Autschbach/Illenberger live

 Ralf Illenberger (l.) und Peter Autschbach harmonierten in der Weißen Villa in Kreuztal so gut miteinander, als wären sie ihr Lebtag mit nichts anderem als dem gemeinsamen Musizieren beschäftigt gewesen. Foto: aww
  • Ralf Illenberger (l.) und Peter Autschbach harmonierten in der Weißen Villa in Kreuztal so gut miteinander, als wären sie ihr Lebtag mit nichts anderem als dem gemeinsamen Musizieren beschäftigt gewesen. Foto: aww
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aww - Beseeltes Spiel, beruhigende Wirkung: Der Siegener Gitarrist Peter Autschbach und sein in Sedona, Arizona, lebender, aus Stuttgart stammender Kollege Ralf Illenberger haben am Donnerstagabend in der ausverkauften Weißen Villa in Kreuztals Dreslers Park ihre aktuelle CD „One Mind“ (unlängst ausführlich in der SZ besprochen) live vorgestellt. Wie schon auf dem brandneuen, mittlerweile zweiten Album des Akustik-Duos, das fast zur Gänze präsentiert wurde, zeigten sich die beiden Saitenkünstler auch auf der Bühne als homogene, traumwandlerisch harmonierende Einheit. Seit 2010 sind sie auf zwölf und 18 Saiten unterwegs – beide spielen die Sechssaitige, Autschbach hat zudem noch eine Baritongitarre am Start und Illenberger eine Zwölfsaitige –, und es klingt, als hätten sie ihr Lebtag nichts anderes getan, als miteinander zu musizieren.

Großer, voluminöser Wohlfühlsound, freilich mit einem gerüttelt Maß an Effekten herausgeputzt, umspülte das Publikum, das bei den melancholischen Klängen der herrlichen Ballade „Nini“ oder dem sphärischen „Caveland Revisited“ (mit ganz starkem Autschbach-Solo!) richtig schön die Seele baumeln lassen konnte. Auch bei flotteren Nummern wie etwa dem wunderbaren „Frösche“ (was für ein Ohrwurm-B-Teil!) oder dem drängenden „Drachenflug“ stand immer eines ganz klar im Vordergrund: Melodie, vielfach schlicht, aber schlicht-schön. Wenn das nicht Musik für den Feierabend ist, was dann?

Autschbach und Illenberger spielten in jedem Moment stückdienlich, ausdrucksvoll und mit schönem Ton, schienen jedes fein rollende Picking zu genießen, jeden einzelnen Melodieton zu zelebrieren. Fingerartistik wurde mit ganz viel Gespür fürs rechte Maß eingesetzt. Hier stand nicht Virtuosentum im Vordergrund, sondern das musikalisch reife Statement zweier Gitarristen, die sich und den Leuten da draußen nichts mehr beweisen müssen. Fein abgeschmeckt wurde das „One-Mind“-Gitarren-Gourmet-Gericht mit zwei Stücken aus dem Autschbach-/Illenberger-Debüt „No Boundaries“ von 2012, darunter das perlende „Kristallschloss“, mit den Titeln „Break“ und „Veits Tanz“ des legendären Duos Kolbe/Illenberger, das Autschbach als Zuhörer schon vor 30 Jahren in der Weidenauer Bismarckhalle bestaunte, mit dem flott gepickten und mit Echos aufgemotzten Illenberger-Solo „Joy“ und mit der zwischen verträumter Melodik und Jazzlicks changierenden Solo-Ballade „Your Eyes“ von Autschbach. Bravo! Am Freitag war ein weiteres Konzert im Wissener Kulturwerk geplant.

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