Bad soll vorerst erhalten bleiben

 Das „Aus“ für das Löhrtor-Hallenbad scheint beschlossene Sache. Schwimmsport-Vereine und Stadtsportverband appellieren aber in einem offenen Brief an die Fraktionen, zunächst eine Alternative zu schaffen. Archivfoto: kalle
  • Das „Aus“ für das Löhrtor-Hallenbad scheint beschlossene Sache. Schwimmsport-Vereine und Stadtsportverband appellieren aber in einem offenen Brief an die Fraktionen, zunächst eine Alternative zu schaffen. Archivfoto: kalle
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sz - Siegens Schwimmsport-Vereine und der Stadtsportverband haben sich in einem offenen Brief an die Fraktionen im Rat gewandt. Ihr Appell: das Löhrtor-Hallenbad im Grundsatz erhalten bzw. es erst dann schließen, wenn eine der drei im Bäder-Gutachten vorgeschlagenen Alternativen am Standort Weidenau umgesetzt worden ist. Die Vereine gehen noch einen weiteren Schritt auf Stadtverwaltung und Politik zu und schlagen vor: „Um Betriebskosten zu sparen, sollte erwogen werden, das Hallenbad Löhrtor spätestens ab Sommer 2017 als reines Schul- und Vereinsbad weiterzubetreiben.“

Umgesetzt sein soll die Neuordnung – in welcher Form letztlich auch immer – bis 2020/21. Denn der Zahn der Zeit nagt doch arg am Löhrtor-Bad – genauer gesagt an der Statik. Jederzeit kann eine plötzliche Schließung nötig werden. Daher hatte die Beratungsfirma Altenburg vorgeschlagen, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen und das Bad in der Stadtmitte geplant und kontrolliert zum Schuljahr 2017/18 zu schließen.

Schwimmsport-Vereine und Stadtsportverband lehnen dieses Vorgehen in ihrem Brief vehement ab. Eine Schließung, so diese wirklich unausweichlich sein sollte, dürfe erst erfolgen, wenn die Alternative in Weidenau realisiert worden sei, lautet ihre Forderung. Die Begründung: Die Schwimmsport-Vereine hätten bereits im Frühjahr 2015 festgestellt, dass die Verlagerung der Vereins- und Schulstunden vom Löhrtor nach Weidenau nicht ohne gravierende nachteilige Folgen funktionieren könnten. Erstens reichten die Kapazitäten in Weidenau dafür nicht aus, zweitens habe das Hallenbad Weidenau kein Lehrschwimmbecken und drittens benötige der leistungsorientierte Schwimmsport ein Becken mit sechs Bahnen.

Weiter: Die Hallenbäder Weidenau und Eiserfeld hätten selbst einen erheblichen Sanierungsstau und seien jederzeit von einer vorübergehenden Schließung bedroht. So wie sich die Lage nach dem Gutachten darstelle, seien in allen städtischen Hallenbädern in den vergangenen Jahrzehnten dringend notwendige Investitionen zurückgestellt worden. Sollte daher plötzlich ein größerer Schaden eintreten, würde über Monate nur noch ein Hallenbad zur Verfügung stehen. Im schlimmsten Fall sogar gar keines mehr.

Die allermeisten Vereine und Schulen hätten dann, so das Schreiben, keinerlei Alternative mehr. Nicht zumutbar sei, dass sich Vereine, Schulen und nicht zuletzt die Öffentlichkeit für mindestens drei bis vier Jahre mit einem Provisorium abfinden müssten. Für mindestens drei Jahre stünde kein Lehrschwimmbecken zur Verfügung. Dem zum Opfer fallen würden eine qualifizierte Schwimmausbildung und eventuell sogar ganze Vereine.

In dem offenen Brief fordern die Vereine die politischen Entscheidungsträger auf, „die Schließung des Hallenbads Löhrtor noch einmal grundsätzlich zu überdenken.“ Sollte die Schließung aber unausweichlich sein, müsse zuvor zwingend eine Alternative realisiert werden. Um die Unterhaltungskosten zu reduzieren, solle das Bad in der Stadtmitte bis zur Schließung als reines Vereins- und Schulschwimmbad genutzt werden. „Wenn es schon keine Möglichkeit zu einer Kontaktaufnahme der Vereine mit der Firma Altenburg bei der Erstellung des Bäder-Gutachtens gab, sollten die Vereine wenigstens vor der politischen Entscheidung gehört werden“, schließt der Brief, der nach eigenen Angaben rund 3000 Mitglieder vertritt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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