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tile Siegen/Bad Berleburg. Hanna und Noah – oder doch Emilia und Noah? Oder sind es am Ende wieder Emma und Ben? Wer nach den beliebtesten Vornamen 2019 sucht, stößt im Internet auf verschiedene Hitlisten. Anders als in anderen Ländern, gibt es „in Deutschland keine offizielle Statistik über die Vergabe von Vornamen“, erklärt der bekannte Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld auf seiner Internetseite. Die Zusammenstellung der voneinander abweichenden „Bestenlisten“ liegt in den unterschiedlichen Ansätzen begründet (siehe unten). So verteidigen Emma und Ben bei Bielefeld ihre Spitzenpositionen aus den Jahren 2014, 2017 und 2018, während die Gesellschaft für deutsche Sprache diesmal Hanna/Hannah und Noah auf Platz 1 sieht. 2018 waren es Marie und Paul.

tile Siegen/Bad Berleburg. Hanna und Noah – oder doch Emilia und Noah? Oder sind es am Ende wieder Emma und Ben? Wer nach den beliebtesten Vornamen 2019 sucht, stößt im Internet auf verschiedene Hitlisten. Anders als in anderen Ländern, gibt es „in Deutschland keine offizielle Statistik über die Vergabe von Vornamen“, erklärt der bekannte Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld auf seiner Internetseite. Die Zusammenstellung der voneinander abweichenden „Bestenlisten“ liegt in den unterschiedlichen Ansätzen begründet (siehe unten). So verteidigen Emma und Ben bei Bielefeld ihre Spitzenpositionen aus den Jahren 2014, 2017 und 2018, während die Gesellschaft für deutsche Sprache diesmal Hanna/Hannah und Noah auf Platz 1 sieht. 2018 waren es Marie und Paul. Doch auch wenn die Platzierungen unter den ersten Zehn nicht identisch sind, gibt es viele Übereinstimmungen in den beiden Statistiken: Bei den Jungennamen sind tatsächlich alle Namen diesselben, nur in unterschiedlicher Reihenfolge; bei den Mädchen sind es neun Gleichheiten – lediglich Klara/Clara (GfdS) und Lea (Bielefeld) machen den Unterschied. Somit dürfte klar sein, dass bundesweit demnächst ganze Heerscharen von Mias, Ellas, Sophias, Finns, Henris und Leons in den Kitas rumtoben werden und in den Schuljahren 2025/26 und 2026/27 die Klassenbücher voller Linas, Milas, Elias’ und Felix’ sein werden.

Ida und Anton brechen den Trend

Und wie sieht es hierzulande aus? Springen Siegerländer und Wittgensteiner auf den Zug der Trendnamen auf? Die SZ fragte in den Standesämtern Siegen und Bad Berleburg nach. Die Zahl der Neugeborenen stieg 2019 in Siegen auf 2793 Kinder, 2018 waren es noch 2580. Unter den 1338 Mädchen finden sich unter der Top Fünf der am häufigsten vergebenen Namen 29 Mias wieder. Auch Lina und Mila (beide 25-mal) sowie Emma (23) spiegeln die Bundestendenz wider. Eine „Ausreißerin“ ist hier Ida (22), wobei dieser Name ähnlich wie Greta jüngst ebenfalls eine Renaissance erlebt.
Ben dominiert mit 31 Namensträgern deutlich das Siegener Ranking (1455 neugeborene Jungen) vor Paul (23), „Trendbrecher“ Anton (21, aber auch dieser Name war in den vergangenen Jahren schon stark im Kommen), Jonas (20) und Henri (17). Ein kurzes Aufflackern von Lokalkolorit gibt es in der Vorjahresstatistik bei der einmaligen Nennung eines Henners – sein eigentlich unvermeidliches Gegenstück, Frieder, taucht nicht auf. Aber vielleicht ist ja ein Brüderchen in Planung, wer weiß.

In Wittgenstein ein ähnliches Bild. Junge Eltern aus Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück scheinen sich von denselben Listen inspirieren zu lassen wie jene in Berlin, Hamburg, München und Köln. So gehören zu den Favoriten unter den 2019 im Standesamt Bad Berleburg 258 beurkundeten Kindern ebenfalls Mia, Emma, Lina und Leon. Immerhin: Bei den Mädchen schaffen es Isabella und Amelie unter die ersten Fünf. Bei den Jungen finden sich gar vier Nicht-Top-Ten-Namen auf den vorderen Plätzen. Allerdings können Hannes, Emil, Leo und Niklas derzeit auch nicht als Exoten bezeichnet werden. Davon gebe es in Wittgenstein ohnehin keine, heißt es aus dem Rathaus achselzuckend.
Nur so am Rande: Der vermutlich auf Jahrzehnte hinaus verpönte Name Corona fand sich 2019 nicht unter den Eintragungen in den beiden Altkreisen. In Siegen fehlt von dem „Krisenmädchen“ im elektronischen Register des Standesamtes – und das reicht bis 2009 zurück – sogar jegliche Spur. Das dürfte noch lange so bleiben. Eine zunehmende Häufung von Friedas, Lenis, Matteos und Oskars auf Spielplätzen, in Kitas und an Schulen dürfte hingegen zu verschmerzen sein. Denn trotz desselben Namens: Jedes Kind ist einzigartig und besonders. Abgesehen vielleicht, sofern man dem Klischee Glauben schenken will, die Kevins dieser Welt (nichts für ungut!)…

Knud Bielefeld

Knud Bielefeld hat es in den vergangenen Jahren zu einer gewissen Popularität gebracht. Womit, das verwundert angesichts seines eigenen Namens (die ungewöhnliche Schreibweise des Vornamens mit „d“ statt „t“ und die ostwestfälische Metropole, dessen Existenz von vielen augenzwinkernd geleugnet wird, als Pate für den Nachnamen) nicht: Der Hobby-Namensforscher gilt vielen als der Vornamen-Papst des Landes. Sein alljährliches Ranking der beliebtesten Vornamen des jeweiligen Vorjahres erfährt eine große mediale Aufmerksamkeit. Seine Jahres-Hitlisten reichen zurück bis in die 1890er-Jahre. Dabei nimmt Bielefeld für sich in Anspruch, dass seine Auswertung genauer sei als die der Gesellschaft für deutsche Sprache, u. a. weil die GfdS nur die jeweils häufigsten 20 Mädchen- und Jungennamen eines Jahrgangs von mehreren Hundert Standesämtern des Landes berücksichtige und dabei nicht zwischen Erst- und Zweitnamen unterscheide. Er hingegen sammle alle veröffentlichten Vornamen (Erst- und Zweitnamen getrennt gezählt) von rund 450 Geburtskliniken und Geburtshäusern sowie einiger Standesämter. 2019 nun hat die GfdS erstmals eine Erstnamenliste veröffentlicht – und kommt trotzdem zu einem anderen Ergebnis als der Hobby-Namensforscher. Die Top Tens der vergangenen 130 Jahre und mehr unter www.beliebte-vornamen.de.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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