Apollo-Theater in Konsolidierungsphase

aww Siegen. Defizite seien derzeit in Mode, leitete Apollo-Trägervereinsvorsitzender Walter Schwerdfeger mit bittersüßer Ironie gestern seinen Rückblick auf das Wirtschaftsjahr 2009 ein, und ein „paar Zahlen“ wollte er seinen Zuhörern „nicht ersparen“. Aber: „Ganz so schlimm wird es nicht“, versprach er. Ein Minus von 137 000 Euro kam 2009 bei einem Etat von 2,8 Mill. Euro unterm Strich raus (davon rund 80 000 Euro für Anschaffungen von dauerhaftem Wert). Zum Vergleich: Im ersten repräsentativen Apollo-Jahr (2008) wurde bei einem Etat von 2,5 Mill. Euro ein Plus von 60 000 Euro erwirtschaftet.

Mit der ersten „Biennale“ 2009 sei man an finanzielle Grenzen gestoßen. Die nächste wird daher um ein Jahr, auf 2012, verschoben. „Allen Beteiligten tut wohlkalkulierte Zurückhaltung gut“, sagte Schwerdfeger. „Wir wollen nicht mit dem Feuer spielen und Geld ausgeben, das wir nicht haben.“ Das Defizit werde durch solides Finanzmanagement aufgefangen, und schon im nächsten Jahr werde das Apollo einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren können, prognostizierte Schwerdfeger und versprach, dass die Konsolidierungsphase von ein, zwei Jahren keine qualitativen Einbrüche nach sich ziehen werde.

Der künstlerische Betrieb laufe hervorragend, die Auslastung liege bei nahezu 100 Prozent, es gebe viele Zusatzvorstellungen – die Geld kosten. Positive Zahlen gab es bei der Zuschauerentwicklung zu vermelden: In der Machbarkeitsstudie avisiert waren seinerzeit 45 000 pro Jahr, 2009 waren es über 95 000. Bedenkenswert ist, dass die Zahl der Kuratoren und Fördermitglieder von ursprünglich um die 1400 auf rund 1000 gesunken ist. Eine Finanzierungssäule, die laut Schwerdfeger für den laufenden Betrieb unabdingbar ist.

Ab der kommenden Spielzeit wird das Apollo seine Finanzbuchhaltung in unabhängige Hände übergeben.

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