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Kopfschütteln bei Betriebsversammlung
Benteler hat offenbar gar keine Hilfen beantragt

Gut 110 Mitarbeiter waren am Montag zur Benteler-Betriebsversammlung in die Weidenauer Bismarckhalle gekommen.
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  • Foto: juka
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

juka Weidenau. Die Ausführungen von Thomas Kutschaty, Vorsitzender der nordrhein-westfälischen SPD, sowie der beiden Betriebsratsvorsitzenden Edgar Barkow und Dirk Euteneuer sorgten am Montagmittag bei der Betriebsversammlung von Benteler in der Weidenauer Bismarckhalle für großes Unverständnis. Die Unternehmensführung habe weder bei der Landesregierung noch beim Bund Hilfe für das Werk in Weidenau angefordert, das man nun im Sommer 2022 schließen möchte, bekamen die Beschäftigten zu hören.
Unternehmen hat kein Geld angefordert„Das ist für uns auch nicht zu verstehen, dass man offenbar in Deutschland kein Geld angefragt hat“, kritisierte Barkow. Ob der Automobilzulieferer in Europa nach Unterstützung gefragt hat, wisse man derzeit noch nicht, entsprechende Anfrage liefen noch.

juka Weidenau. Die Ausführungen von Thomas Kutschaty, Vorsitzender der nordrhein-westfälischen SPD, sowie der beiden Betriebsratsvorsitzenden Edgar Barkow und Dirk Euteneuer sorgten am Montagmittag bei der Betriebsversammlung von Benteler in der Weidenauer Bismarckhalle für großes Unverständnis. Die Unternehmensführung habe weder bei der Landesregierung noch beim Bund Hilfe für das Werk in Weidenau angefordert, das man nun im Sommer 2022 schließen möchte, bekamen die Beschäftigten zu hören.

Unternehmen hat kein Geld angefordert

„Das ist für uns auch nicht zu verstehen, dass man offenbar in Deutschland kein Geld angefragt hat“, kritisierte Barkow. Ob der Automobilzulieferer in Europa nach Unterstützung gefragt hat, wisse man derzeit noch nicht, entsprechende Anfrage liefen noch.
Dass diese Nachrichten für Unmut in der Belegschaft, die nun seit Anfang Juli um ihre Jobs zittern muss, sorgten, konnte auch Barkows Stellvertreter gut nachvollziehen. Weshalb das Unternehmen kein Geld angefordert hat, wisse man noch nicht. „Das wird Thema für die nächsten Gesprächsrunden sein“, kündigte Euteneuer an. Am 8. September hatten die Gespräche des Unternehmens mit den Arbeitnehmervertretern begonnen, Ende des Monats soll es weitergehen. Zu den bisherigen Inhalten wurde noch nichts bekannt. Man werde zu „gegebenem Zeitpunkt“ über Neuigkeiten berichten, heißt es von Benteler.

Kündigung verhindern

Jedoch nicht nur die Unternehmensführung, sondern auch die NRW-Regierung in die Pflicht nahm SPD-Bundestagskandidatin Luiza Licina-Bode. „Die Landesregierung muss aber auch an das Unternehmen gehen, wenn sie so was hört. Es nicht zu tun, ist unverantwortlich.“
Auch müsse man in Zukunft das Kurzarbeitergeld an die Bedingung knüpfen, dass in der direkten Folge nicht die Kündigung steht. Denn genau das droht den 270 Beschäftigten in Weidenau nun: aus der langen Kurzarbeit direkt in die Arbeitslosigkeit zu rutschen.
Damit abfinden wollte sich am Montagmittag aber niemand. Vielmehr verbreiteten die Beteiligten Kampfeslust um die Arbeitsplätze. Auch im Landtag habe die Schließungsabsicht für tiefes Erstaunen gesorgt, berichtete Kutschaty, der den Beschäftigten volle Unterstützung und Solidarität zusicherte. „Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben“, rief der 53-Jährige auf. „Ich gebe das Werk nicht verloren, wir machen auch der Landesregierung noch mal Dampf“, versprach der Fraktionsvorsitzende und Oppositionsführer im Landtag.

Branche mit Zukunft

Kutschaty ist sich dabei sicher, dass die Branche in Deutschland eine Zukunft haben wird. „Wir möchten nicht nur auf Importe angewiesen sein, sondern das Know-how vor Ort nutzen“, stellte der Abgeordnete klar. Man habe bewiesen, wie gut man Autos bauen kann, und müsse seinen Wissensvorsprung behalten. Am liebsten auch am Benteler-Standort in Weidenau.

Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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