Arbeitswelt öffnete sich der Kirche

Weihbischof Marx besuchte im Rahmen der Firmung das Krupp-Werk Edelstahlprofile

Geisweid. Dass ein Betrieb mehr ist, als allein eine Produktionsstätte, wurde Weihbischof Prof. Dr. Reinhard Marx, Kirchenvertretern aus Siegen und Umgebung und weiteren Besuchern bewusst, als sie eine Führung durch das Werk von Krupp Edelstahlprofile unternahmen. Zunächst hatte Arbeitsdirektor Ulrich Steigerwald das Unternehmen in aller Kürze vorgestellt. Dann führte man den Weihbischof und seine Begleiter an den Ort harter Arbeit, zur Blankstahlproduktion. Steigerwald und Richard Fries veranschaulichten abwechselnd die einzelnen Produktionsschritte und stellten sich den Fragen der Besucher. Die verfolgten, wie der Rohstahl geschält, gerichtet und geschliffen wird, und sie beobachteten die einzelnen Vorgänge von der Stahlbearbeitung über die Überprüfung auf Fehler und Nachbearbeitung bis hin zum Abtransport der fertigen Stahlstäbe zum Lager. Marx zeigte großes Interesse an den Arbeitsprozessen und an den Mitarbeitern. Er suchte immer wieder das Gespräch, erkundigte sich über das jeweilige Aufgabenfeld der Stahlwerker und fragte nach der beruflichen Zufriedenheit. Ein langfristig gesicherter Arbeitsplatz, so Marx, sei Grundlage der Motivation für alle Mitarbeiter eines Betriebes. In der Versandlagerhalle, in der die Stahlprodukte gelagert, verladen und auf Qualität hin überprüft werden, machte Martin Jung, zuständig für die Installation neuer Arbeitsweisen im Betrieb, die Besuchergruppe auf ein derzeit neues Projekt im Betrieb aufmerksam. Hier wird getestet, inwieweit sich eine weitgehend eigenverantwortliche Gruppenarbeit gewinnbringend umsetzen lässt. In einem der Gruppenräume veranschaulichte Jung den Gästen das Modell „Lernwerkstatt”, einen Unterricht, der un- und angelernte Mitarbeitern die Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung innerhalb der Gruppenarbeit bieten soll. Der Weihbischof wollte wissen, inwieweit sich das Modell der unabhängigen Gruppenarbeit als erfolgreich erwiesen hat. „Die gestiegene Motivation unter den Mitarbeitern innerhalb der Gruppen spricht für sich”, so die Antwort. Ein solches Vorhaben innerhalb eines Betriebes umzusetzen bedeute zudem, dass die Führungskräfte bereit sein müssten, einen Teil ihrer Kompetenz abzugeben. Prof. Dr. Marx, mit dem Modell der Gruppenarbeit schon bei anderen Betriebsbesichtigungen vertraut gemacht, sprach in diesem Zusammenhang von der Humanisierung der Arbeit als eine positive Folge des Projektes. Menschen mit ihren Ideen selbstständig in gängige Arbeitsprozesse zu integrieren, sei ein ethisch wertvolles Ziel und bedeute letztlich ein Mehr an Freiheit. Hier liege die Parallele zu kirchlichen Leitvorstellungen. Im Zuge der Betriebsführung wurden auch das Gerüstbauwerk und das Stahlwerk mit dem großen Ofen besichtigt. Nach seinem Besuch im Stahlwerk Krupp-Edelstahlprofile feierte Weihbischof Reinhard Marx gemeinsam mit Pfarrer Wolfgang Winkelmann, 52 Firmlingen, ihren Eltern und Angehörigen das Sakrament der Firmung in der Siegener St.-Michael-Kirche. vg

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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