»Arion«-Konzertreise in den Harz

Gosenbacher Chor auf den Spuren des Bergbaus/Viel Applaus bei Kirchenkonzert

sz Gosenbach. Das viertägige Fest zum 125-jährigen Jubiläum, das der MGV »Arion« Gosenbach 1876 im vergangenen Jahr feierte, hat die Sänger einerseits viel Arbeit gekostet, war andererseits auch in jeder Hinsicht ein Erfolg. So wurde für dieses Jahr als »Belohnung« eine mehrtägige Reise in Aussicht gestellt, und wie es sich für einen Gesangverein gehört, sollte dabei auch ein Konzertauftritt nicht fehlen.

So ging es auf in Richtung Harzer Land. Bei einer eineinhalbstündigen Führung durch Goslar beeindruckten nicht nur die alte Kaiserpfalz, die stattlichen Gildehäuser und der Gose-Bach, aus dessen Wasser einst das »Gose-Bier« gebraut wurde, (die Wortähnlichkeit mit Gosenbach ist purer Zufall). Spätestens am Marktplatz erinnerte uns das Glockenspiel an die jahrhundertealte Bergbautradition der Kaiserstadt. So war denn für die Siegerländer, die im Umfeld von »Storch« und »Schöneberg« wohnen, der Besuch des Rammelsbergs (heute Weltkulturerbe) selbstverständlich. Die Tagesanlagen der rund 1000 Jahre alten Silbergrube, die die Stadt einst reich gemacht hat, beeindrucken noch heute. Leider blieb für eine Befahrung der als Museum offen gehaltenen Schächte und Stollen keine Zeit mehr. Im nahe gelegenen Fremdenverkehrsort Wolfshagen bezogen die Gosenbacher Quartier.

Am nächsten Morgen musste die »Arion«-Truppe schon früher als geplant zur Fahrt auf den Brocken aufbrechen. Eine motorisierte Vorhut hatte in aller Frühe in Wernigerode vor Ort Fahrkarten besorgt. Leider ist eine Reservierung bei den Harzer Schmalspurbahnen auch im Zeitalter von Handy, Fax und Internet noch nicht möglich. Immerhin fanden alle Platz in dem von einer Dampflok gezogenen Bähnchen. Mit viel Glück hatten die Siegerländer einen der 65 Tage im Jahr erwischt, an denen sich der Brocken nicht in Nebel und Wolken hüllt. Die gute Rundum-Aussicht entschädigte für vieles. Was »Massentourismus« ist, wurde den Sängern dann bei der Talfahrt in den überfüllten Wagen so recht bewusst. Wesentlich entspannender war da die Aussicht vom Wernigeröder Schloss auf die Altstadt mit den vielen neuen Ziegeldächern, der markanten Rathausfassade und den hübsch restaurierten Fachwerkhäusern Nach einem kleinen Bummel durch die alte Hansestadt erwartete die Reisegruppe abends im Hotel die Wolfshagener Trachten- und Brauchtumsgruppe, bei deren Vorträgen sich viele Sänger zum Jodeln anstiften ließen.

Früh am Samstagmorgen begann die sachkundig geführte Harzrundfahrt. Genau wie das Siegerland ist ja auch der Harz mit der Bergbaugeschichte untrennbar verbunden. Die Fahrt führte durch Lautenthal, Wildemann, Clausthal-Zellerfeld, Hahnenklee (hier durften die Gosenbacher in der einzigen Stabkirche Deutschlands zwei Lieder singen).

St. Andreasberg, Braunlage über Altenau nach Goslar zurück - alles Orte, die jedem Bergbauinteressierten ein Begriff sind. An der Okertalsperre wurde am frühen Nachmittag beim »Windbeutel-König« Rast gemacht. Der Name des Lokals ließ ja schon einiges ahnen; die Riesengröße der servierten »Sturmsäcke« übertraf aber auch die kühnsten Erwartungen. Wer zwei aß, hätte den dritten umsonst gekriegt! Wahrscheinlich hat der Wirt noch nie einen verschenken müssen. Die Gosenbacher jedenfalls konnten sich keine Sahneorgien leisten, denn schon um 18 Uhr hatte der Chor einen Auftritt in der Wolfshagener Kirche. Dort fand anlässlich der Silbernen Konfirmation ein Einstimmungsgottesdienst statt, dessen konzertanten Teil der »Arion« übernahm. Die insgesamt 13 Liedvorträge kamen hervorragend an; mit Applaus wurde nicht gespart. Am Sonntagmorgen ging es zeitig auf die Heimreise, die durch einen mehrstündigen Aufenthalt am Edersee unterbrochen wurde. Bei strahlendem Sonnenschein fand der Ausflug in den Harz schließlich in Waldeck auf den »Seeterrassen« einen harmonischen Abschluss.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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