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Rahmedetalbrücke an der A45
Baustopp wegen Haselmaus

Die unterhalb der Brücke eingesetzten Bagger mussten ihre Arbeit nach wenigen Stunden wieder einstellen.
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  • Die unterhalb der Brücke eingesetzten Bagger mussten ihre Arbeit nach wenigen Stunden wieder einstellen.
  • Foto: Cornelius Popovici
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tip Lüdenscheid. Die Bagger, die am Donnerstagmorgen unterhalb der gesperrten Rahmedetalbrücke in Lüdenscheid anrückten, mussten kurz darauf ihre Arbeit wieder einstellen. Nur wenige Kubikmeter Erde hatten sie in Vorbereitung des Neubaus der Autobahnbrücke bewegt, ehe die Autobahn GmbH eingriff. Der Grund: Die im dortigen Gelände vermutete Haselmaus schläft noch. Sie hält aktuell Winterschlaf und darf dabei nicht gestört werden. Gegen Mittag war von den dröhnenden Motoren schon wieder nichts mehr zu hören.

Vor allem der im Hangbereich eingesetzte Raupenbagger war im Rahmen der Baugrunduntersuchungen zu viel des gut gemeinten Arbeitseifers. "Die Fläche unter der Brücke ist Lebensraum der geschützten Haselmaus", teilt die Autobahn GmbH mit.

tip Lüdenscheid. Die Bagger, die am Donnerstagmorgen unterhalb der gesperrten Rahmedetalbrücke in Lüdenscheid anrückten, mussten kurz darauf ihre Arbeit wieder einstellen. Nur wenige Kubikmeter Erde hatten sie in Vorbereitung des Neubaus der Autobahnbrücke bewegt, ehe die Autobahn GmbH eingriff. Der Grund: Die im dortigen Gelände vermutete Haselmaus schläft noch. Sie hält aktuell Winterschlaf und darf dabei nicht gestört werden. Gegen Mittag war von den dröhnenden Motoren schon wieder nichts mehr zu hören.

Vor allem der im Hangbereich eingesetzte Raupenbagger war im Rahmen der Baugrunduntersuchungen zu viel des gut gemeinten Arbeitseifers. "Die Fläche unter der Brücke ist Lebensraum der geschützten Haselmaus", teilt die Autobahn GmbH mit. „Für den Bau der Talbrücke Rahmede gehen alle hoch motiviert ans Werk“, erklärt Dirk Stiepert, Leiter der Außenstelle Hagen. „Hier ist man aber tatsächlich zu schnell gewesen.“ Die Baggerarbeiten seien sofort gestoppt worden. Die Einrichtung der Baustelle an sich könne weitergehen.

Mit den umgehend informierten Naturschutzbehörden fand noch am Donnerstag ein Ortstermin statt. Im Rahmen der Kartierung war an einem Brückenwiderlager ein Nest einer Haselmaus gefunden worden. In weiteren Kobeln, die bei einer Kartierung aufgehängt werden, um den Bestand zu ermitteln, hatten sich aber keine Mäuse gefunden. "Wir gehen davon aus, dass auf der Fläche keine große Population existiert", sagt Landespfleger Simon Söhnchen. "Es ist aber es ein typischer Lebensraum für diese Tiere. Das wird bei den Planungen berücksichtigt."

Laut Autobahn GmbH würde der Baustopp wegen der Bubu machenden Haselmaus keine Verzögerungen im Gesamtprojekt verursachen. Man sei ohnehin von Baugrunduntersuchungen im Mai ausgegangen. Es gebe "ein ausreichend großes Zeitfenster". Die Tiere befinden sich bis Ende April bzw. Anfang Mai im Winterschlaf.

Und doch weckt das Vorgehen Ärger. Der Olper CDU-MdB Florian Müller hält den verhängten Stopp der Arbeiten für "unzumutbar". Der Politiker in einer Stellungnahme: "Er offenbart die immer größer werdende Schieflage zwischen der Abwägung von Interessen der Bevölkerung und einzelner vermeintlich existierender schützenswerter Tiere. Wir leisten uns eine Diskussion, die eine zunehmende Wohlstandsübersättigung vermittelt. Hierdurch gefährden wir nicht nur unsere wirtschaftliche Entwicklung, sondern machen uns als Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb zunehmend unattraktiv und lächerlich." Man müsse nun Rechtsgrundlagen anpassen, um einen "realitätsnahen Natur- und Artenschutz" zu ermöglichen.

Die unterhalb der Brücke eingesetzten Bagger mussten ihre Arbeit nach wenigen Stunden wieder einstellen.
Die Haselmaus - hier: gerade aufgewacht - hält bis Ende April Winterschlaf.
Autor:

Tim Plachner

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