Barrieren überwinden

pebe Siegen. Ohne lange Diskussionen, dafür aber begleitet vom Beifall einiger Zuhörer, brachte der Sozialausschuss der Stadt Siegen in seiner jüngsten Sitzung die Einrichtung eines Behindertenbeirats auf den Weg. Aufgabe des Beirats soll es sein, eine gewählte und selbstständige Interessenvertretung von Bürgerinnen und Bürgern mit Behinderung in der Stadt Siegen zu sein und bei der Überwindung von Ausgrenzung und Diskriminierung Behinderter zu beraten und mitzuwirken (die SZ berichtete).

„Diskriminierung heißt nicht unbedingt bewusste Unterdrückung“, betonte Rainer Damerius, einer der beiden Behindertenbeauftragten der Stadt, der dem Ausschuss das Konstrukt des Beirats noch einmal vorstellte. Diskriminierung entstehe schon dort, wo sich z. B. der Bau öffentlicher Gebäude allein an den Bedürfnissen der nicht behinderten Mehrheit orientiere und damit für Behinderte Barrieren schaffe. Es sei, so meinte er, allgemeine Erkenntnis in der Behindertenarbeit, dass „man nicht behindert ist, sondern behindert wird“. Der Beirat könne da bewusst eingreifen und dazu beitragen, solche Missstände zu beseitigen. Die Mitglieder des zukünftigen Gremiums sollen von der Arbeitsgemeinschaft Begegnung als zwar lockerem, aber seit 13 Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigten Forum benannt werden. „Sie werden den Sachverstand der Betroffenen in die Politik einbringen“, so Damerius.

Manfred Daub, Bereichsleiter Wohnen und ambulante Pflege bei der AWo, legte in seiner Wortmeldung den Finger noch einmal auf das Thema Integration. „Wir sprechen nicht mehr von Integration“, sagte er, „sondern von Inklusion.“ Das bedeute die „volle Teilhabe“ am Leben im eigenen Umfeld. Um dies zu erreichen, sei noch viel Arbeit nötig, auch seien „in den Köpfen noch Barrieren niederzureißen“.

Der Ausschuss empfahl dem Rat der Stadt für die Sitzung am 3. Juni einstimmig die Einrichtung des Behindertenbeirats auf Grundlage der vorgelegten Richtlinie. Zudem soll die Arbeitsgemeinschaft Begegnung als offizielles Gremium der Behindertenarbeit eingerichtet werden. „Bringen wir dieses interessante und gute Projekt auf den Weg“, meinte der Ausschussvorsitzende Peter Eberlein nach der Abstimmung zufrieden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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