Bautätigkeit in Wittgenstein steigt

 Vor allem kurzfristig ist die Bautätigkeit in Wittgenstein gestiegen. Und auch derzeit entstehen – so wie am Hachenberg in Erndtebrück – in Wittgenstein weitere neue Wohnungen. Foto: Timo Karl
  • Vor allem kurzfristig ist die Bautätigkeit in Wittgenstein gestiegen. Und auch derzeit entstehen – so wie am Hachenberg in Erndtebrück – in Wittgenstein weitere neue Wohnungen. Foto: Timo Karl
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tika - Der Bedarf steigt, die Bautätigkeit wächst – und dennoch liegt diese Tätigkeit weiterhin unter dem Bedarf. Im Jahr 2017 sind in Nordrhein-Westfalen insgesamt 48 300 Wohnungen gebaut worden – und damit noch einmal mehr als im Vorjahr (plus 2,4 Prozent). Dennoch reicht der Neubau nicht aus, um den hohen Bedarf an Wohnungen zu decken – vor allem in nachfragestarken Großstädten ist die Misere besonders deutlich spürbar. Dies geht aus den Wohnungsmarktprofilen der NRW.Bank hervor, die jetzt in einer aktualisierten Auflage erschienen und für sämtliche Kommunen im Bundesland verfügbar sind. Die Siegener Zeitung wirft einen Blick auf die Entwicklung in den drei Wittgensteiner Kommunen Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück.

In Bad Berleburg – der bevölkerungsreichsten Kommune im Altkreis Wittgenstein (Übersichtstabelle zu allen Daten siehe Extrakasten auf dieser Seite) – ist die Zahl der Wohnungen mit 9179 naturgemäß im Vergleich am größten. Im Durchschnitt liegt die Nettokaltmiete pro Quadratmeter bei 5,38 Euro – Bad Berleburg ist damit für Mieter in Wittgenstein die teuerste aller Kommunen. Der Preis ist dabei um 7,6 Prozentpunkte (Zeitraum von 2015 bis 2017) beziehungsweise 7,4 Prozentpunkte (Zeitraum von 2008 bis 2017) gestiegen. Die Zahl der Baufertigstellungen liegt im Zeitraum von 2015 bis 2017 pro Jahr durchschnittlich bei etwa 18 Wohnungen im Neubau in Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern – im Vergleichszeitraum von 2008 bis 2017 liegt sie kumuliert jährlich bei rund 15 Wohnungen. Will heißen: Die Bautätigkeit ist gerade in der jüngeren Vergangenheit in der Odebornstadt leicht gestiegen. So entstanden 2017 insgesamt 22 neue Wohnungen, ein Jahr zuvor waren es 20. Das Gros entfällt dabei jeweils auf Baufertigstellungen in Ein- und Zweifamilienhäusern.

Zwar ist die Bevölkerungszahl zwischen 2008 (etwa 20 000) und 2017 (19 497) vergleichsweise konstant, bemerkenswert ist die wachsende Bautätigkeit aber dennoch. Denn: Die NRW.Bank prognostiziert ein Absinken der Bevölkerung auf rund 16 000 Menschen im Jahr 2040 – als Grundlage für diese Berechnung dient die Gemeindemodellrechnung für kreisangehörige Gemeinden des Statistischen Landesamtes. Von einem Bevölkerungsrückgang gehen die Statistiker auch in Bad Laasphe aus. Stand 2017 lebten dort 13 639 Menschen, im Jahr 2040 sollen es noch rund 11 500 Personen sein. Zum Vergleich: 2008 lag die Zahl noch bei etwa 14 500 Menschen, die in der Lahnstadt sowie den Ortsteilen lebten. Analog dazu ist auch die durchschnittliche Anzahl der Baufertigstellungen in Bad Laasphe gesunken.

Für den Zeitraum von 2008 bis 2017 hat die NRW.Bank in ihrer Wohnungsmarktbeobachtung eine Fertigstellung von etwa acht Wohnungen pro Jahr in Ein- und Zweifamilienhäusern errechnet. Für den kurzfristigeren Zeitraum von 2015 bis 2017 waren es derer noch rund 5,5 Wohnungen jährlich. Jahresgenau und sehr kurzfristig ist die Tendenz aber wieder steigend. So wurden 2017 sieben Wohnungen fertiggestellt, 2016 waren es nur zwei. Der Preis für die mittlere Nettokaltmiete ist auf 5,20 Euro pro Quadratmeter und damit in den jeweiligen Zeiträumen um 5,9 (2008 bis 2017) beziehungsweise 4,0 Prozentpunkte (2015 bis 2017) gestiegen.

Besonders drastisch indes sind die mittleren Nettokaltmieten in Erndtebrück im Vergleichszeitraum von 2008 bis 2017 gestiegen – um 12,6 Prozentpunkte auf 5,07 Euro pro Quadratmeter. Im Zeitraum von 2015 bis 2017 war es immerhin eine Steigerung um 3,1 Prozentpunkte. Vor allem erstgenannter Wert ist ein Indikator dafür, dass die Nachfrage nach Wohnraum in Erndtebrück in diesem Zeitraum besonders gestiegen ist, obgleich die Edergemeinde weiterhin die vergleichsweise günstigste der drei Wittgensteiner Kommunen für Mieter ist. Da die Bundeswehr eine Kaserne auf dem Hachenberg betreibt, ist die durchaus hohe Nachfrage in der Kommune auch dadurch zu begründen, dass die dort stationierten Soldaten entsprechenden Wohnraum suchen.

Denn die Statistiker gehen in Erndtebrück ebenfalls grundsätzlich von einem Rückgang der Bevölkerungszahl von 7021 Menschen im Jahr 2017 auf etwa 6200 im Jahr 2040 aus – seit 2008 blieb die Bevölkerungszahl weitgehend konstant. Die Zahl der jährlichen Baufertigstellung lag im Zeitraum von 2008 bis 2017 bei etwa 5,5 Wohnungen im Jahr. Für den kurzfristigeren Zeitraum von 2015 bis 2017 beläuft sich dieser Wert auf 4,5 Fertigstellungen jährlich. Mit acht Fertigstellungen im Jahr 2017 entstanden in Erndtebrück allerdings noch einmal besonders viele Wohnungen – im Vergleich zu 2016 (4) waren es also doppelt so viele.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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