 Personen. Foto: kalle
  • Auch im Laufe des Donnerstags bestimmte Polizeipräsenz das Bild: 15 Einsatzfahrzeuge  standen rund um die Rundturnhalle in Attendorn, in der Halle ist Ruhe eingekehrt. Foto: kalle Die am Donnerstag von der Polizei durchsuchte Turnhalle in Attendorn wird seit September 2015 als Flüchtlingsunterkunft genutzt. In dem kreisrunden Gebäude können bis zu 200 Menschen untergebracht werden, zuletzt waren es laut Bezirksregierung Arnsberg 71 Personen. Foto: kalle
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kalle/ch/sz - Nach Informationen der dpa aus Sicherheitskreisen war ein konkreter Anschlag des so genannten Islamischen Staates in Deutschland geplant. Der mögliche Anschlagsort: der Berliner Alexanderplatz. Die  entscheidende Spur der Ermittler führte nach Attendorn.

Der Hauptverdächtige einer mutmaßlichen islamistischen Terrorzelle hielt sich in einem Erstaufnahmelager in der Attendorner Rundturnhalle auf. Der Algerier war nicht allein: Seit drei Wochen lebte er mit seiner Familie - Frau und zwei Kinder im Alter von zweieinhalb und anderthalb Jahren - in der Flüchtlingseinrichtung. Der 35-Jährige wurde früh am Donnerstagmorgen, 5.45 Uhr, festgenommen. Auch die Ehefrau (27) wurde festgenommen, sie wird wie ihr Mann wegen Zugehörigkeit zur Terrorgruppe IS von den algerischen Behörden gesucht. Aufgrund eines internationalen Haftbefehls dieser Behörden wurden beide festgenommen. Der Hauptverdächtige soll in Syrien militärisch ausgebildet worden sein.  Im Herbst 2015 reiste er als Flüchtling nach Deutschland ein - er kam über die sogenannte Balkanroute und wurde in Bayern als Flüchtling registriert.

Die Betreuer vom DRK zeigten sich der SZ gegenüber geschockt: Noch am Mittwoch habe er mit dem Festgenommenen Tischtennis gespielt, so Ramazan Kilic, Leiter der sozialen Dienste des DRK Attendorn. In der Einrichtung sind derzeit 72 Frauen, Männer und Kinder untergebracht.

Ein dritter Tatverdächtiger wurde in der Bundeshauptstadt gefasst. Der 49-jährige Algerier wurde festgenommen, weil ein Haftbefehl wegen der Fälschung von Pässen aus einem anderen Verfahren gegen ihn vorlag. Ein weiterer Verdächtiger (31) im Berlin wurde nicht festgenommen. Der vierte Verdächtige im Alter von 26 Jahren wurde im Raum Hannover angetroffen, aber nicht festgenommen. Allein in der Bundeshauptstadt durchsuchten 450 Polizisten vier Wohnungen und einen Kiosk und einen Backshop.

Gegen die mutmaßliche Terrorzelle wird bereits seit mehreren Wochen ermittelt. Die Erkenntnisse hätten sich um den Jahreswechsel herum verdichtet. Demnach wollte die Gruppe in Berlin zusammenkommen, um Attentate vorzubereiten. Wie weit die Pläne bereits fortgeschritten waren, ist noch offen. 

Das Berliner Landeskriminalamt leitete die Aktion der zeitgleichen Durchsuchungen. Sicher gestellt wurden Computer, Mobiltelefone und Aufzeichnungen. Festgenommen wurde in Berlin auch eine Frau aufgrund eines Haftbefehls, der aber nichts mit dem Terrorismusverdacht zu tun habe, hieß es ausdrücklich.

Der Terrorverdächtige, der sich in Hannover aufhielt, hatte Verbindungen zur belgischen Islamistenszene. Der 26-Jährige sei vor wenigen Wochen mindestens einmal in die Brüsseler Gemeinde Molenbeek gereist. Dort hatte auch der getötete mutmaßliche Drahtzieher der islamistischen Anschläge in Paris vom 13. November, Abdelhamid Abaaoud, gelebt. Molenbeek gilt als Islamistenhochburg.

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen habe ungeachtet der Festnahme des Terrorverdächtigen im Sauerland keine Erkenntnisse über eine konkrete Terrorgefahr in dem Bundesland. „Wir haben derzeit keine Hinweise, dass Anschläge in NRW - auch nicht im Zusammenhang mit Karneval - geplant worden sind“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Donnerstag in Düsseldorf.

Die Kreispolizeibehörde Olpe verwies im Hinblick auf die anstehenden Karnevalsveranstaltungen und zahlreicher besorgter Bürgeranfragen darauf hin, „dass keinerlei Erkenntnisse gewonnen wurden, die eine erhöhte Gefährdungslage für unsere Region begründen würden“.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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