Besinnliche Feier im Lutherhaus

Blinden- und Sehbehindertenverein Siegen-Wittgenstein kam in Geisweid zusammen

Geisweid. Das Glatteis am Sonntag, es machte so manchen vorweihnachtlichen Feiern einen Strich durch die Rechnung. So auch der des Blinden- und Sehbehindertenvereins Siegen-Wittgenstein, der dazu erstmals in das ev. Lutherhaus in Geisweid im Beisein der dortigen beiden Pfarrer Burkhard Schäfer und Winfried Köhle eingeladen hatte. Viele der adventlich geschmückten Tische für rund 90 eingeladene Mitglieder blieben deshalb unbesetzt. Dem Blitzeis zum Trotz hatte es sich Siegens Bürgermeister Ulf Stötzel jedoch nicht nehmen lassen, ein Grußwort zu überbringen. Schließlich bietet der Blinden- und Sehbehindertenverein seit über sieben Jahrzehnten sehgeschädigten Menschen eine wichtige Hilfe bei der Bewältigung ihrer Lebenssituation.

Das Thema Straße und Verkehr ist ein Punkt, der gerade für jüngere Sehgeschädigte von Bedeutung ist, um beispielsweise innerhalb der Krönchenstadt selbstständig mobil sein zu können. In diesem Zusammenhang verwies Bürgermeister Stötzel auf ein Anliegen der städtischen Behindertenbeauftragten, zukünftig öffentliche Verkehrswege in der Stadt Siegen barrierefrei zu bauen und an Überwegen auf Leitlinien und Aufmerksamkeitsfelder zu achten. In Sachen Verkehrsführung am Schleifmühlchen versprach Stötzel, im Rahmen der dortigen endgültigen Verkehrsführung auch für blindengerechte Ampeln zu sorgen. Ferner wies er darauf hin, dass die, die die Blindenschrift beherrschen, ab sofort bei der Dienststelle im Rathaus Geisweid, wo die Parkausweise ausgegeben werden, die entsprechenden Richtlinien in Voll- oder Kurzschrift erhalten können. Weitere Wünsche in dieser Richtung sollten an die Behindertenbeauftragten weitergegeben werden. Ganze Broschüren wie den Stadtführer könne die Stadt Siegen natürlich nicht herausgeben, aber was machbar sei, wolle die Stadt gerne tun.

Fritz Schutz, der langjährige Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins, sagte gegenüber der SZ, dass der Verein dringend auf die Mitarbeit jüngerer sehgeschädigter Menschen angewiesen sei (einmal pro Monat trifft sich der Verein im Siegener Gasthof Meier). In heutiger Zeit erblinden die meisten Menschen laut Schutz erst im höheren Alter, beispielsweise infolge von Diabetes. Ihr Aktionsradius sei demzufolge extrem eingeschränkt. Diese Menschen bräuchten deshalb auch ganz andere Hilfestellungen als jüngere Blinde und Sehbehinderte seit Geburt, die beispielsweise zumeist problemlos mit den modernen elektronischen Gehhilfen zurecht kämen. Früher sei einer der häufigsten Gründe für Erblindung die Nicht-Behandlung des »Grünen Stars« gewesen, den die moderne Medizin mittlerweile gut im Griff habe.

Viel Verständnis wies Schutz für die Bestrebungen der Eltern der von Geburt an erblindeten oder sehbehinderten Kinder auf, diese möglichst in normalen Regelschulen unterrichten zu lassen. Im Bereich des heimischen Blinden- und Sehbehindertenvereins gibt es zur Zeit sechs schulpflichtige erblindete Kinder. Aus seiner Sicht als Selbstbetroffener ist die Unterbringung in einer normalen Regelschule aber nicht unbedingt die beste Lösung. Viele Eltern würden verkennen, wie oft solche Kinder von vielen Dingen des täglichen Schulbetriebs auf Pausenhöfen etc. aufgrund ihrer Erkrankung ausgeschlossen seien.

Was die heutigen Berufsmöglichkeiten für Sehgeschädigte angeht, steht nach wie vor der Beruf des Telefonisten auf Platz 1, es folgt der des Masseurs. Allerdings sei es über die Verbindung von Blindenschrift und PC inzwischen gelungen, viele jüngere Betroffene für Büro- und Verwaltungsarbeiten zu vermitteln. In diesem Zusammenhang verwies Schutz noch einmal auf die nach wie vor große Produktpalette der Siegerländer Blindenarbeit in der Siegener Werkstatt mit ihrem Nur-Direkt-Verkauf in der Burgstraße.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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