Auf- und erhellend

Dozierende der Fritz-Busch-Musikschule Siegen spielten im Ratssaal unter anderem Werke von Mendelssohn Bartholdy und Haydn. Foto: ne
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ne Siegen. Jetzt in der Februarmitte, wo der Winter hartnäckig Missmut unter die Menschen streut und sich nur ganz wenige Tage so anfühlen, als ob es bald wieder Frühling werde, sollte man letztere kräftig mit stimmungsaufhellenden Veranstaltungen unterstützen. So ein fröhlich stimmendes Ereignis war das kurzweilige Kammerkonzert im Siegener Ratssaal am Sonntag, das Lehrende der Fritz-Busch-Musikschule gaben.

Und die Programmzusammenstellung hatte es in sich: Ganz naheliegend im Haydn- und Mendelssohn-Bartholdy-Jahr 2009 stellte das Ensemble aus vier Musikern und zwei Musikerinnen interessante Quartette vor. Querflötist Arnim Klüser empfahl darüber hinaus noch ein Quintett vom wenig beachteten Mozart-Zeitgenossen Joseph Martin Kraus, das sich beziehungsreich in den Kontext der anderen beiden Stücke stellte und den kammermusikalischen Spätnachmittag eröffnete.

Kraus, im gleichen Jahr wie Mozart geboren (1756) und schon mit 36 Jahren an Tuberkulose verstorben, erntete zu Lebzeiten erst relativ spät Erfolg, geriet nach seinem Tod schnell in Vergessenheit und erlebte erst in den 1920er Jahren eine verdiente Renaissance. Umso spannender sein hier aufgeführtes dreisätziges „Wiener Flötenquintett“ in D-Dur: Gleich das einführende Allegro Moderato wurde von dem Ensemble frisch im Tempo geführt – namentlich Angelika Braumann bewies mit ihrer Violine Einfühlungsvermögen im Largo – das abschließende Con brio wurde im Ganzen schön fest genommen und nuancenreich interpretiert.

Haydn, der, eine Generation älter, den jungen Kraus 1783 auf Schloss Esterhazy kennenlernte, lobte ihn als „eines der größten Genies, die ich kenne“. Wir feiern am 31. Mai den 200. Todestag des berühmten Komponisten, und hörten das viersätzige B-Dur-Streichquartett Nr. 49 (Opus 76 Nr. 4) wunderschön aufgeführt: Der erste Satz trägt die Tempusbezeichnung „Allegro con spirito“, und dass hier „mit Geist“ eindeutig „mit Witz, mit Esprit“ zu verstehen war, machten die vier Künstlerinnen und Künstler der Musikschule deutlich. Dem Menuetto, das eher traditionell getragen daherkam, sicher aber im Sinn des Komponisten, der damit einen höfischen Tanz adäquat zeichnete, stellte Haydn im letzten Satz, im Finale Allegro ma non troppo, einen mehr volksliedhaften Gestus gegenüber.

Schön konnte das Publikum im voll besetzten Ratssaal miterleben und mit lang anhaltendem Applaus goutieren, wie eine mehr anekdotische musikalische Phrasierung gegen Schluss einen furiosen Abschluss fand, fast möchte man sagen: eskalierte.Im Todesjahr Haydns wurde Felix Mendelssohn Bartholdy geboren, gerade auf dem vergangenen 3. Februar lag sein 200. Geburtstag, dem der Violinist Sohei Takahata, Michael Geis mit der Viola, Naotaka Maejima am Violoncello mit dem früh komponierten Klavierquartett Nr.1 op. 1 aus dem Jahre 1822 huldigten. Die Stelle des 13-jährigen musikalischen Wunderkindes, das das viersätzige Stück selbst am Klavier uraufführte, vertrat Yuko Takahata würdig am Flügel, brillant bewältigte sie die vielen virtuos komponierten Läufe, denn der kleine Felix hat schon einige schwer zu spielende Passagen in sein Quartett geschrieben, um Zeugnis von seiner Fingerfertigkeit an den Tasten ablegen zu können. Das einzige Stück in Moll an diesem musikalisch so hellen Nachmittag.Sicher ist es den Lehrenden gelungen, Zeugnis für den hohen Qualitätsstandard der Musiklehrer und -lehrerinnen der Fritz-Busch-Musikschule abzulegen. Die vielen im Publikum anwesenden Schülerinnen und Schüler dankten es ihnen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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