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Weihnachtsdeko selbst gemacht
Basteln gegen den Corona-Blues

Aufrüsten geht einfach, zeigt Floristin Anna Tews: Zu einem trendigen Gesteck im modernen Boohoo-Look passen ein klassischer Seidenkieferzweig und Hagebutten.
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  • Aufrüsten geht einfach, zeigt Floristin Anna Tews: Zu einem trendigen Gesteck im modernen Boohoo-Look passen ein klassischer Seidenkieferzweig und Hagebutten.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sabe Siegen. So viel war in diesem Jahr "weniger", da darf es in Sachen Weihnachtsdeko ruhig ein bisschen mehr sein. Die Menschen rüsten mit Heißklebepistole und Batelgarn gegen den Corona-Grinch auf. Es wird dekoriert, was der Zweig hält. Der Trend geht zum Zweitbaum und zum "selbst gemacht". Kunst trifft auf Kirsch, Modern-Mutiges auf Altbewährtes. Kein Weihnachtsmarkt? Dann also die Behaglichkeit in die eigenen vier Wände holen! "Die Leute wollen sich beschäftigen, das merken wir hier extrem, sagt etwa Christina Klappert vom Kreativ-Fachmarkt in Seelbach. "Und wie geht das besser als mit Basteln und Dekorieren?

sabe Siegen. So viel war in diesem Jahr "weniger", da darf es in Sachen Weihnachtsdeko ruhig ein bisschen mehr sein. Die Menschen rüsten mit Heißklebepistole und Batelgarn gegen den Corona-Grinch auf. Es wird dekoriert, was der Zweig hält. Der Trend geht zum Zweitbaum und zum "selbst gemacht". Kunst trifft auf Kirsch, Modern-Mutiges auf Altbewährtes. Kein Weihnachtsmarkt? Dann also die Behaglichkeit in die eigenen vier Wände holen! "Die Leute wollen sich beschäftigen, das merken wir hier extrem, sagt etwa Christina Klappert vom Kreativ-Fachmarkt in Seelbach. "Und wie geht das besser als mit Basteln und Dekorieren?" Wie das besonders schick gelingt und welche Trends die Vorweihnachtszeit bringt, verraten drei Expertinnen im SZ-Gespräch: hübsch gesteckt, kreativ überlegt und selbst gemacht gegen den Corona-Blues!

Winterlandschaft im Einmachglas

„Die Leute holen sich Projekte ran“, sagt Christina Klappert vom Kreativ-Fachmarkt „Kunst und Kreatives“ in Siegen-Seelbach, während ein Bastelkleber hier und ein naturfarbener Holzbaum dort über die Theke geht. „Es wird mehr gekauft, um mehr selber zu machen“, teilt die Geschäftsführerin ihre Beobachtungen. „Ich habe gedacht, nach dem ersten Advent wird es ruhiger, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Das ist schon deutlich mehr in diesem Jahr.“ Strohsterne, Krippenfiguren, weihnachtlicher Fensterschmuck – „was man sonst vielleicht am Weihnachtsmarkt gekauft hat, macht man während der Corona-Zeit eben selbst.“
Heiß begehrt im Bastelgeschäft: Kerzen oder Seifen zum Selbstgestalten. „Das sind auch tolle, persönliche Weihnachtsgeschenke, die ohne viel Aufwand funktionieren. Gerade kann man ja eben nicht einfach zum Imkerstand gehen, um eine tolle Bienenwachskerze zu kaufen.“ Ansonsten seien Fensterschmuck und Holzfiguren zum Bemalen hoch im Bastel-Business. Auch Einmachgläser gehörten zu den Kundenlieblingen. Ein wenig Schneespray hier, ein paar nette Formen dort – und plötzlich funktioniert die Winterlandschaft im Einmachglas als originelles Teelicht, das in Null-Komma-Nichts selbstgemachte Behaglichkeit in die eigenen vier Wände einziehen lässt. „So ein Einmachglas haben ja viele auch im Keller stehen“, gibt die 61-Jährige als Nachhaltigkeitstipp mit auf den Weg. Und: „Selbstgebastelt hat die Deko nochmal einen ganz anderen Wert und es ist ja gerade jetzt ein willkommener Zeitvertreib. Vor allem auch für Kinder.“

Märchentypen einladen

Eigentlich ist sie „nicht so der Basteltyp“ und hat dazu eine ausgesprochene Abneigung gegen Nussknacker. „Die sind mir normalerweise zu kitschig, zu rot“. Miriam Lobato Gonzales ist Einrichtungsexpertin und Influencerin, beschreibt ihren Stil selbst als „Clean-Schick“ (reduzierter Wohnstil) und versorgt täglich durstige Kreativhungrige aus dem Netz mit ihren Designideen. Mit bunter Weihnachtsdeko hat die 38-Jährige bisher nicht sehr viel am Hut. „Das meiste davon trifft nicht meinen Geschmack.“
In ihrem offenen Wohnzimmer verbinden sich schwarze Elemente mit weißen und Naturfarben. Kein Platz also für bunten Kitsch und wuchernde Dekoelemente – und trotzdem: jetzt hat es ein fast zwei Meter großer Märchentyp ins Haus geschafft. Allerdings: Der übergroße Nussknacker im vormals typisch weihnachtlichen Look mit rotem Anzug musste Farbe lassen. Anstelle der traditionellen Uniform verpasste die Siegenerin dem Zwei-Meter-Mann ein schlichtes schwarzes Outfit – und zwar von Kopf bis Fuß. „Ich habe mit klassischer Sprühfarbe gearbeitet. Fast fünf Dosen habe ich gebraucht“, verrät die erklärte Kitschverschmäherin. „Danach gings mit der Sprühflasche durchs ganze Haus. Ich war dann richtig im Deko-Fieber und habe viele Elemente einfach umgesprüht.“ So passe jetzt alles zum minimalistischen Stil „und bringt ohne Bling Bling Weihnachten ins Haus.“ Bei ihren Zuschauern auf Instagram schlägt die märchenhaft-moderne Dekoidee ein wie eine Bombe. „Die Leute sind ausgerastet. Alle wollten in die Metro fahren, um das dann Zuhause selbst nachzumachen.“ Die Riesenkerle seien somit gänzlich schnell vergriffen gewesen. Aber – Tipp vom Profi – für den „Wow-Effekt“ müsse es nicht immer der Zwei-Meter-Mann aus dem Einkaufszentrum sein – der zurückgenommene Dekotrend funktioniere „mit allem möglichen Weihnachtskram. Es braucht nur eine Sprühdose.“

Sommer im Adventskranz

„Ein bisschen Sommer im Winter“, schlägt Floristin Anna Tews für einen frischen Weihnachtsdeko-Look vor. Seidenkiefer, Nobilistanne, Hagebutte, Zimt und Tannenzapfen – „so klassische Elemente ruhig mit Frühlings- oder Sommerblumen mischen“, motiviert Tews zum Experimentieren. Dabei sei es egal, ob man den Jahreszeiten-Mix für Kränze, Sträuße oder Flower-Loops (Dekoelemente aus Draht mit Blumen) nutze – „das sieht immer hübsch und besonders aus.“
Sehr gefragt seien dabei in diesem Jahr Trockenblumen zwischen dem Tannengrün oder auch als Hingucker bei Geschenkverpackungen – „die können dann auch immer wiederverwendet werden.“ Genau dieser Nachhaltigkeitsgedanke spiele dabei für viele Kunden eine große Rolle. Aus einem Tannenstrauß mit Trockenblumen könne so beispielsweise im Frühjahr das winterliche Element entfernt werden – „und man hat ohne viel Aufwand etwas ganz Neues.“
Dafür könne man sich natürlich Ideen aus dem Internet holen – „für mich funktioniert aber die Natur als größte Inspirationsquelle.“
Tipp der Expertin also: Für nächstes Jahr unbedingt den selbstgepflückten Wiesenstrauß trocknen, um ihn dann mit Zimt- und Hagebutte neben den Weihnachtsplätzchen zu dekorieren.
Bis die Sache Früchte trägt, darf es aber auch ruhig eine klassisch-traditionelle Amaryllis sein, auch die Ilex (roter Beerenzweig) verlöre zwischen Modeerscheinungen wie Eucalyptus oder Pampasgras nicht ihre Prominenz.

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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