SZ

Vorsitzender der CJZ Siegen bezieht Stellung
Antisemitismus wird aktueller

In Hagen wurde eine israelische Flagge abgehangen - um zu deeskalieren, hieß es.
2Bilder
  • In Hagen wurde eine israelische Flagge abgehangen - um zu deeskalieren, hieß es.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

mir Siegen. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Hamas im Gaza-Streifen und Israel haben sofort den Pegel antisemitischer Aktionen in Westfalen steigen lassen. Die Polizei rückte wegen 180 Demonstranten zur Gelsenkirchener Synagoge aus, in Hagen hängte die Stadt eine Israel-Flagge ab, um zu „deeskalieren“. Für Alon Sander, den jüdischen Vorsitzenden der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland, Grund genug, in diesen Tagen vorsichtig zu sein, wie er der SZ am Telefon sagt. Beunruhigt ist er auch wegen der Rechtsradikalen vom III. Weg, denen er in Olpe mal direkt begegnet ist: „Sie sind ein Problem, wenn sie in einer Gruppe oder online auftreten, um ihre Lügen zu verbreiten.“
Digitalisierung fördert ProblemeGibt es heutzutage mehr Antisemiten?

mir Siegen. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der Hamas im Gaza-Streifen und Israel haben sofort den Pegel antisemitischer Aktionen in Westfalen steigen lassen. Die Polizei rückte wegen 180 Demonstranten zur Gelsenkirchener Synagoge aus, in Hagen hängte die Stadt eine Israel-Flagge ab, um zu „deeskalieren“. Für Alon Sander, den jüdischen Vorsitzenden der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland, Grund genug, in diesen Tagen vorsichtig zu sein, wie er der SZ am Telefon sagt. Beunruhigt ist er auch wegen der Rechtsradikalen vom III. Weg, denen er in Olpe mal direkt begegnet ist: „Sie sind ein Problem, wenn sie in einer Gruppe oder online auftreten, um ihre Lügen zu verbreiten.“

Digitalisierung fördert Probleme

Gibt es heutzutage mehr Antisemiten? Alon Sander kann das nicht genau in Zahlen belegen. In den 90er-Jahren erzählten halt Studenten, „nur der Opa sagt so was zuhause“. Jetzt werde der Antisemitismus über die sozialen Medien befeuert, dort fühlten sich Antisemiten nicht so allein wie daheim. Es hat ergo Veränderungen gegeben.

Sander erinnert daran, dass viele Muslime mit Migrationshintergrund in Deutschland aus Gebieten in Afghanistan, Syrien oder der Türkei stammten, „in denen Antisemitismus auf dem Lehrplan jeder Schule steht“. Er sei für Zuwanderung, aber für Deutschland sei das eine Herausforderung, der man sich bewusst werden müsse.

Dialog das beste Gegenmittel

Was tut Alon Sander dagegen? Er bietet sich an, in Klassen und Gruppen zu erklären und zu informieren über alle Fragen jüdischen Lebens: „Nach einer persönlichen Begegnung sind Vorurteile weg, davon bin ich überzeugt, das funktioniert.“ Am Donnerstag noch hatte er einen Termin mit Schülern zum Thema Antisemitismus, im Juni ist er im Ev. Gymnasium zu Gast. Und im September diskutiert er bei einer Weiterbildung mit Lehrern.

"Nach einer persönlichen Begegnung sind Vorurteile weg, davon bin ich überzeugt."
Alon Sander
Jüdischer Vorsitzender der CJZ

Das Beispiel „Flagge abhängen in Hagen“ ist laut Sander kein Einzelfall. Er kann sich an drei weitere Beispiele solcher Art erinnern. Schade, dass eine Israelflagge als Provokation gesehen werde, sagt Sander: „Entscheidungen dazu, dass sich so etwas nicht wiederholen wird, müssen in der Politik getroffen werden. Flagge zeigen muss erlaubt sein.“ Auch für Israel, das seit dem 12. Mai 1965 mit Deutschland diplomatische Beziehungen unterhält – das war der Anlass in Hagen, eine Flagge aufzuziehen.

Alon Sander.

Gelsenkirchen, Aufmarsch von 180 Leuten mit antisemitischem Hintergrund in der vergangenen Woche, auch dazu hat Sander eine klare Meinung: „Die Menge hat ,Scheiß Juden’ skandiert. Ich kann alle verstehen, die deswegen große Angst haben.“ Alon Sander kennt nette Menschen in der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, hat nach dem Vorfall mit ihnen telefoniert und deren Sorgen gehört. „Das war schon sehr knapp, was da in Gelsenkirchen vonstatten gegangen ist.“

In Hagen wurde eine israelische Flagge abgehangen - um zu deeskalieren, hieß es.
Alon Sander.
Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen