Anspruchsvolle Inhalte dargestellt

Das Deutsche Gehörlosentheater spielte im Lÿz die Komödie „Moral“. Foto: cak

cak Siegen. „Ein Sittlichkeitsverein? Welch peinliche Idee!“ Der Raum füllt sich mit Gelächter, wenn Jörn Vöcking und Gertraud Seiler in eifrige Diskussion über Moral verfallen. Wir befinden uns in einer Darstellung der Zeit der Industrialisierung, die durch extremes Bevölkerungswachstum und den beängstigenden Anstieg von Kriminalität und Prostitution gekennzeichnet ist. Letzteres wollen die Protagonisten nicht so einfach hinnehmen, was zur Gründung eines Sittlichkeitsvereins führt. Dass dessen Mitglieder jedoch gar nicht so sittlich sind, wie es anfangs noch scheint, all dies gehört zu der Komödie „Moral“ von Ludwig Thoma, die am Wochenende im Medien- und Kulturhaus Lÿz Siegen für Gehörlose vom Deutschen Gehörlosentheater im Rahmen einer Deutschlandtournee in Gebärdensprache inszeniert wurde.

Das gesellschaftskritische Stück, welches von Elisabeth Pinilla Isabela in die Gebärdensprache übertragen wurde, wirkt sehr unterhaltsam und kurzweilig auf den Zuschauer, welche die schauspielerische Leistung durch viel Applaus würdigen.

Doch es wird nicht nur in Gebärdensprache inszeniert, auch an Hörende wurde gedacht, so dass das Stück parallel von drei Lesern begleitet wird, die durch die Geschichte führen. Denn den eben Genannten mag es zunächst seltsam vorkommen, auf ein Theaterstück zu stoßen, das komplett „sprachlos“ vorgeführt wird.

„Das ist eben das Problem. Den meisten Menschen erscheint die eigene Kultur von Gehörlosen als fremdartig. So wird zum Beispiel ein Theaterstück wie dieses nur von wenigen als kulturelles Event wahrgenommen, man sieht es eher als Theaterstück für Menschen mit Behinderung“, sagt Ralf Brauns, ein Mitorganisator des Stücks. „Die Menschen nehmen es oft nicht wahr, dass auch anspruchsvolle Inhalte, Theaterstücke, Literatur in Gebärdensprache dargestellt werden können.“

Dass dem doch so ist, zeigten die Schauspieler dann auf der Bühne. Unter ihnen auch der preisgekrönte Schauspieler Rafael Evitan Grombella, der auch diesmal durch sein besonderes Können auffiel. Nach der Aufführung blieb noch viel Zeit, Gehörlosentheater einmal besser kennenzulernen. So standen für Fragen und Autogramme neben der Regisseurin auch die Schauspieler bereit.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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