Auf dem Weg zur Freiheit

Begegnungsgruppe des Blauen Kreuzes Eiserfeld stellte sich vor

Eiserfeld. „Alkoholkranke Menschen sollen bei uns nicht allein trocken werden, sondern auch zur Freiheit in Jesus Christus gelangen.” So fasst einer, der eben diesen Prozess am eigenen Leib erfahren hat, das Ziel der Begegnungsgruppenarbeit im Blauen Kreuz Eiserfeld zusammen. Reiner Stöhr, selbst „Ehemaliger”, leitet diesen Aufgabenbereich. Hier erfolgt Suchtkrankenhilfe aus christlicher Verantwortung heraus. Freilich ohne zeitgemäße Methodik zu vernachlässigen, aber doch stets getreu dem Leitspruch der Väter dieser Arbeit, „Gerettet sein gibt Rettersinn”.

Sein 100-jähriges Bestehen feiert der Blaukreuz-Verein in Eiserfeld in diesem Jahr. Und aus diesem Anlass stellte sich die Begegnungsgruppe am Samstag mit einem Tag der offenen Tür vor. Damit bot sie vom Alkoholismus Betroffenen und deren Angehörigen die Möglichkeit, sich zu informieren, Erstgespräche zu führen, Hemmschwellen abzubauen.

Dienstagabends, ab halb acht, ist an der Eiserntalstraße 86 Begegnungsgruppenzeit. Zeit der Vorsorge – sprich der Vorbereitung auf eine therapeutische Maßnahme – und Zeit der Nachsorge. Denn, so Stöhr, gerade nach einer „Entziehungskur” sei es wichtig, dass der ehemals Abhängige das Gelernte stabilisiere. Schließlich kehre der Mensch in sein altes Umfeld zurück; er müsse lernen, zur Wahrheit und zur Offenheit zu gelangen. Reiner Stöhr: „Die körperliche Abhängigkeit hat man schnell im Griff, aber es dauert bis zu zwei Jahre, bis auch der Kopf begriffen hat.” Gerade darum sei die Rückfallquote während der ersten zwei Jahre nach einer Maßnahme derart hoch. Rückfallgefahr drohe „kurioserweise” dann wieder nach acht oder zehn Jahren Abstinenz „Wenn der Mensch denkt, er hätte alles im Griff.” Ein Trugschluss, sagt Stöhr. Denn: „Wer einmal einen Kontrollverlust hatte, kann nie mehr kontrolliert Alkohol trinken.”

Das Angebot des Blauen Kreuzes richtet sich nicht allein an den Betroffenen selbst, sondern auch an den Partner, die Partnerin – letztlich an die ganze Familie. Auch der so genannte Co-Alkoholiker - „der, der den Betroffenen mehr oder weniger bewusst unterstützt, für ihn lügt, ihm den Stoff besorgt” - braucht den Erfahrungsaustausch, das Sich-Öffnen. Und die Erkenntnis, dass „keine Hilfe die beste Hilfe” sein kann. Stöhr: „Es wird immer noch sehr viel unter den Teppich gekehrt.” In der Familie, der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz. Das indes bringe den Abhängigen gerade nicht auf den Weg der Heilung.

Um umfassende Hilfe leisten zu können, verweist das Blaue Kreuz in Eiserfeld neben der Begegnungsgruppe auf weitere Angebot, die den „ganzen Menschen” umfassen. Kindergruppen und -chor, Teeniekreis und Jugendchor, Männer- und Frauenabende, Seniorengruppe und, wie Vorsitzender Klaus-Jürgen Schütz im Gespräch mit der Siegener Zeitung unterstrich, „als tragende Säulen” die Bibel- und Gebetsstunden.

Anlaufstelle für Anfangskontakte und Einzelgespräche ist die Begegnungsgruppe. Telefonische Information ist unter der Rufnummer (0271) 352675 möglich.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.