Arbeiter wollen gerechten Anteil

 Einige hundert Beschäftigte aus den Wittgensteiner Unternehmen Ejot, Keune & Lauber, Busch-Jaeger, Sonor, SCS Stahlschmidt Cable Systems, Heinrich-Wagner-Sinto, Osterrath und Erndtebrücker Eisenwerk beteiligten sich am Dienstag an der Warnstreikkundgebung der IG Metall in der Fest- und Kulturhalle Berghausen. Foto: Björn Weyand
  • Einige hundert Beschäftigte aus den Wittgensteiner Unternehmen Ejot, Keune & Lauber, Busch-Jaeger, Sonor, SCS Stahlschmidt Cable Systems, Heinrich-Wagner-Sinto, Osterrath und Erndtebrücker Eisenwerk beteiligten sich am Dienstag an der Warnstreikkundgebung der IG Metall in der Fest- und Kulturhalle Berghausen. Foto: Björn Weyand
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bw - „What about us“ von US-Sängerin Pink dröhnte am Dienstagmorgen aus den wummernden Lautsprechern in der Fest- und Kulturhalle Berghausen. Es war eine Frage, die sich auch die Beschäftigten von acht Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie stellten, die am Warnstreik der IG Metall teilnahmen. Sie wollten wissen: „Was ist mit uns?“ Andree Jorgella, 1. Bevollmächtigter der Siegener IG Metall, hatte eine Antwort darauf: Die Arbeitnehmer hätten einen fairen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung verdient. Die Gewerkschaft fordert daher zum einen sechs Prozent mehr Lohn für die tariflich Beschäftigten in der Branche, zum anderen geht es in den Verhandlungen um flexiblere Arbeitszeitmodelle. Wer wegen familiärer Herausforderungen beruflich kürzer treten wolle, der müsse zukünftig einen Rechtsanspruch für eine 28-Stunden-Woche haben – mit einer entsprechenden Vergütung, um die reduzierte Arbeitszeit auch finanziell ausgeglichen zu bekommen.

Es ist eine Forderung, die der Berghäuser Hermann Dickel ohne Wenn und Aber unterstützte. Viele Arbeitgeber forderten von ihren Beschäftigten eine hohe Flexibilität ein, sagte der Betriebsratsvorsitzende von Busch-Jaeger am Standort Aue. Es sei an der Zeit, von Arbeitgebern solch eine Flexibilität einzufordern. Wenn schon die Politik nicht auf sich verändernde Lebensumstände der Bürger reagiere, müsse dies eben die Gesellschaft tun, stellte Hermann Dickel vor gut und gerne 700 Kollegen aus den Unternehmen Ejot, Keune & Lauber, Busch-Jaeger, Osterrath, Sonor, Heinrich-Wagner-Sinto (HWS), Stahlschmidt Cable Systems (SCS) und Erndtebrücker Eisenwerk fest. Die Arbeitnehmer seien immer dazu bereit, ein hohes Maß an Mehrarbeit zu leisten – auch an Wochenenden oder an den „Heiligen Tagen“ zwischen Weihnachten und Neujahr. „Wir erwarten nicht nur mehr Geld, wir brauchen auch Arbeitszeiten, die zum Leben passen“, erklärte Hermann Dickel.

Zweite Kernforderung ist ein Lohnplus von sechs Prozent. „Wir fordern einen gerechten Anteil am Gewinn“, rief Hermann Dickel seinen Kollegen zu, die mit Trillerpfeifen und Trommel der Forderung lautstark Nachdruck verliehen. Auch Andree Jorgella hob hervor, wie gut es den Unternehmen objektiv geht: „Die Auftragsbücher sind voll, die Produktivität steigt.“ Dennoch seien die Arbeitgeber nur zu einer Lohnerhöhung von einem Prozent bereit – mit dem Verweis auf Unsicherheiten wie etwa die Lage in den USA, der Brexit und die Kosten für Digitalisierung. Ein Angebot, das – so Andree Jorgella – „schlicht und ergreifend eine Frechheit war“. Weil es von Seiten der Arbeitgeber bislang kein Angebot gibt, über das die Gewerkschaft verhandeln würde, drohen nun härtere Maßnahmen. Die Phase der Kundgebungen geht in dieser Woche zu Ende, danach droht eine Eskalation dieses Tarifkonflikts in Form von 24-Stunden-Warnstreiks. „Dann stehen wir vor den Werkstoren“, drohte Andree Jorgella: „Wenn sie uns das abfordern, machen wir das.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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