Bald »VIP-Wanderung« im Stadion

Bauausschuss inspizierte Sportstätte:

Sponsoren müssen der Technik weichen / Zwei Bauanträge der »Sportfreunde«

geo Siegen. Die Umbaumaßnahmen im Siegener Leimbach-Stadion schreiten langsam aber sicher ihrem Ende entgegen, was den Bauausschuss der Stadt Siegen veranlasste, sich vor seiner gestrigen Sitzung vor Ort über den Stand der Dinge zu informieren. Doch für den Neuigkeitseffekt schlechthin sorgten weniger die schmucke Gegengerade, die - jetzt mit Innenraum-Umzäunung versehen - bereits genutzt wird, auch nicht die tollen Flutlichtmasten, die nach Auskunft Wolfgang Wageners von der Abteilung Straße und Verkehr der Stadt Siegen ab »Mitte September genutzt« werden können.

Vielmehr sorgt ein bislang eher wenig beachteter Teilaspekt der Modernisierungsmaßnahmen für beachtliche »Nebenwirkungen«. Denn der auf der Haupttribüne bislang genutzte VIP-Stehbereich nebst Sprecherkabine hat schon in wenigen Wochen ausgedient und weicht einem »Technik-Leitstand« als Einsatzzentrale für Polizei und Ordnungsdienst. Hier werden in »Metallbauweise« Kabinen für die Innenraum-Überwachung installiert, deren Aussehen sich in etwa an ähnlichen Kabinen im Kreuztaler Stadion Stählerwiese orientieren soll.

Vermietung über Erbpachtvertrag

Problem für die Siegener »Sportfreunde«: für die für den Verein eminent wichtigen Sponsoren ist kein Platz mehr da! Jedoch war diese Entwicklung dem Verein bekannt, und so liegen der Stadt Siegen bereits zwei fertige Bauanträge vor, die das »Innenleben« im Leimbach-Stadion beträchtlich verändern werden, gleichwohl in der heutigen Zeit unumgänglich sind. Die Stadt Siegen hat Wohlwollen signalisiert, zumal auf die Kommune keine Kosten zu kommen. Im Gegenteil: die Liegenschaften im Stadion sollen in Form eines Erbpachtvertrages für 99 Jahre an die »Sportfreunde« vermietet werden.

»Finanzierung steht zu 90 Prozent«

Blickt man nun von der Tribüne aus aufs Spielfeld, so soll in der rechten Tribünenhälfte eine Art VIP-Lounge entstehen. Vorgesehen sind drei versetzte Ebenen mit kaum einsehbaren Flächen. Hier sollen ein ansprechendes Ambiente und Bewirtung nach dem Gusto der Sponsoren entstehen. Rolf Steinemann, 1. Vorsitzender der »Sportfreunde«, bestätigte diese Planungen, die zu allererst in Angriff genommen werden sollen, möglichst noch in der Hinrunde. Eine Entscheidung von Vereinsseite soll noch diese Woche fallen. Berechnungen und entsprechende Vorgespräche mit Interessenten haben ergeben, dass über langjährige Vermietung an Interessenten die Kosten, die irgendwo zwischen 50000 und 100000 e liegen dürften, refinanziert werden. Steinemann: »Die Finanzierung steht auf dieser Schiene zu 90 Prozent.«

Doch VIP's wollen nicht nur Fußball sehen, sie möchten auch vor und nach dem Spiel einen abgerundeten »Event« erleben. Der momentan unter der Haupttribüne genutzte Raum hat sich als viel zu klein erwiesen. Favorisiert wird daher nun ein Neubau, der sich hinter der Haupttribüne direkt an das Toilettengebäude in Richtung Kunstrasenplatz erstrecken könnte. Während die VIP-Lounge auf der Haupttribüne für etwa 80 Personen Platz schaffen können, soll diese Räumlichkeit für rund 120 Personen geeignet sein. Die Hecke zur Leimbach-Straße bliebe im übrigen erhalten. Auch hier müssen die Sponsoren in die Tasche greifen. In den anderen Regionalliga-Stadien in Deutschland werden Tages-VIP-Karten im Bereich zwischen 30 und 60 e angeboten. Dazu noch einmal Steinemann: »Wir würden uns da eher im untersten Bereich bewegen. Aber wir müssen jetzt kurzfristig die Machbarkeit ausloten, denn wir wollen möglichst in der Rückrunde auch dieses Bauvorhaben in Angriff nehmen. Sollte ein fest stehendes Gebäude nicht finanzierbar sein, würden wir uns für eine Bepflasterung und ein VIP-Zelt entscheiden, wie wir es auch schon in einigen Regionalliga-Stadien kennengelernt haben.

Marathontor maroder als gedacht

Und was hatte der Bauausschuss mit diesen Plänen zu tun? Eigentlich nichts. Auf jeden Fall aber ein breitgefächertes Aufatmen, als klar gestellt wurde, dass die »Sportfreunde« und nicht die Stadt für die »Penunzen« sorgen. Dem Bauausschuss bleibt nunmehr noch eine »Krücke« erhalten, denn eine einfache Sanierung des Marathontors hat sich als nicht durchführbar erwiesen. Nach fast fünf Jahrzehnten ist möglicher Weise aus Sicherheitsgründen eine Grundsanierung erforderlich. Hierzu sollen dem Ausschuss demnächst detaillierte Untersuchungsergebnisse vorgelegt werden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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