Landwirte sorgen sich
Bedenken wegen Wiederkehr des Wolfes

Auf dieses Foto, das der Schüler Tristan Hast im Jahr 2018 von einer Wölfin auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Daaden/Stegskopf machte, folgten DNA-Nachweise und die Ausweisung eines Wolfsterritoriums sowie einer Wolfspufferzone.
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  • Auf dieses Foto, das der Schüler Tristan Hast im Jahr 2018 von einer Wölfin auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Daaden/Stegskopf machte, folgten DNA-Nachweise und die Ausweisung eines Wolfsterritoriums sowie einer Wolfspufferzone.
  • Foto: Tristan Hast
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

dima Weidenau. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man beinahe meinen, dass das Thema Wolf rund um Siegen immer noch keines wäre. Nur rund 40 Interessierte folgten am Donnerstag um 18 Uhr der Einladung der Bezirksregierung Arnsberg in die Weidenauer Bismarckhalle. Mehrere Experten informierten über Details zur Förderung und zur praktischen Umsetzung von vorbeugenden Maßnahmen zum Herdenschutz in der „Pufferzone zum Wolfsterritorium Stegskopf“. Denn der Wolf sollte von Beginn an lernen, dass er nicht ohne Probleme über einen Zaun springen und dahinter leichte Beute machen kann.

Maßnahmen zum Herdenschutz

Wie die SZ bereits mehrfach berichtete, deuten die bisherigen Sichtungen einer Wölfin darauf hin, dass der Stegskopf ein Wolfsterritorium geworden ist. Man kann also davon ausgehen, dass sich dort ein Rudel entwickeln wird. Die Ausweisung einer Pufferzone um ein Wolfsgebiet beziehungsweise um das Vorkommen eines territorialen Wolfes sei insbesondere für die Nutztierhaltung von großer Bedeutung, so die Bezirksregierung. Das Land Nordrhein-Westfalen biete in derartigen Pufferzonen auf der Grundlage der „Förderrichtlinien Wolf“ eine Förderung von vorbeugenden Maßnahmen zum Herdenschutz, also Präventionsmaßnahmen, an.

Pufferzone ausgewiesen

Die Pufferzone, die das Umweltministerium NRW mit Wirkung vom 5. April 2019 ausgewiesen hat, umfasst laut Bezirksregierung eine Fläche von etwa 1270 Quadratkilometern mit den Städten Bad Laasphe, Freudenberg, Hilchenbach, Kreuztal, Netphen und Siegen, den Gemeinden Burbach, Erndtebrück, Neunkirchen und Wilnsdorf sowie der Gemeinde Wenden im Kreis Olpe.
Die Veranstaltung in der Bismarckhalle richtete sich an die Verwaltungen der betroffenen Kreise, Städte und Gemeinden sowie an die Halter von Schafen, Ziegen oder Damwild und an Naturschutz- und Umweltverbände. Dafür, dass nur vergleichsweise wenige Weidetierhalter erschienen waren, lieferte Berufsschäfer Armin Küthe die logische und kritisch gemeinte Erklärung. Natürlich seien viele Weidetierhalter zu dieser Uhrzeit noch mit der Versorgung ihrer Tiere beschäftigt. Beim nächsten Termin solle man doch darauf Rücksicht nehmen.

Herdenschutzhunde ab 100 Schafen sinnvoll

Zu Beginn informierten:
Dr. Matthias Kaiser vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) über Grundlangen zum Wolf in NRW: „In den sozialen Medien gibt es jede Woche angebliche Wolfsfotos. Mit solchen Daten können und wollen wir nicht arbeiten.“
Christian Stang vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW über die Förderrichtlinie Wolf: „Alle Tierhalter können von der Förderrichtlinie Wolf profitieren, insbesondere gilt das für die Hobbyhaltung.“
Moritz Specht von der Landwirtschaftskammer NRW zum korrekten Aufbau möglichst wolfssicherer Zäune sowie zur Haltung von Herdenschutzhunden: „Hedenschutzhunde sind sinnvoll ab 100 Schafen und immer nur zusätzlich zum Zaun. Die Halter müssen geschult sein. Sie bieten nachweislich einen guten Schutz vor Übergriffen. Probleme gibt es bei Publikumsverkehr.“
Edgar Schuh von der Bezirksregierung Arnsberg zur Bearbeitung der Förderanträge: „Bisher gingen 16 Anträge zur Förderung von Präventionsmaßnahmen an die Bezirksregierung Arnsberg. Erste Bescheide wurden bereits verschickt.“

Bedenken zur Wiederkehr

Grundsätzliche Bedenken zur Wiederkehr des Wolfes wurden anschließend von Gästen geäußert. Helmut Dresbach, Kreisvorsitzender der Kreisbauernschaft Oberbergischer Kreis, berichtete, dass die Weidetierhalter ein großes Problem mit der zusätzlichen Gefahr Wolf hätten. Diese Bedenken müssten ernstgenommen werden. Die Tierhalter seien in großer Sorge, vor allem Weidetierhalter mit Mutterkühen und Kälbern. Eine Sorge sei, dass die Tiere ausbrechen würden, obwohl der Zaun in Ordnung sei.

"Keine Almosenempfänger"

„Wir stehen heute schon mit dem Rücken zur Wand“, sagte Berufsschäfer Armin Küthe. Der Wolf bedeute für Schäfer einen Mehraufwand. Küthe zur finanziellen Förderung der Präventionsmaßnahmen: „Tun Sie nicht so, als ob wir Almosenempfänger wären.“ Dagmar Schlaberg von der Bezirksregierung Arnsberg, die die Veranstaltung moderierte, nahm dazu Stellung: „Wir brauchen extensive Weidetierhaltung. Der Naturschutz ist darauf angewiesen.“ Insekten seien auf blütenreiches Grünland, das durch die extensive Tierhaltung entstehe, angewiesen. Und Schafhalter seien dabei ein wichtiger Baustein.
Details zu den Förderanträgen gibt es im Internet unter „www.bra.nrw.de“.

Auf dieses Foto, das der Schüler Tristan Hast im Jahr 2018 von einer Wölfin auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Daaden/Stegskopf machte, folgten DNA-Nachweise und die Ausweisung eines Wolfsterritoriums sowie einer Wolfspufferzone.
Nur rund 40 Interessierte lauschten den Infos in der Bismarckhalle.
Autor:

Dirk Manderbach (Redakteur) aus Siegen

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