Bessere Perspektiven

Die Teilnehmer am Lehrgang „Haus der Berufsvorbereitung“ können optimistisch in die Zukunft blicken: Ihre Vermittlungsquote liegt bei immerhin 80 Prozent – und die der übrigen Hauptschüler bei gerade mal 30 bis 35.  Foto: Berufsbildungszentrum
  • Die Teilnehmer am Lehrgang „Haus der Berufsvorbereitung“ können optimistisch in die Zukunft blicken: Ihre Vermittlungsquote liegt bei immerhin 80 Prozent – und die der übrigen Hauptschüler bei gerade mal 30 bis 35. Foto: Berufsbildungszentrum
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wette Siegen.  Die vergangenen Monate haben Spuren hinterlassen. Sich auf dem Arbeitsmarkt zu präsentieren und dort einen dicken Fisch an Land zu ziehen, ist für Schulabgänger heute nicht mehr so einfach wie vielleicht noch in früheren Zeiten. Und doch: Engagement, Motivation und der Wille zur Leistungsbereitschaft werden auch noch in Zeiten der Wirtschaftskrise mit einer Ausbildungsstelle honoriert!

100 Haupt- und Förderschüler aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein nahmen jetzt erfolgreich am Lehrgang „Haus der Berufsvorbereitung“ vom Berufsbildungszentrum der IHK Siegen teil und bekamen dafür gestern ihre Lehrgangszertifikate überreicht. Dass das „Haus der Berufsvorbereitung“ kein „Haus der Illusionen“ ist, belegt folgendes Zahlenwerk: 128 Schüler aus 17 Haupt- und sechs Förderschulen begannen im Herbst vergangenen Jahres den Lehrgang; immerhin 100 von ihnen schlossen die Fortbildung, die parallel zur Schule in der Freizeit der Jugendlichen erfolgte, jetzt erfolgreich ab. „76 dieser 100 Jugendlichen verfügen bereits über eine betriebliche Ausbildungsstelle. Vier haben sich dazu entschieden, ihre schulische Laufbahn fortzusetzen. Bei 14 weiteren Teilnehmern dauern die Vermittlungsbemühungen an. Insgesamt sechs Teilnehmer sind definitv nicht vermittlungsfähig“, bilanzierte gestern Klaus Gräbener als Geschäftsführer des Berufsbildungszentrums.

Und: „Das ,Haus der Berufsvorbereitung’ wird damit in diesem Jahr eine Vermittlungsquote von knapp 80 Prozent erreichen.“ Eine Quote, die nicht nur Klaus Gräbener, sondern auch Landrat Paul Breuer und Dr. Bettina Wolf, Vorsitzende der Agentur für Arbeit, lobten. Kein Wunder, liegen doch die durchschnittlichen Übergangsquoten von Hauptschülern in einer beängstigenden Größenordnung von 30 bis 35 Prozent. Mit über 90 Prozent waren die Vermittlungsquoten in den Metall- und Bauberufen am höchsten – deutlich schlechter fielen sie in den Bereichen der Büroberufe, der Pflegeberufe, der Friseure und der Floristik aus. Erfreulich ist, dass zehn Förderschüler den Kurs durchhielten und vier von ihnen bereits vermittelt werden konnten. Klaus Gräbener: „Wir sind absolut zufrieden, und die Quote zeigt, dass Prävention besser ist als Reparatur.“ Allerdings, so Klaus Gräbener, habe die Krise auch nicht vor dem Lehrgang Halt gemacht. „Viele Betriebe zögerten mit Zusagen, manche stornierten nach gegebenen Zusagen kurzfristig wieder.“

Nichtsdestotrotz dankten gestern alle Beteiligten gerade auch den regionalen Betrieben und Stiftungen: „Ein Drittel der Gelder stammt nicht aus den öffentlichen Kassen, das ist ein einzigartiger Wert in ganz NRW“, lobte Paul Breuer die heimische Wirtschaft, die es laut Dr. Bettina Wolf verstanden habe, in die Jugend und somit in die eigene Zukunft zu investieren. Rund 320 000 Euro trug bislang die regionale Wirtschaft zum Masterprojekt bei, 700 000 Euro der Kreis Siegen-Wittgenstein, 370 000 Euro die Bundesagentur für Arbeit und weitere 270 000 Euro stellten bisher drei Stiftungen zur Verfügung.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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