Autofreier Herrengarten?

Der Herrengarten soll für den Verkehr gesperrt werden. Foto: kalle

mir - Die neuen Ufer an der Sieg werden sich weiter verändern, in ein paar Jahren ist der aktuell noch bebaute Herrengarten Geschichte, die Stadt Siegen hat dazu bereits viele Millionen an Geld ausgegeben und die Immobilie erworben. Am Dienstag ging es im Verkehrsausschuss und dem Bezirksausschuss um die Gretchenfrage, was mit dem noch üppigen Fahrzeugverkehr in dem Quartier passiert. Zwei Varianten hatte die Stadtverwaltung vorgelegt (Verkehr auf der FJM-Straße an der Ecke Knappschaft kappen, außerdem Sperrung der Brüder-Busch-Straße), beide fanden einhellige Zustimmung. Ins städtische Prüfverfahren mitaufgenommen wird noch eine weitere Variante, die von der SPD vorgetragen wurde und im Verkehrsausschuss eine knappe Mehrheit fand: Auch die Hindenburgstraße sollte demnach für den Individualverkehr gesperrt werden.

Warum das alles? Die Stadt Siegen will einen planerischen Wettbewerb für den Herrengarten ausloben. Und dazu braucht es die Vorgabe, dass diese Zone möglichst frei von Autos sein sollte. Radfahren wird dagegen weiterhin erlaubt sein. Andererseits, es besteht weiter Bedarf nach Parkmöglichkeiten. Zum Beispiel das Behindertenparken an der Knappschaft, das werde wohl weiter möglich bleiben, sagte Eckhard Weidt, der Leiter Stadtentwicklung im Rathaus. Das derzeit noch mögliche Parken vor dem Uni-Gebäude müsse allerdings infrage gestellt werden, die Anlieferung mehrerer Geschäftshäuser muss weiter gewährleistet werden.

Was ist mit der Hauptpost, wenn die Hindenburgstraße doch gesperrt werden sollte? Kevin-Lee Hörnberger (FDP): „Wie sollen die Leute ihre Pakete abholen, und wie kommen Reisende zum Bahnhof?“ Bernd-Dieter Ferger (CDU) äußerte den Wunsch, die Stadt möge doch bitte mit allen beteiligten Anliegern sprechen. Also auch mit den Geschäftsleuten und Gastronomen. Kommentar Weidt: „Jeder Kneipe das Parken vor der Tür zu ermöglichen, das wird nicht möglich sein.“ Ein unbedingtes Offenhalten der Hindenburgstraße für den ÖPNV mahnte Gerhard Bettermann (VWS) an: 1200 Busse fahren dort jeden Tag durch. „Das ist eine höchst sensible Zone für uns. Wir sind auf einen störungsfreien Verkehr in der Hindenburgstraße angewiesen.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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