Beifall für Goetheplatz-Konzept

 Es war ein intensiver Meinungsaustausch gestern Abend in der Aula des Bad Berleburger Johannes-Althusius-Gymnasiums. Insgesamt wollten rund 150 Bürger über die Zukunftspläne für den Goetheplatz informiert werden. Foto: Martin Völkel
  • Es war ein intensiver Meinungsaustausch gestern Abend in der Aula des Bad Berleburger Johannes-Althusius-Gymnasiums. Insgesamt wollten rund 150 Bürger über die Zukunftspläne für den Goetheplatz informiert werden. Foto: Martin Völkel
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vö - Sehr gut vorbereitet, ein fundiertes Konzept, klare Aussagen ohne Platz für Spekulationen: Die Bad Berleburger Stadtverwaltung legte am Montagabend bei der Informationsveranstaltung zur Neugestaltung des Goetheplatzes eine überzeugende Präsentation vor und dürfte damit sicherlich für eine klare Richtungsentscheidung gesorgt haben. Es geht nämlich jetzt nicht mehr um das „Ob“ der Maßnahme, sondern vornehmlich um das „Wie“. Im Klartext: Unter den rund 150 Bürgern, die der Einladung in die Aula des Johannes-Althusius-Gymnasiums gefolgt waren, erhob sich keine Stimme, die sich absolut gegen die Neugestaltung des für die Oberstadt so zentralen Platzes stark machte.

Zumindest öffentlich war das nicht der Fall. Denn: Alle Besucher hatten nach der Veranstaltung noch die Gelegenheit, einen kurzen Fragebogen auszufüllen. Zum einen wurde dort die eigene Position abgefragt, zum anderen ging es auch um eine mögliche aktive Beteiligung in der Weiterentwicklung des Projektes: „Es ist bewusst gewünscht, dass sich Bürger dort einbringen. Je mehr das der Fall ist, desto mehr Mitspracherecht gibt es“, sagte Beigeordneter Volker Sonneborn.

Was die Verwaltung gestern Abend in die Öffentlichkeit brachte, war erfrischend offen, mit einem roten Faden versehen und durchaus selbstkritisch. Keine Frage – das Rathaus steht für eine Neugestaltung, eine Vitalisierung des Areals. Volker Sonneborn: „Am Ende des Weges wird es ein Kompromiss sein, das ist uns allen klar.“ Zu Beginn hatte Steffi Treude, im Rathaus zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, deutlich gemacht, dass die Verwaltung zum einen informieren, zum anderen aber auch Missverständnisse ausräumen wolle, die in der Vergangenheit aufgelaufen seien. Und auch sie gab ein deutliches Statement ab: Natürlich halte man sich zum Mitternachtsfest oder zur Weihnachts-Zeitreise auf dem Goetheplatz auf. „Aber jeder sollte sich kritisch die Frage stellen, wie oft er sonst noch da ist. Die allermeisten kommen, um zu parken und Essen zu gehen – dafür allein ist der Platz viel zu schade.“ Es gehe darum, den Platz jünger und attraktiver zu machen.

Bürgermeister Bernd Fuhrmann erläuterte, dass der Goetheplatz eingebettet sei in eine Gesamtentwicklung der Kernstadt, die man bis 2030 vorantreiben wolle. Dazu gehörten unter anderem eine verbesserte Verbindung von Ober- und Unterstadt, eine Optimierung der Parksituation in der Stadt sowie die Schaffung eines Fuß- und Radweges entlang der Odeborn. Dem Goetheplatz komme in allen Überlegungen, so der Rathaus-Chef, eine zentrale Bedeutung zu: „Wir meinen, dass dies eine einmalige Chance ist, um den Platz fit zu machen für die Zukunft – für die Kinder, die in dieser Stadt leben.“

Volker Sonneborn ging sogar noch einen Schritt weiter: Nach vielen Gesprächen, die in den vergangenen Wochen mit Nutzern, Gastronomen und Interessierten geführt worden seien, „glauben wir, dass wir auf einem sehr guten Weg sind“. Ganz klar: Es gehe nicht um eine Bereinigung des Goetheplatzes, sondern um eine Vitalisierung. Drei wesentliche Punkte waren Gegenstand seines Vortrages: KAG-Gebühren für die Anlieger würden definitiv nicht fällig, die Parkplatzsituation werde sich verbessern und für die Standsicherheit der Bäume werde die Kommune keine Verantwortung mehr übernehmen. Selbstkritisch merkte der Beigeordnete an, dass man die alten Pläne, die aus den Werkstattgesprächen resultierten, auf der städtischen Internetseite belassen habe: „Das hat zu Missverständnissen geführt.“ Volker Sonneborn machte deutlich, dass es aus Sicht der Verwaltung zwei Szenarien gebe: Entweder eine von der Verwaltung favorisierte Vitalisierung mit Fördermitteln von 943 000 Euro (Gesamtinvestition: 1,347 Mill. Euro) durch das Land NRW – ohne KAG-Beiträge der Anlieger – oder kleine Erhaltungsmaßnahmen: „Dann würden wir die Fördermittel zurückgeben, das wäre unproblematisch.“ Der Beigeordnete stellte die Planungen detailliert vor (siehe Extrakasten auf dieser Seite) und wies darauf hin, dass der Bauausschuss am Dienstag, 27. November (18 Uhr), darüber berate, während die letzte Entscheidung beim Stadtrat liege, der am Montag, 3. Dezember (17 Uhr), tage. Ina Schauer vom Planungsbüro Pesch & Partner nannte weitere Details und unterstrich, dass sich alle Beteiligten sehr darum bemühten, Menschen mit Seh- und Mobilitätseinschränkungen einen möglichst barrierefreien Zugang zum Goetheplatz zu ermöglichen. Die Planerin stellte außerdem Naturpflaster für den Fahrbahnbereich, kreative Sitzgelegenheiten mit Holzoberfläche, eine innovative Beleuchtung, Wasserspiele und „ruhige Bewegungsspiele“ für alle Generationen in Aussicht.

Baudezernent Christoph Koch verriet, dass die Verwaltung in engem Kontakt zum Arbeitskreis historische Stadtkerne stehe: „Es gibt in Arnsberg, Lippstadt und Soest gute Beispiele, wie Altstädte wirken können.“ Der Verwaltung sei ein durchgängiges Materialkonzept wichtig, dass dem historischen Kontext gerecht werde. Und: „Wir möchten, dass sich Einheimische und Touristen gleichermaßen wohl fühlen. Wir wollen ein Projekt, das die Stadt voran bringt.“.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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