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Was passiert nach den Sommerferien?
Bald wieder richtig Schule?

Wie lange geht das Homeschooling noch weiter, wann wird wieder komplett auf den Präsenzunterricht umgestellt? In Sachen Schulunterricht sind noch viele Fragen offen.
  • Wie lange geht das Homeschooling noch weiter, wann wird wieder komplett auf den Präsenzunterricht umgestellt? In Sachen Schulunterricht sind noch viele Fragen offen.
  • Foto: (Pixabay) Jan Vašek
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

tile Siegen/Olpe/Betzdorf. Mal wieder ein Stichtag: Ab 26. Mai sollen in NRW alle Jahrgänge an den Schulen mit gymnasialer Oberstufe bis zu den Sommerferien im rollierenden System tageweise wieder Präsenzunterricht erhalten (in Rheinland-Pfalz beginnt die nächste Phase der Öffnung bereits einen Tag früher). Die Q1 (Jahrgangsstufe 11) und „EF“ (Einführungsphase, 10) drücken bereits wieder die Schulbank – unter strengen Coronabedingungen. Abstandsregeln und Hygienevorschriften gelten natürlich auch und gerade, wenn nun noch mehr Schülerinnen und Schüler in die Klassenräume strömen. Einrichtungen, die über verschiedene Gebäudeteile verfügen, haben hier meist einen infrastrukturellen Vorteil.

tile Siegen/Olpe/Betzdorf. Mal wieder ein Stichtag: Ab 26. Mai sollen in NRW alle Jahrgänge an den Schulen mit gymnasialer Oberstufe bis zu den Sommerferien im rollierenden System tageweise wieder Präsenzunterricht erhalten (in Rheinland-Pfalz beginnt die nächste Phase der Öffnung bereits einen Tag früher). Die Q1 (Jahrgangsstufe 11) und „EF“ (Einführungsphase, 10) drücken bereits wieder die Schulbank – unter strengen Coronabedingungen. Abstandsregeln und Hygienevorschriften gelten natürlich auch und gerade, wenn nun noch mehr Schülerinnen und Schüler in die Klassenräume strömen. Einrichtungen, die über verschiedene Gebäudeteile verfügen, haben hier meist einen infrastrukturellen Vorteil.

Kinder nur noch selten in der Schule

Im Weidenauer Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium etwa erlauben die Kapazitäten eine Entzerrung; bis zu 15 Kinder und Jugendliche können in einem Klassenzimmer unterrichtet werden. Auf die Nutzung der Aula wird bewusst verzichtet, sagt Schulleiter Rüdiger Käuser. Seit Christi Himmelfahrt wissen die Eltern, welche Jahrgänge ab Dienstag an welchem Wochentag Unterricht haben. Zunächst habe man „auf Sicht“ von Woche zu Woche geplant, vor Pfingsten soll aber die Unterrichtsverteilung bis zu den Sommerferien festgemacht werden. Vier- bis fünfmal wird jedes Kind noch mal zur Schule gehen. Der Schwerpunkt liegt auf Kernfächern – und dem sozialen Kontakt. EF und Q1 schreiben zudem noch Arbeiten und Klausuren.

Nicht alle wollen Regelunterricht

Was nach den Sommerferien passiert, das beschäftigt Schüler, Eltern, Lehrer und Schulleitungen kaum weniger als die Regelungen für die nächsten fünf Wochen. Im Schulministerium werde „fieberhaft“ u. a. an genau dieser Frage gearbeitet, weiß Rüdiger Käuser. Als Vorsitzender der westfälisch-lippischen Direktorenvereinigung vertritt er in Gesprächen mit Düsseldorf 300 gymnasiale Schulleiter. In der kommenden Woche finden sich Politik und Verbände wieder an einem Tisch zusammen.
Derzeit herrsche ein „Glaubensstreit“, beschreibt der Siegener Pädagoge den Status quo: Eine Vielzahl der Schulleiter fordere im Sinne eines vernünftigen Schulbetriebs „auf das ganze Jahr gesehen“ einen Regelunterricht, ggf. als Mischform von Präsenzunterricht an mehreren Tagen und Distanzunterricht zu Hause. Andere schreckten aus Sorge vor einer zweiten Corona-Welle davor noch zurück. Überhaupt seien die Infektionszahlen das Maß aller Dinge. Zudem sei die immens wichtige Frage zu klären, ob der Risikogruppe angehörende Lehrer wieder eingesetzt werden dürften; diese machten je nach Schule 20 bis 40 Prozent des Kollegiums aus, rechnet Rüdiger Käuser vor. Auf eine Regelung für den Sportunterricht hoffe man hingegen noch vor den Ferien.

"Risiko"-Lehrer werden vorerst eingeplant

Am FJM plant man derzeit zweigleisig für die Zeit ab dem 12. August (Ende der Sommerferien): Unterrichts- und Stundenpläne sowie die Blockung der Oberstufe werden „normal“ vorbereitet, auch die „Risiko“-Lehrer werden zunächst eingeplant. Parallel werden allerdings Szenarien mitüberlegt, die eine gewisse Flexibilität in der Gestaltung der Stundenpläne ermöglichen, erläutert Rüdiger Käuser.
Die bisherigen Maßnahmen seien von kurzfristigem Agieren geprägt gewesen, meint Clemens Binder, Schulleiter des Johannes-Althusius-Gymnasiums (JAG) in Bad Berleburg.

Fahrplan für Zukunft gewünscht

Nun wünsche er sich eine mittelfristige Planung und ein Projektmanagement für die zweite Jahreshälfte. Idealerweise in Form einer „Roadmap“ noch vor den Ferien: Wann wird über was entschieden? Der selbst erarbeitete Plan bis zur Sommerpause funktioniere, insbesondere das „virtuelle JAG“. Eine Dauerlösung sei dies aber nicht. Also wird jetzt ein Stundenplan mit Handreichungen als Basis für verschiedene Situationen erstellt. Ein Knackpunkt, ob so etwas wie ein Unterricht in üblicher Form machbar ist, sei die Abstandsregel von 1,50 m, sagt Clemens Binder. Wird daran festgehalten, haben viele Schulen ein Platzproblem.

Verlässliche Planung unmöglich

„Vorsichtig“ mit den Planungen über den 28. Juni hinaus ist man an der St.-Franziskus-Schule (Gymnasium und Realschule) in Olpe. Zu viele Fragen seien noch offen, man denke im Konjunktiv, erklärt Barbara Hummert-Hüwelmeier die Zurückhaltung. Allein die Personalsituation: Eine verlässliche Planung mit schwangeren und pflegenden Kollegen sowie Angehörigen der Risikogruppe ist nicht möglich – darunter falle etwa ein Drittel des Kollegiums. Die Kollegen der letztgenannten Gruppe wollten übrigens zum größten Teil unbedingt wieder persönlich mit den Kindern arbeiten, meint die stellv. Schulleiterin. Abseits des Regelunterrichts gebe es ebenfalls noch „Baustellen“: Ohne die Vorgaben aus Düsseldorf sei es fast müßig, sich über einen möglichen AG-Plan Gedanken zu machen.

Online- oder Präsenzunterricht

Belastbare Fakten, wie es im Schuljahr 2020/21 weitergeht, liegen auch in Rheinland-Pfalz noch nicht vor. Ziel der Landesregierung sei es, Schule komplett stattfinden zu lassen, sagt Joachim Langhauser, stellv. Schulleiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Betzdorf-Kirchen. Mainz habe aber durchblicken lassen, dass dies möglicherweise nicht ab Tag eins durchführbar und abhängig von der Corona-Gesamtentwicklung sei. Wird es weiter Online-Unterricht geben? Welche Schülerinnen und Schüler kommen wann zum Präsenzunterricht? Alles noch unklar.

Auf alles vorbereitet

Die Schule selbst hat ihre Hausaufgaben gemacht. Die komplette Unterrichtsverteilung für den Normalbetrieb liegt fertig in der Schublade. Je nach Regelungen werde „situativ reagiert“, so Joachim Langhauser. „Wir sind auf alle Situationen eingestellt.“ Am Montag wird nun erst einmal die Hälfte der Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 für vier Tage erwartet, in der Folgewoche die andere Hälfte (A- und B-Woche). Zum 8. Juni der Wechsel: Dann kommen die Klassen 7 bis 9.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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