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Graffiti-Aktion am Bahnhof Geisweid
Ausgang hui, Unterführung pfui

Links die neuen Graffitis, rechts die verdreckte Personenunterführung am Geisweider Bahnhof.
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  • Links die neuen Graffitis, rechts die verdreckte Personenunterführung am Geisweider Bahnhof.
  • Foto: Kay-Helge Hercher
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Die Deutsche Bahn und das Verkehrsministerium wollen die NRW-Bahnhöfe attraktiver gestalten, geben für Graffitis über eine Millionen Euro aus. Auch der Bahnhof in Geisweid kommt in den Genuss der Maßnahme. Allerdings nur auf wenigen Metern. Warum die unmittelbar daneben liegende Personenunterführung heruntergekommen und verdreckt bleibt:

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Die Deutsche Bahn und das Verkehrsministerium wollen die NRW-Bahnhöfe attraktiver gestalten, geben für Graffitis über eine Millionen Euro aus. Auch der Bahnhof in Geisweid kommt in den Genuss der Maßnahme. Allerdings nur auf wenigen Metern. Warum die unmittelbar daneben liegende Personenunterführung heruntergekommen und verdreckt bleibt:

juka Geisweid. Mit großen Worten preist NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes die Maßnahme des Landes und der Deutschen Bahn an, insgesamt 25 Bahnhöfe mit moderner Graffiti-Kunst verschönern zu lassen. „Wir wollen mehr Menschen überzeugen, mit der Bahn zu fahren. Dazu müssen unsere Bahnhöfe gute Orte sein“, betont Brandes. 1,2 Millionen Euro hat man dafür in die Hand genommen.
Auch der Bahnhof in Geisweid kommt in den Genuss eines farbenfrohen Anstriches, allerdings nur äußerst begrenzt. Denn nur wenige Meter neben dem Aufgang zum Bahnsteig, der an den Wänden mit neuer Kunst aufwartet, zeichnet sich ein ganz anderes Bild. Die Personenunterführung wirkt heruntergekommen, verdreckt, trostlos. Ein „guter Ort“ ist dies allemal nicht.

"Die Fördermittel dürfen in der Personenunterführung nicht verwendet werden."
Sprecher der Deutschen Bahn NRW zur Besonderheit am Geisweider Bahnhof

Mittel dürfen nicht genutzt werden

„Die Maßnahme ist komplett abgeschlossen. Das mussten wir auch, bevor es so richtig kalt wird“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn gegenüber der SZ. Eine Ausweitung der Graffiti-Aktion ist in Geisweid also nicht mehr geplant. Dies hat allerdings ganz andere Gründe. „Das Projekt wird vom Land gefördert, die Fördermittel sind konkret gebunden und dürfen nur für die Bahnhöfe eingesetzt werden“, so der Sprecher. Und die Personenunterführung gehört eben nicht dazu, sie gehört der DB Netz AG. „Daher dürfen die Fördermittel in der Personenunterführung nicht verwendet werden.“ Zudem hätte die hohe Feuchtigkeit in der Unterführung die Arbeiten ohnehin extrem erschwert.

Verdreckt und heruntergekommen. Die Personenunterführung in Geisweid.
  • Verdreckt und heruntergekommen. Die Personenunterführung in Geisweid.
  • Foto: Kay-Helge Hercher
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"Kleine Maßnahmen haben große Wirkungen"

Dennoch ist man sich bei der Deutschen Bahn sicher, dass die Maßnahmen an den 25 Standorten einen positiven Effekt haben. „Kleine Maßnahmen haben große Wirkungen. In bunten, gut beleuchteten Unterführungen fühlen sich Reisende deutlich wohler“, betont Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der DB für das Land Nordrhein-Westfalen.

Schutz vor Vandalen

Mit attraktiven Bahnhöfen wolle man die Menschen von dem System Schiene überzeugen. „Damit setzen wir einen wichtigen Baustein für die Verkehrswende“, ist sich Lübberink sicher. Denn die Kunstwerke sollen auch einen Schutz vor Vandalen bieten, da erfahrungsgemäß Sprayer die Arbeit der Künstler respektierten und nicht beschmieren würden.

Farbenfroh: Der Ausgang zum Bahnsteig wurde in Geisweid neu gestaltet.
  • Farbenfroh: Der Ausgang zum Bahnsteig wurde in Geisweid neu gestaltet.
  • Foto: Kay-Helge Hercher
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Neun Künstlergruppen im Einsatz

Seit Juni 2021 waren dafür neun Künstlergruppen im Einsatz, bemalten insgesamt eine Fläche von 7200 Quadratmetern und sollten jedem Bahnhof seine eigene Handschrift verpassen. Dies ist auch in Geisweid gelungen. Wenn auch nur auf wenigen Metern. Daneben herrscht weiter der Dreck. Die Attraktivität des Bahnhofs fördert dies wohl nur äußerst bedingt, auch von einem von Brandes gewünschten „guten Ort“ kann man in der Personenunterführung in Geisweid wohl kaum sprechen.

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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