Beschäftigung bis 2011 gesichert

juli Geisweid. Die Mitarbeiter der Deutschen Edelstahlwerke (DEW) in Geisweid können guten Mutes in das Jahr 2010 gehen: Obwohl es momentan nicht für alle Beschäftigten der DEW Arbeit gibt, muss sich keiner der über 1000 Mitarbeiter Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen. Das versicherte der Betriebsratsvorsitzende des Geisweider Standorts, Roland Schmidt, gestern im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Alle Mitarbeiter blieben in diesem und im nächsten Jahr, auch die Auszubildenden und Befristeten.

„Keine Entlassungen“ – dieser Forderung der Gewerkschaft folgt die DEW-Konzernleitung. Die IG Metall NRW hat mit ihr über eine flexible Auslegung des Tarifvertrags verhandelt, berichtet Betriebsrat Schmidt. Damit die Edelstahlwerke weiterhin kreditwürdig blieben, müssten wieder Gewinne erwirtschaftet oder Kosten eingespart werden, heißt es seitens der IG Metall NRW – obwohl trotz des Absturzes bei den Auftragseingängen um 50 Prozent gegenüber 2008 Geld in der Kasse sei.

Der Arbeitsdirektor der DEW, Peter Schweda, sagte auf Nachfrage der Siegener Zeitung, mit der Vereinbarung ziele das Unternehmen auf die Absicherung eines geplanten Betriebsergebnisses 2009, das dringend erforderlich sei. Zudem werde 2010 ein schweres Jahr. Bis zum Aufschwung dauere es länger als erwartet. „Und ein zweites Jahr 2009 können wir uns nicht leisten.“

Die Belegschaften der Werke in Geisweid, Witten, Hagen und Krefeld brächten mit ihren Einbußen einen Obolus von 13,3 Mill. Euro, sagte Roland Schmidt. Der wird in der folgenden Form erbracht: Im nicht produktiven Bereich wird die Kurzarbeit 2010 fortgesetzt, denn dort gibt es laut Schmidt zum jetzigen Zeitpunkt an den vier Standorten für 100 Mitarbeiter keine Arbeit. Um das zu kompensieren, wird vier Tage weniger pro Monat gearbeitet, mit der entsprechend geringeren Entlohnung. Frühestens ab Oktober 2010 leisten alle Beschäftigten 40 unentgeltliche Arbeitsstunden. Und das Weihnachtsgeld soll 2010 teilweise gestundet, 2012 oder 2013 aber nachgezahlt werden.

Die Gewerkschaft hat auch Vorteile für die Belegschaften ausgehandelt: Die Beschäftigung ist bis 2011 gesichert. Die 120 Auszubildenden, die 2010 fertig werden, und die befristet beschäftigten Mitarbeiter, die 2009 ihre Lehre beendet haben, werden in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen; in Geisweid sind dies insgesamt 40. „Das ist für mich der wesentliche Punkt“, sagt Roland Schmidt. „Und wir behalten – anders als von der Geschäftsleitung vorgesehen – unsere Tariferhöhung 2010.“ Ab Januar gibt es also, wie im Frühjahr vereinbart, 2 Prozent mehr Lohn.Die Gesamtbelegschaft zeige sich solidarisch, sagt Schmidt. „Wir signalisieren: Wir wollen unsere Zukunft nicht gefährden. Denn sobald die Konjunktur wieder anzieht, brauchen wir wieder Leute.“ Die Belegschaft in Geisweid stehe fast komplett hinter dem Sondertarifvertrag. Schmidt: „Wir wollen auch ein Zeichen für die Region setzen, wenn nicht für die ganze Stahllandschaft.“Der Vertrag entfaltet seine Wirksamkeit nur, wenn sich das Geschäftsjahr 2010 so schlecht entwickelt, wie jetzt befürchtet. Stellt sich im Sommer heraus, dass die Geschäfte der DEW besser als erwartet laufen, soll neu entschieden werden, ob überhaupt Abstriche gemacht werden.Über die tarifliche Sondervereinbarung hinaus haben Betriebsrat und Geschäftsführung ausgehandelt, dass nach 1948 geborene Arbeitnehmer in Frührente gehen können, bei entsprechender Entschädigung. „25 tun das in Geisweid“, sagt Schmidt. „Sie machen Platz für junge Leute.“

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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