Auge für Luftraumüberwachung

 Das neue Erndtebrücker Radar ist seit Mittwoch auch ganz offiziell im Einsatz. Das Aktive Radarrundsuchgerät Einsatzführungsdienst löste das alte Medium Power Radar ab, das zuvor seit mehr als 40 Jahren auf dem Ebschloh im Einsatz war. Foto: Björn Weyand
  • Das neue Erndtebrücker Radar ist seit Mittwoch auch ganz offiziell im Einsatz. Das Aktive Radarrundsuchgerät Einsatzführungsdienst löste das alte Medium Power Radar ab, das zuvor seit mehr als 40 Jahren auf dem Ebschloh im Einsatz war. Foto: Björn Weyand
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bw - Nicht einmal ein Jahr, nachdem das alte Medium Power Radar, das sich auf dem Ebschloh nahe Erndtebrück mehr als vier Jahrzehnte gedreht hatte, abgeschaltet wurde, ist das Nachfolgemodell am Mittwoch offiziell ans Netz gegangen. Angesichts der negativen Schlagzeilen, die es in der jüngeren Vergangenheit über manches Rüstungsprojekt gab, ließen die Redner in der Feierstunde die Gelegenheit nicht aus, den Erfolg dieses Projektes ausdrücklich zu betonen. Die Umrüstung sei sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen geblieben, erklärte Karl Manstein, Referatsleiter des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, in seiner Ansprache. Gerade in Zeiten, da es für andere Projekte harsche Kritik hagele, sollten solch erfolgreiche Projekte auch nicht als Selbstverständlichkeit angesehen werden, sondern eben als Erfolg, fand Manstein. Deshalb verdiene die Floskel „wie geplant“ hier eine besondere Betonung. Ähnlich sah es Oberstleutnant Andreas Springer als Leiter der Einsatzgruppe im Erndtebrücker Einsatzführungsbereich 2: „Nicht viele Projekte laufen so reibungslos.“ Danken wollte er seiner Truppe, die extrem gerödelt habe.

Alle Redner sprachen von einem Meilenstein, den die Übergabe des inzwischen vierten Radargerätes des neuen Typs Groundmaster 406F markiere, zumal das System im „Mutterhaus des Einsatzführungsdienstes“, wie der Erndtebrücker Luftwaffenstandort ganz liebevoll genannt wird, Einzug gehalten hat. Deutlich kleiner ist das neue Radar, das lediglich sechs Meter breit ist – das frühere Medium Power Radar hatte eine Spannweite von 13 Metern. Entsprechend verkleinert hat sich auch die Kuppel. Das neue Radar erbringt mit viel weniger Energie mehr als die Leistung des Vorgängermodells. Dies sei letztlich einer der Hauptgründe für die Umrüstung gewesen, erklärte Oberst Josef Ipfelkofer als Gruppenleiter des Systembereichs III des Kommandos Unterstützungsverbände der Luftwaffe: „Ein weiterer Betrieb war unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht zu gewährleisten.“

Ganz ähnlich äußerte sich auch Brigadegeneral Michael Gschoßmann. „Die Radarsysteme sind unsere Augen. Schwachstellen können wir uns da nicht erlauben.“ Tatsächlich erkennt das neue Radar auch kleinste Flugzeuge, aber auch Objekte wie Missile-Raketen oder Drohnen. Der Einsatzführungsdienst der Luftwaffe überwacht 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche den deutschen Luftraum und den der angrenzenden Nachbarstaaten, um Flugziele eindeutig identifizieren, Bedrohungen aus der Luft rechtzeitig erkennen und Maßnahmen einleiten zu können.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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