Brückenabriss in Eichen naht
Auch ohne Sprengung wird es laut

Der Brückenüberbau soll ab dem 21. Februar vom Erdboden verschwinden.
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nja Eichen. Sie schreiten voran, die Bauarbeiten, die unter anderem das Ziel verfolgen, die Brücke über den Hankerbach und vor allem die deutlich größere über die Gleise der Deutschen Bahn in Eichen für den Schwerlastverkehr zu ertüchtigen. Die neue Bahnbrücke im Verlauf der Hagener Straße (B 517) soll immerhin 32 Meter lang und knapp 14 Meter breit werden. Der Zeitplan seit Planvorstellung im Herbst vergangenen Jahres werde bisher eingehalten, teilte der zuständige Landesbetrieb Straßen NRW nun auf SZ-Anfrage mit. Die vorbereitenden Arbeiten für den Abbruch der DB-Brücke sind im Gange.

Ab 21. Februar verschwindet der  Überbau

Im Februar soll es planmäßig losgehen, bestätigte Ulrich Seibel. Der Neubau wird sich anschließend voraussichtlich bis zum Frühjahr des nächsten Jahres hinziehen. Besonders Lärmintensives soll möglichst zeitlich miteinander kombiniert werden: An diesem Vorhaben wird weiter festgehalten.
Mit den gravierenderen Eingriffen im „Baustellen-Marathon Hagener Straße“ geht es am Freitag, 21. Februar, morgens um 6 Uhr los: Bis zum frühen Morgen des 25. Februar soll dann der Überbau der Bahnbrücke vom Erdboden verschwinden, werden die Bahngleise für den Zugverkehr gesperrt. Wird dann gesprengt? Seibel verneinte dies und stellte klar: „Die Überlegungen für eine Sprengung betrafen nur die Unterbauten. Der Brücken-Überbau wird während der ersten Sperrzeit von einem Kran ausgehoben. Die Teile werden anschließend von Lkw abgefahren.“

Bei Gesundheitsgefahr: ab ins Hotel

Während der zweiten und dritten Sperrpause (20. März, 22 Uhr, bis 23. März, 6 Uhr, und 27. März, 22 Uhr, bis 1. April, 6 Uhr) wird es dann wohl deutlich lauter. Dann werden die Unterbauten mittels „Stemmen und/oder einer Zange zerkleinert und dann abgefahren“, so Seibel.
Apropos Lärm. In den Sperrpausen soll Tag und Nacht gearbeitet werden. Ein Lärmgutachten liegt bald vor, es werde genau geschaut und gerechnet, um möglichst genaue Prognosen vorliegen zu haben. Beim Bau des Bühltunnels, so Ulrich Seibel, habe dies gut geklappt. Die Prognosen sollen also im Vorhinein Aufschluss darüber geben, welcher Anwohner in welchem Ausmaß nachts vom Baustellenkrach betroffen sein wird. Bestehe die Gefahr von gesundheitlichen Beeinträchtigungen, „bieten wir den Betroffenen rechtzeitig im Vorfeld der Abrisstätigkeiten an, sich für die jeweiligen Nächte in einem Hotel einzuquartieren und uns die Rechnung zukommen zu lassen“. Alternativ könne auch eine entsprechende Entschädigung ausgezahlt werden. Spätere Regressforderungen seien dann aber natürlich ausgeschlossen. Wie weit genau der Umkreis ist, für den die Lärmprognose erstellt werde? „Das dürften so 300 bis 400 Meter sein“, sagte Ulrich Seibel. Es gehe sicherlich um rund 100 Gebäude.

Oberleitung muss geschützt werden

Eine Grundlärmbetrachtung zur Ermittlung des Istzustands habe es schon gegeben. Das Ergebnis: Die Belastung im Umfeld der künftigen Baustelle sei schon heute „jenseits von gut und böse“. Nachts seien 55 dBA gemessen worden – das entspreche andernorts in Wohngebieten dem Tageswert.
Es wird also spannend – auf und entlang der Hagener Straße in Eichen. Hätte die Baufirma mit Blick auf die Brückenbeseitigung „freies Baufeld“, wäre eine Sperrpause wohl ausreichend gewesen, so Ulrich Seibel. Vor Ort aber müssten die Oberleitung und die Gleise geschützt werden. Hinzu komme, dass die Fundamente der jetzigen Brücke sehr eng am Gleisbett lägen, so dass die großen Gleisstopfmaschinen der Bahn dort nicht genügend Platz hätten. Dies soll sich mit dem Neubau ändern – ist offensichtlich sehr aufwendig, werde aber von der DB bezahlt.
„Ich bin froh, wenn die alte Brücke weg ist“, zeigte Ulrich Seibel, ein „alter Hase“ beim Landesbetrieb, Respekt vor diesem nicht alltäglichen innerörtlichen Eingriff. Das Zeitprogramm insgesamt sei „ziemlich sportlich“. Der Brückenrückbau aber sei die kritischste Phase.

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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