Autokran umgestürzt

 Die Feuerwehr sicherte die Unglücksstelle und pumpte den Diesel ab. Foto: dach

dach - Ein Autokran ist am Mittwoch kurz vor Mittag in Oberdreisbach umgestürzt. Der Fahrer, Mitte 30, wurde dabei leicht verletzt und erlitt einen Schock. Er wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Der Kran war im Einsatz, um das Maschinenhaus bzw. den Rotor eines Windrads zu demontieren. Dabei fiel die Maschine der Fa. Dornseiff auf die Seite. „Aus bisher ungeklärter Ursache“, so Unternehmer Wolfgang Dornseiff auf Nachfrage der SZ. Denn: Der Untergrund sei tragfähig, der Kran 30 bis 40 Prozent überdimensioniert für die Last, die vom Auftraggeber mit ca. 10 Tonnen angegeben worden sei.

Auftraggeber ist in diesem Falle ein polnisches Unternehmen, das die 30 Meter hohe Windkraftanlage sowie ihre 40 Meter hohe „Nachbarin“ erst vergangene Woche von der Mann Naturenergie GmbH & Co. KG aus Langenbach gekauft hatte. Deren Chef Markus Mann hatte die Windräder 1993 aufstellen lassen. Im Rahmen des Baus der großen Anlage gleich nebenan wurden die alten Nordex-Windräder im vergangenen Sommer abgeschaltet. „Die sollten jetzt eigentlich ein zweites Leben bekommen“, so Mann. Das hat sich zumindest für das gestern abgestürzte Exemplar erledigt.

Dessen Turm bleibt im Übrigen stehen. Zum einen sind daran Mobilfunkantennen montiert, zum anderen gibt es hier Pläne für eine Aussichtsplattform. Das zweite verkaufte Windrad soll komplett mit Unterkonstruktion nach Polen gehen. „Dann muss ich nur noch das Fundament zurückbauen“, so Mann. Auch an der Unfallstelle wird ein Bagger anrücken – allerdings nicht, um Beton, sondern um Erdreich aufzunehmen. Laut Wehrleiter Matthias Theis sind durch den umgestürzten Kran rund 300 Liter Hydrauliköl ausgelaufen. Bleibt es trocken, werde es wohl genügen, rund einen Meter tief zu graben, schätzte Michael Greb von der Unteren Wasserbehörde.

Die Feuerwehr hatte außerdem Dieselkraftstoff umzupumpen und die Unfallstelle zu sichern. Dafür waren 42 Einsatzkräfte von den Löschzügen Weitefeld, Daaden, Elkenroth, Betzdorf, Herdorf, Friedewald und Niederdreisbach mit insgesamt zwölf Fahrzeugen vor Ort. Die Einsatzleitung hatte Florian Knautz von den Weitefelder Kameraden.

An einen ähnlichen Vorfall im Kreis Altenkirchen konnte sich Wehrleiter Theis nicht erinnern. Und Unternehmer Dornseiff fügte an, sowas komme normalerweise „nicht einmal in zehn Jahren vor“. Nachdem sich der Chef einen Überblick über die Situation verschafft hatte, gab er an, er wolle sich nun erst mal um seinen – glücklicherweise nur leicht verletzten – Fahrer kümmern. „Das“, befand auch Wehrleiter Theis, „klingt doch nach einem guten Plan.“

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