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Clubs müssen wieder schließen
Aus dem Ox Freudenberg wird ein Corona-Testzentrum

Harte Zeiten für Inhaber von Clubs und Diskos. Das Ox in Freudenberg steckt den Kopf nicht in den Sand und will Corona-Testzentrum werden.
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sabe Siegen. Nach einem kurzen Intermezzo soll die Musik jetzt wieder abgedreht werden: Es ist kaum einen Monat her, da hing an der Siegener Hindenburgstraße Euphorie in der Luft. Die Schlange an Menschen, die im „Meyer“ oder im „Wolkenkuckucksheim“ geduldig auf Einlass warteten, bleibt Zeuge dafür, wie sehr die Nachtclubs über den Zeitraum ihrer Schließung vermisst wurden, wie groß der Wunsch nach Unbeschwertheit ist.
Das Nachtleben kehrt zurück
Clubs und Diskos müssen in NRW wohl wieder schließen
Aber die Corona-Realität sieht anders aus. Es gilt als wahrscheinlich, dass Clubs und Diskotheken in NRW wieder schließen müssen, das kündigte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Mittwoch in einer Sondersitzung des Düsseldorfer Landtags zur Corona-Krise an.

sabe Siegen. Nach einem kurzen Intermezzo soll die Musik jetzt wieder abgedreht werden: Es ist kaum einen Monat her, da hing an der Siegener Hindenburgstraße Euphorie in der Luft. Die Schlange an Menschen, die im „Meyer“ oder im „Wolkenkuckucksheim“ geduldig auf Einlass warteten, bleibt Zeuge dafür, wie sehr die Nachtclubs über den Zeitraum ihrer Schließung vermisst wurden, wie groß der Wunsch nach Unbeschwertheit ist.

Das Nachtleben kehrt zurück

Clubs und Diskos müssen in NRW wohl wieder schließen

Aber die Corona-Realität sieht anders aus. Es gilt als wahrscheinlich, dass Clubs und Diskotheken in NRW wieder schließen müssen, das kündigte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Mittwoch in einer Sondersitzung des Düsseldorfer Landtags zur Corona-Krise an. Die Regelung könnte schon in dieser Woche in Kraft treten. Konkrete Maßnahmen und Beschlüsse soll allerdings erst der heutige Donnerstag mit der angesetzten Ministerpräsidentenkonferenz bringen. Als wahrscheinlich gilt sogar eine bundesweite Schließung – wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, haben sich die Bundesländer vor den Gesprächen mit dem Bund auf einen umfassenden Forderungskatalog in Bezug auf die Schutzmaßnahmen geeinigt, darunter die Club-Schließung.

Sonja Virtmann mit Ox-Chef Karl Quante haben für die Schließung vorgesorgt.

Bei den Erkrankten, die die „Luca“-App auf dem Smartphone installiert haben, so die Argumentation für diesen Schritt, sei die Infektion im Zusammenhang mit dem Besuch eines Nachtclubs festgestellt worden. Aktuell gilt dort – zumindest in NRW – noch eine „2G+“-Regel. Geimpfte und Genesene können also mit einem zusätzlichen negativen Test feiern.

"2G+" führt im Ox Freudenberg zu Besuchereinbrüchen

Schon diese Maßnahme, so erinnert sich Sonja Virtmann, Marketingleiterin des Ox, habe zu extremen Besuchereinbrüchen geführt. Denn auch, wenn man sich sogar direkt vor der Großraumdiskothek in Freudenberg testen lassen konnte, sei der Aufwand für eine Nacht vielen einfach zu groß gewesen. Und: „Wenn man sich jetzt schon fragt, ob man an seinem Zumba-Kurs mit fünf Leuten teilnehmen kann, dann kann man sich vorstellen, dass vielen gerade einfach nicht nach Feiern zumute ist.“
Virtmann blickt den Schließungsplänen also pragmatisch entgegen.

Stille Nacht, traurige Nacht...

Beim Blick auf die Corona-Zahlen empfindet sie diese sogar verständlich. „Ehrlich gesagt hatten wir uns darauf schon eingestellt“, sagt die Marketingleiterin betont gefasst, allerdings nicht ohne Kampfgeist in der Stimme. Die harten, gemeinsam überstandenen Corona-Monate haben den Überlebenswillen weiter angetrieben. Dass die Branche bei erneuter Schließung auch erneut auf staatlich zugeschnittene Hilfspakete angewiesen sei („jetzt gerade ist unsere Hauptzeit, machen wir uns nichts vor“), sei selbsterklärend, aber: „Wir suchen auch selber nach Lösungen.“

Aus dem Ox in Freudenberg wird eine Corona-Teststation

Und eine solche kommt im Falle des Ox als Drive-In-Teststation daher. Ähnlich wie an der Siegerlandhalle kann man sich ab Freitag, 3. Dezember, auf dem großen Parkplatz der Diskothek testen lassen. Dafür wird das Mitarbeiterteam, Menschen die eigentlich ins Ox gekommen waren, um Cocktails auszuschenken und den Gästen eine gute Show zu bieten, jetzt geschult, Abstriche zu nehmen. „Ich bin überrascht, wie viele sofort gesagt haben: ‚Jawoll, da wollen wir mitmachen.’“ Denn schließlich gehe es hier um eine ganz andere Sparte als den Diskothekenbetrieb. Aber: „Wenn wir uns mit dem Testen über Wasser halten können, können wir auch bei Wiedereröffnung gemeinsam als Team öffnen“, sagt Virtmann, der viel daran liegt, die Mitarbeiter zu halten.

Harte Zeiten für Inhaber von Clubs und Diskos. Das Ox in Freudenberg steckt den Kopf nicht in den Sand und will Corona-Testzentrum werden.
Sonja Virtmann mit Ox-Chef Karl Quante haben für die Schließung vorgesorgt.
Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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