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Erstmaliger Nachweis
Bauern und Jäger bereiten sich auf Schweinepest vor

Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland erreicht, die Region ist aber gut darauf vorbereitet.
  • Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland erreicht, die Region ist aber gut darauf vorbereitet.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

lm Volkholz/Kreuztal/Berlin. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Die Tierseuche wurde bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen bestätigt, wie Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilte. „Der Verdacht hat sich leider bestätigt“, sagte sie. „Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich.“ Vom Verzehr von möglicherweise kontaminiertem Fleisch gehe keine Gefahr für den Menschen aus. Für Schweine sei die Seuche fast immer tödlich.
Schweinepest in Siegen-Wittgenstein wäre katastrophal
Das bereitet den Bauern natürlich große Sorgen.

lm Volkholz/Kreuztal/Berlin. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Die Tierseuche wurde bei einem toten Wildschwein in Brandenburg nahe der Grenze zu Polen bestätigt, wie Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilte. „Der Verdacht hat sich leider bestätigt“, sagte sie. „Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich.“ Vom Verzehr von möglicherweise kontaminiertem Fleisch gehe keine Gefahr für den Menschen aus. Für Schweine sei die Seuche fast immer tödlich.

Schweinepest in Siegen-Wittgenstein wäre katastrophal

Das bereitet den Bauern natürlich große Sorgen. „Auch bei uns im Kreis Siegen-Wittgenstein ist die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest groß“, sagt Andre Schneider vom Volkholzer Hofladen. Er erklärt, „Ein Ausbruch der Seuche in unserem Kreis wäre nicht nur wirtschaftlich gesehen katastrophal. Die Tiere müssten alle notgeschlachtet werden, das wäre eine Schande“. Er ist deshalb froh, dass er neben Schwein auch noch Rind, Geflügel und Lamm anbietet. „So haben wir, falls der Ernstfall eintritt, trotzdem noch ein großes Produktangebot und eine finanzielle Absicherung.“
Zurück in den Osten: Der Kadaver des ersten ASP-Wildschweins war wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt im Landkreis Spree-Neiße gefunden worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut, das als nationales Referenzlabor Verdachtsfälle abklärt, brachte den endgültigen Nachweis. Damit verliert Deutschland den Status als „seuchenfrei“. Nun können Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland drohen, zum Beispiel nach Asien. 

Vorsicht bei den Bewegungsjagden

Ein Übertreten der Tierseuche nach Deutschland wird seit längerem befürchtet. Seit mehreren Monaten kursiert die Afrikanische Schweinepest in Polen. Im März wurde im Nachbarland ein daran gestorbenes Wildschwein nur etwas mehr als zehn Kilometer vor der Grenze zu Deutschland entdeckt.Brandenburg hatte in den Kreisen Oder-Spree und Spree-Neiße sowie in der Stadt Frankfurt (Oder) einen 120 Kilometer langen Elektroschutzzaun an der Grenze errichtet. Er soll Wildschweine aufhalten. Ein fester Schutzzaun im Kreis Spree-Neiße ist geplant. Auch am sächsischen Grenzverlauf wurde ein Zaun gebaut.
Michael Schattinger von der Forstbewirtschaftung Schattinger in Kreuztal beobachtet die Afrikanische Schweinepest schon seit zwei Jahren. „Die ist wahrscheinlich schneller da als jetzt vermutet“ so der Jäger. „Noch werden keine Schutzmaßnahmen vorgeschrieben, aber wir versuchen die Tiere nicht aufzuwühlen, um viel Bewegung und somit eine größere Ansteckungsgefahr, zu vermeiden.“ Das heißt unter anderem, dass die für den Herbst geplanten Bewegungsjagden, um die Population der Tiere in den Wäldern zu kontrollieren, ausfallen werden.
Auch Andre Schneider vom Volkholzer Hofladen trifft jetzt die ersten Vorkehrungen um seinen Betrieb sicher zu stellen und einem möglichen Ausbruch von ASP entgegen zu wirken: „Wir lassen ja sowieso keine Fremden in die Stallungen. Außerdem werden ab sofort Fahrzeuge und Menschen, die auf dem Hof arbeiten öfter und gründlicher desinfiziert.“
Wird die Schweinepest bei einem Wildschwein festgestellt, wird nach Angaben des Bundesministeriums ein „gefährdeter Bezirk“ festgelegt und eine Pufferzone eingerichtet. Hausschweine und Schweinefleisch dürfen dann aus diesen Gebieten – bis auf Ausnahmen – nicht herausgebracht werden.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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