Ausstellung zu Abi-Treffen

Gunhild Söhn (l.) und Rita Müller, mit Wolfgang Suttner in der Mitte, präsentieren zwei Arbeiten der Ausstellung zum Thema Glück.  Foto: bö
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Siegen. „Weißt du noch, kennst du die oder den noch, kannst du dich erinnern?“ Fragen wie diese prägen, neben dem Blick in reifer gewordene Gesichter, ein Klassentreffen. Eher die Ausnahme ist es, dass sich ein Abiturientinnen-Jahrgang eine eigene Ausstellung gönnt. Aber wenn sich der Termin der Erlangung des Reifezeugnisses zum 40. Mal jährt, dann darf es auch schon mal ein Ausflug nach Arkadien sein. An den Traum vom irdischen Paradies hat vor 40 Jahren, als die Abiturprüfungen am Lyzeum in der Siegener St.-Johann-Straße gemacht wurden, wohl keine der jungen Frauen gedacht. Die Zeiten waren gerade dabei, sich zu ändern, wie Bob Dylan zur Gitarre sang. Die Mädels wagten den Aufbruch, dachten nicht automatisch an Heim und Herd, sondern verfolgten eigene Ziele.

Gunhild Söhn zum Beispiel, die heute in Essen lebt, hat sich zur renommierten Künstlerin entwickelt. Vor fünf Jahren zeigte sie beim Abi-Treffen in der Siegener Galerie Kaiser – Magdalena Kaiser gehört ebenfalls zu den Abiturientinnen – ihre Arkadien-Bilder.

Und eine Idee wurde geboren: 16 Mitschülerinnen schickten je ein Foto an Gunhild Söhn, das sie in einem ihrer glücklichsten Momente zeigen soll. Die Künstlerin hat diese Fotos dann in Bilder umgesetzt, die Malerei mit korrespondierenden Texten versehen und somit 16 neue Stiftungen für die Sammlung Gunhild Söhn zum Thema Glück. Die arkadischen Moment im Leben der Stifterinnen werden so Teil des ironisierenden Spiels von Söhn mit dem Sammlungsbegriff und anderen Verästelungen des Kunstmarkts.

Eröffnet wird die Ausstellung „Machen Nudeln glücklich?“ am 25. April, 11 Uhr, mit den Neuerwerbungen und ausgewählten Arbeiten aus dem Sammlungsbestand im Haus Oranienstraße. Veranstalter ist der Kunstverein Siegen. Am 15 Mai von 15 bis 17 Uhr sind übrigens alle „Glücks“-Stifterinnen im Ausstellungsforum anwesend.

Viel gelacht wurden gestern schon, als Gunhild Söhn und ihre Mitschülerin Rita Müller, Lehrerin an der Grundschule Neunkirchen, sich gemeinsam mit Kunstvereins-Vorsitzendem Albrecht Thomas, Kunstvereins-Geschäftsführer Franz-Josef Weber und Kreiskulturreferent Wolfgang Suttner – das Kultur-Büro unterstützt die Ausstellung – im Lÿz, dem ehemaligen Lyzeum, an alte Zeiten erinnerten. An Zeiten, als Jungs und Mädchen noch getrennten Unterricht genossen, die Mädels vor Frau Doktor einen und vor Frau Dr. Dr. sogar zwei Knickse machen mussten.Klar, dass auch der 24. Oktober 1969 angesprochen wurde, als am Lyzeum gestreikt und für Schülerrechte demonstriert wurde. Auch wenn sie eher eine Mitläuferin gewesen sei und es wohl sozialromantisch verkläre, so Gunhild Söhn, habe sie in diesen Momenten doch erkannt, dass man etwas verändern könne. Rita Müller erinnerte an die Schlagzeile der „Bild“: „Die wilden Mädchen aus Siegen!“ Einen nachhaltigen Eindruck auf die beiden Frauen hat übrigens ihr Kunstlehrer Theo Meier-Lippe hinterlassen. Und auch das erste Happening in der Siegerländer Kunstgeschichte im Siegener Hotel Monopol, unter anderem mit Walter Helsper, haben sie nicht vergessen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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