Arbeit in Manila scheiterte am fehlenden Flugticket

sz Siegen. Die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein warnt vor einer neuen Masche des sogenannten Arbeitsvermittlungsbetrugs. Aktuell wurde jetzt ein 54-jähriger Mann aus Eiserfeld Opfer dieser perfiden Betrugsvariante. Dabei verlor der Ahnungslose über 500 Euro.

Dem 54-Jährigen war in einer Zeitung im benachbarten Rheinland-Pfalz eine Annonce bezüglich einer Auslandstätigkeit aufgefallen. In der Anzeige suchte ein „expandierendes Unternehmen ... bei überdurchschnittlicher Verdienstmöglichkeit mit sozialer Absicherung ...“ Angestellte und Facharbeiter sowie Handwerker in den Bereichen Bautechnik, Kranführer, Maurer und so weiter. Einsatzort, so die Anzeige, solle die Hauptstadt der Philippinen, Manila, sein.

Der Siegener nahm daraufhin Kontakt mit der betreffenden Firma Philrocks-Bauer Phils. Inc. auf und bewarb sich um eine Stelle als Lagerist. Als Ansprechpartner der Firma auf den Philippinen diente dabei angeblich ein „Walter Kuhn“, der im übrigen gut Deutsch sprach. Dieser Herr Kuhn teilte dem Siegener dann telefonisch mit, dass ihm die erforderlichen Unterlagen für die Bewerbung sofort zugestellt würden. Wenige Tage später bekam der 54-Jährige dann Post von den Philippinen. In dem recht professionell aufgemachten Schreiben wurde die Tätigkeit als Lagerist genau beschrieben – und der Verdienst mit 39 US Dollar pro Stunde angegeben.

Der Haken an der Sache wird dann erst auf Seite 2 des insgesamt vier Seiten umfassenden Schreibens der Firma ersichtlich: Dort nämlich teilt die Firma. mit, dass der Jobsuchende für das notwendige Vorstellungsgespräch auf den Philippinen die Kosten für den ersten Flug zu tragen habe. Großzügig wird dann jedoch mitgeteilt, dass sich die Firma an den Gesamtkosten von 1100 Euro zur Hälfte beteilige. 550 Euro müsse der Siegener aber selbst zahlen. Sollte es zum Abschluss eines Arbeitsvertrages kommen, so sei die Firma natürlich bereit, diese Kosten dem Siegener nachträglich zurückzuerstatten.

Nachdem der Siegener dann tatsächlich für sein versprochenes Flugticket 550 Euro an ein vermeintliches Reisebüro auf den Philippinen überwiesen hatte – der Flug sollte am 20. September erfolgen – bekam er auch eine schriftliche Bestätigung über den „gebuchten“ Flug zugesandt. Das eigentliche Flugticket hingegen kam nicht. Als es sich mit seinem künftigen Arbeitgeber in Verbindung setzen wollte, kam kein Kontakt mit dem „netten Herrn Kuhn“ zustande.Kriminalhauptkommissar Harald Jentsch, zuständig für schwere Betrugsstraftaten, warnt daher: „Hier wird auf hinterhältige Art und Weise Menschen, die vielleicht dringend auf Arbeit angewiesen sind oder die sich mit dem Gedanken an ein vermeintlich schöneres Leben im Ausland beschäftigen, eine vielversprechende berufliche Zukunftsperspektive suggeriert. Tatsächlich geht es den Tätern aber auch hier wieder einmal nur darum, mit möglichst wenig eigener Arbeit fremden Menschen möglichst elegant das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wir können daher in Bezug auf das in Rede stehende Inserat der Firma nur zu entsprechender Vorsicht mahnen.“Recherchen der Polizei haben ergeben, dass die dubiosen Arbeitsangebote der Scheinfirma offenbar auch schon in Bayern in mehreren Tageszeitungen sowie auch im Internet erschienen sind.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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