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Tuningszene in Siegen
Anwohner fühlen sich von Motorenlärm belästigt

Auch an der Bismarckstraße in Weidenau gibt es derzeit Beschwerden über die Tuningszene.
  • Auch an der Bismarckstraße in Weidenau gibt es derzeit Beschwerden über die Tuningszene.
  • Foto: Pixabay (Symbolfoto)
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mir Weidenau. Vor Wochen schon hat die SZ über die (laute) Tuningszene in Siegen berichtet: Kurze Rennen von Ampel zu Ampel, dauerbelästigte Anwohner auf der Sieghütte und am Kaisergarten. Dazu kommt ein Hilferuf von Hans Bohland aus Weidenau. Er hat 20, 22 Anwohner aus der Bismarckstraße 2-4 zusammengeholt, alle sind betroffen vom lauten Treiben der Tuningszene. Seit Jahren. Jeden Freitag und jeden Samstag vom Abend bis in die Nacht. Im Sommer auch gerne mal am Sonntag Abend. Oft bis 2 Uhr, manchmal länger.

„Die Jungs zeigen ihre PS, laut und deutlich“, sagt Hans Bohland frustriert. „Wir Anwohner kommen nicht in den Schlaf.“ Er und die übrigen Anrainer leben bewusst in der Stadt, sie akzeptieren nach eigener Aussage, dass Autogeräusche zu ihrem Alltag gehören.

mir Weidenau. Vor Wochen schon hat die SZ über die (laute) Tuningszene in Siegen berichtet: Kurze Rennen von Ampel zu Ampel, dauerbelästigte Anwohner auf der Sieghütte und am Kaisergarten. Dazu kommt ein Hilferuf von Hans Bohland aus Weidenau. Er hat 20, 22 Anwohner aus der Bismarckstraße 2-4 zusammengeholt, alle sind betroffen vom lauten Treiben der Tuningszene. Seit Jahren. Jeden Freitag und jeden Samstag vom Abend bis in die Nacht. Im Sommer auch gerne mal am Sonntag Abend. Oft bis 2 Uhr, manchmal länger.

„Die Jungs zeigen ihre PS, laut und deutlich“, sagt Hans Bohland frustriert. „Wir Anwohner kommen nicht in den Schlaf.“ Er und die übrigen Anrainer leben bewusst in der Stadt, sie akzeptieren nach eigener Aussage, dass Autogeräusche zu ihrem Alltag gehören. Aber: „Die Geräusche sind nicht normal, die diese aufgemotzten Fahrzeuge verursachen. Gas, loslassen, der Auspuff knallt. Wer soll das aushalten?“ Es wird von gezieltem Hupen berichtet. Einer fängt an, die anderen folgen.

Tuningszene in Siegen: Sonderbare Beobachtungen

Ein Teilnehmer der Runde hat eine sonderbare Beobachtung gemacht: „Ein Fahrer hat im Kreisel vor dem Obi-Parkplatz so lange seine Runden gedreht und seine Reifen quietschen lassen, bis das Auto voll im Qualm verschwunden ist. Der wollte wohl unbedingt neue Reifen kaufen wollen.“

Raphael Haupt wohnt ganz in der Nähe, hat einen guten Blick auf die Weidenauer Straße: „Zwei getunte Autos stehen an der roten Ampel, bei Grün wird gestartet, mit qietschenden Reifen geht es bis zur nächsten roten Ampel. Vollbremsung, die Autos kommen in Schlingern.“ So geschehen vor zwei Wochen. Als ob die beiden Fahrer verabredet gewesen seien. Eine Teilnehmerin der Beschwerderunde bestätigt das: „Eine paar Minuten nach dem ersten Paar kommen von einem der Parkplätze die nächsten zwei Fahrer zur roten Ampel.“

Tuningszene in Siegen: Beschwerden bei der Polizei

Nicole Hoffmann wundert sich, dass dabei noch niemand zu Schaden gekommen ist. Sie lebt seit 2018 in dem Haus. Natürlich ist sie bei der Polizei gewesen, hat sich beschwert: „Hören Sie mir bitte auf mit der Bismarckstraße“, hat sie nach eigener Darstellung zu hören bekommen. Ein weiterer Anwohner berichtet von seinem Beschwerdeanruf bei der Polizei: „Die wollten von mir Kennzeichen wissen, um was tun zu können.“ Manfred Stähler hat seine eigene Sicht der Dinge: „Ich verspüre das als Körperverletzung“.

Hans Bohland hat einmal selbst eingegriffen und sich mit Leuten aus der Szene (verbal) angelegt. Die fühlten sich angegriffen, informierten die Polizei. Mit Folgen: Bohland bekam einen Platzverweis. Für ihn unverständlich. Weil er sich als Opfer der Tuner fühlt, als Leidtragender.

Tuningszene in Siegen: Kontrollen werden fortgesetzt

Selbstverständlich hat die SZ ein weiteres Mal bei der Polizei nachgehakt. Erneut lautet die Auskunft, die Zahl der Beschwerden halte sich auf einem niedrigen Niveau. Die Events mit 200, 300 Fahrzeugen seien abgeflaut. Beschwerden nehme man weiter ernst, die Kontrollen würden fortgesetzt, fasst Sonja Teichmann von der Polizei-Pressestelle zusammen.

Wir haben in Siegen keine Raserszene.
Frank Weber
CDU-Fraktionschef im
Rat der Stadt Siegen

Die Schilderung von kurzen Rennen von Ampel zu Ampel mag sie nicht ausschließen. Wieder und wieder werde kontrolliert, die Polizeistreifen könnten aber auch nicht in Dauerpräsenz nur in der Bismarckstraße aktiv sein.

Die von der Tuningszene belästigten Weidenauer Bürger suchen nach Hilfe. Ob die von der Politik kommen kann? Die SZ hat bei Frank Weber, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden, nachgefragt: „Wir haben das auf dem Schirm, ich werde das noch einmal mit der Stadt und auch bei uns im Haus ansprechen.“
Die großen Polizei-Aktionen gegen die Tunerszene im Lockdown seien vorbei, sagt Weber, „da sind auch Fahrzeuge stillgelegt worden, es hat Anzeigen mit empfindlichen finanziellen Folgen gegeben“. Mittlerweile sind die Treffen kleiner, 15 oder 20 Fahrzeuge. Weber will nicht ausschließen, dass sich Fahrer gezielt verabreden. Via Whatsapp-Gruppe. Eine Welt, in der die Polizei kaum gegensteuern kann. Wert legt Weber auf eine Feststellung: „Wir haben in Siegen keine Raserszene.“

Autor:

Michael Roth (Redakteur) aus Siegen

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