Aufräumen mit Rollenklischees

 Werkstoffprüferin Svenja Boc (l.) zeigte den Schülerinnen die Untersuchung von fehlerhaften Schrauben mit Hilfe eines Mikroskops. Das Wittgensteiner Unternehmen EJOT beteiligt sich am Projekt Mädchen und Technik. Foto: EJOT
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sz - Laut, schmutzig, schwer. So wird der Arbeitsalltag in Fabriken, in gewerblich-technischen Berufen auch heute noch vielfach charakterisiert. Deshalb sollten Mädchen dort besser nicht arbeiten? Falsch. Das zeigen Laura Wittstock, Auszubildende im zweiten Lehrjahr als Werkzeugmechanikerin bei EJOT in Bad Laasphe, und Svenja Boc, Werkstoffprüferin, ebenfalls bei EJOT in Bad Laasphe, die im Februar ihre Ausbildung mit der Note 1 absolviert hat.

Beide sind so genannte Vorbildfrauen, die im Rahmen des Projekts Mädchen und Technik (MuT) Schülerinnen der Klasse 8 im Unternehmen betreuen. Ein Schulhalbjahr bekommen die Mädchen Einblicke in den Arbeitsalltag der Unternehmen. In einem Theorieteil in der Schule werden vertiefende Informationen zu gewerblich-technischen Berufen gegeben. Und es wird mit Rollenklischees aufgeräumt: Männerberufe? Frauenberufe? Dieses Denken sollte längst der Vergangenheit angehören. Jeder und jede kann jeden Beruf erlernen. Einzige Voraussetzung ist das Interesse.

Das weiß auch Laura Wittstock, die im EJOT-Werk In der Aue in Bad Laasphe Tabea Pfeil, Paulina Müller und Magda Kohlberger, Schülerinnen des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe, betreut. Sie fertigen aus einem Metallstück einen Flaschenöffner in Form einer Gitarre, exakt nach den Vorgaben einer Zeichnung. „Gerade im Praxisteil bekommen wir gute Einblicke in den Arbeitsalltag“, sagt Tabea Pfeil.

Im EJOT-Werk In der Bienhecke in Bad Laasphe befassen sich die Schülerinnen Katharina Wick, Louisa Dörr und Michelle Achenbach mit dem Innenleben von Schrauben. Sie werden im Werkstofflabor von Svenja Boc sowie den beiden angehenden Werkstoffprüfern Victoria Muth und Bastian Prietzel betreut. Im Werkstofflabor werden Schrauben in aufwändigen mikroskopischen Verfahren auf Schäden untersucht.

Ausgeprägtes technisches Verständnis, gute Noten in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern, exaktes Arbeiten in der Messtechnik sind wichtige Voraussetzungen für diesen Beruf, erläutert Svenja Boc. „Mit Mann oder Frau hat das nichts zu tun“, betont Frank Oldeleer, Lehrer am Städtischen Gymnasium Bad Laasphe, der mit seiner Kollegin Katharina Bastian die Schülerinnen während der Projektphase betreut.

Ob sich die Schülerinnen in einigen Jahren für eine Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich entscheiden, können sie derzeit noch nicht sagen. Eines wissen sie aber ganz sicher: Laut, schmutzig, schwer - das gehört der Vergangenheit an.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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