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Burbach-Prozess
Aus dem Problemzimmer einen Friseursalon gemacht

In Fällen von Aggression und gebotener Notwehr seien Arme auf den Rücken gebogen und Personen zu Boden gedrückt worden. Das geht aus der Vernehmung eines inzwischen verstorbenen Angeklagten hervor.
  • In Fällen von Aggression und gebotener Notwehr seien Arme auf den Rücken gebogen und Personen zu Boden gedrückt worden. Das geht aus der Vernehmung eines inzwischen verstorbenen Angeklagten hervor.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

mick Siegen/Burbach. Unter anderem mit der Verlesung der Vernehmung eines verstorbenen Angeklagten begann am Montag im Siegener Gerichtsgebäude die Verhandlungswoche in Sachen Burbach. Drei Tage lang sollen Wachbücher und andere Dokumente in den Prozess eingeführt werden.
Bewohner ins Problemzimmer gebrachtDer frühere Wachmann – damals 27 – war 2014 vernommen worden, weil er wie viele seiner Kollegen an Freiheitsberaubungen beteiligt gewesen sein sollte. Er hatte zugegeben, mehrfach Bewohner der Einrichtung in eines der mittlerweile bekannten Problemzimmer gebracht zu haben. Der Mann erklärte in der Aussage, es sei niemals zu Schlägen oder Tritten gekommen. Allerdings seien Arme auf den Rücken gebogen und Personen zu Boden gedrückt worden: in Fällen von Aggression und gebotener Notwehr.

mick Siegen/Burbach. Unter anderem mit der Verlesung der Vernehmung eines verstorbenen Angeklagten begann am Montag im Siegener Gerichtsgebäude die Verhandlungswoche in Sachen Burbach. Drei Tage lang sollen Wachbücher und andere Dokumente in den Prozess eingeführt werden.

Bewohner ins Problemzimmer gebracht

Der frühere Wachmann – damals 27 – war 2014 vernommen worden, weil er wie viele seiner Kollegen an Freiheitsberaubungen beteiligt gewesen sein sollte. Er hatte zugegeben, mehrfach Bewohner der Einrichtung in eines der mittlerweile bekannten Problemzimmer gebracht zu haben. Der Mann erklärte in der Aussage, es sei niemals zu Schlägen oder Tritten gekommen. Allerdings seien Arme auf den Rücken gebogen und Personen zu Boden gedrückt worden: in Fällen von Aggression und gebotener Notwehr.

Zimmer auch für den eigenen Schutz

Die später insgesamt drei Zimmer seien zum Eigen- und gegenseitigen Schutz der Bewohner eingerichtet worden. Zum Beispiel hätten Homosexuelle dort Schutz vor Übergriffen finden können. Bei Arresten wegen Disziplinarverstößen sei oft die Polizei geholt worden, allerdings nicht immer.
Er bestätigt andere Aussagen, dass die Wachleute von der Heimleitung angehalten worden seien, die Polizei nicht zu oft zu rufen. Diese habe von der Existenz der Zimmer Kenntnis gehabt, die übergeordnete Verwaltung in Essen hingegen nicht. Bei deren Besuchen seien die Zimmer kurzfristig umdekoriert worden, etwa als Friseursalon.

Eintöniger Alltag

Daneben geben die Wachbücher einen Einblick in eintönige Alltagsabläufe mit vielen Kontrollgängen ohne besondere Vorkommnisse. Zwischendurch wurden Kocher in den Zimmern beschlagnahmt und – wenig überraschend – hier und da Personen ins „PZ“ gebracht, das auch einmal als Arrestzelle bezeichnet wird. Dazu hatte der damals 27-Jährige noch bestätigt, dass dorthin gebrachte Bewohner die Tür des Zimmers nicht von innen öffnen konnten. Die Türklinke habe auf einem Stuhl außen neben der Tür gelegen.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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