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Prognosen der Gesamtwirtschaft 2022
Arbeitgeberverbände erwarten keine Höhenflüge

„Wer gedacht hätte, dass die Industrie 2022 endlich durchstartet, wird sich gedulden müssen.“, so Erlhöfer weiter.
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ihm/sz Siegen/Bochum. Ein Blick über den südwestfälischen Tellerrand hinaus wirft ein Schlaglicht auf die Probleme der Wirtschaft auch im heimischem Raum. Die Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen berichteten jetzt über die Stimmung bei ihren 430 Mitgliedsunternehmen. Dazu gehören zwar nicht die Metallbetriebe der heimischen Region, die im Verband der Siegerländer Metallindustriellen organisiert sind, aber Kunststoff- und Verpackungsindustrie in ganz Westfalen wird von Bochum aus mit vertreten.
Das Jahr der Stagnation
Anhaltende Lieferketten- und Logistikprobleme sowie die derzeitige Rohstoff- und Energiekostensituation seien aktuell die größten konjunkturellen Risiken. Das hat die jüngste Konjunktur-Prognose der Arbeitgeberverbände (AGV) Ruhr/Westfalen ergeben.

ihm/sz Siegen/Bochum. Ein Blick über den südwestfälischen Tellerrand hinaus wirft ein Schlaglicht auf die Probleme der Wirtschaft auch im heimischem Raum. Die Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen berichteten jetzt über die Stimmung bei ihren 430 Mitgliedsunternehmen. Dazu gehören zwar nicht die Metallbetriebe der heimischen Region, die im Verband der Siegerländer Metallindustriellen organisiert sind, aber Kunststoff- und Verpackungsindustrie in ganz Westfalen wird von Bochum aus mit vertreten.

Das Jahr der Stagnation

Anhaltende Lieferketten- und Logistikprobleme sowie die derzeitige Rohstoff- und Energiekostensituation seien aktuell die größten konjunkturellen Risiken. Das hat die jüngste Konjunktur-Prognose der Arbeitgeberverbände (AGV) Ruhr/Westfalen ergeben. Die Mitgliedsunternehmen wurden im Dezember nach ihren Erwartungen für das erste Halbjahr 2022 befragt, die Antworten deuten auf einen verhaltenen Start hin.

Zwar steigen die Geschäftserwartungen im Vorjahresvergleich leicht und die Umsatzprognosen mäßig an, dafür stagnieren aber die Auftragsprognosen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Die Ertragsprognosen sinken sogar. „All diese Parameter deuten eher auf Stagnation als auf Aufschwung hin“, sagte AGV-Hauptgeschäftsführer Dirk Erlhöfer am Donnerstag in Bochum.

Vorkrisen-Niveau noch ein Stück entfernt

„Wer gedacht hätte, dass die Industrie 2022 endlich durchstartet, wird sich gedulden müssen. Dafür haben die Unternehmen derzeit mit zu vielen Unwägbarkeiten zu kämpfen. Die Stimmung ist nicht ungetrübt“, so Erlhöfer weiter.

Die Startposition 2022 könne nicht losgelöst von der Konjunkturlage im Jahr 2021 betrachtet werden: Nach dem „Corona-Crash“ 2020 habe zwar bei den meisten Parametern ein Erholungsprozess eingesetzt. Von dem Erreichen des Vorkrisen-Niveaus seien die Unternehmen jedoch noch ein Stück weit entfernt.

Betriebsbedingte Entlassungen kaum ein Thema

Immerhin: Gefragt nach den geplanten Personalmaßnahmen melden die befragten Unternehmen im mittleren Ruhrgebiet und in Westfalen positive Zahlen. Die Firmen beschäftigen rund 90.000 Menschen. Gut ein Drittel der Betriebe plane Neueinstellungen, betriebsbedingte Entlassungen seien kaum ein Thema. Knapp ein Fünftel plane aktuell Mehrarbeit. „Die Beschäftigungsprognosen einschließlich der Prognosen für das Ausbildungsangebot sehen gut aus. Ich hoffe, die Lieferketten- und Logistikprobleme lösen sich nach und nach auf, sodass die Unternehmen ihre Produktionsabläufe wieder vernünftig planen können“, so Erlhöfer.

Politik muss ins Handeln kommen

Mit Sorge blickt der Hauptgeschäftsführer auf die sich verschärfende Energiepreisspirale. „Davon sind auch unsere Mitglieder mit zum Teil sehr hohen Energiebedarfen betroffen. Mit der Abschaltung weiterer Atomkraftwerke zum Jahreswechsel rückt dieses Thema verstärkt in den Fokus.
Die Politik muss vom Reden ins Handeln kommen und die gesellschaftlich gewollte Energiewende endlich anpacken statt immer nur über CO2-Einsparziele zu sprechen“, so Erlhöfer. Die Wirtschaft – und insbesondere die energieintensive Industrie – benötige gesicherte Energielieferungen zu wettbewerbsfähigen Preisen, mahnte er.

„Wer gedacht hätte, dass die Industrie 2022 endlich durchstartet, wird sich gedulden müssen.“, so Erlhöfer weiter.
Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

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