Betreuungsangebote bewerkstelligen

pebe Siegen. Mit der Bedarfsplanung der Kindertagesbetreuung im Kreis Siegen-Wittenstein beschäftigte sich der Jugendhilfeausschuss des Kreises in seiner jüngsten Sitzung. Grund für das ausführliche Zahlenwerk, das die Kreisverwaltung vorlegte, sind u. a. Vorgaben des Kinderbildungsgesetzes NRW (KiBiz).

Danach haben z. B. alle Kinder von drei bis sechs Jahren einen Rechtsanspruch auf eine Betreuungsmöglichkeit in verschiedenen Stundenkontingenten, und der öffentliche Träger der Jugendhilfe, also der Kreis, muss den jährlichen Bedarf in der Kinderbetreuung ermitteln und festlegen. Zudem muss bis 2013 für 32 Prozent der Kinder unter drei Jahren stufenweise ein Betreuungsangebot geschaffen werden, davon in den Tageseinrichtungen 70, in der Tagespflege 30 Prozent, was wiederum Kosten für die notwendigen Um- oder Neugestaltungen und Ausstattungen mit sich bringt.

Zu den Zielen der Bedarfsplanung im Kreis gehört laut Vorlage, den Rechtsanspruch für die Drei-bis Sechsjährigen „sofort“ zu erfüllen, den Anspruch für die unter Dreijährigen bis zum Kindergartenjahr 2013/14. Wegen eines fehlenden Betreuungsangebots solle kein Erziehungsberechtigter eine Arbeit nicht aufnehmen können, die Angebote sollen in „zumutbarer Entfernung“ zum Wohnort liegen und das benötigte Stundenkontingent bieten. Der Elternbeitrag dürfe kein Hinderungsgrund für die Inanspruchnahme eines Betreuungsangebots sein. Der Verwaltung zufolge gab es zum Beginn des Kindergartenjahres 2009/10 im Kreisgebiet 4662 Kinder unter drei Jahre und 4599 Kinder von drei bis sechs Jahren. Für den 1. August dieses Jahres werden 4661 bzw. 4440 Kinder genannt, für 2011 4675/4352 und für 2012 4735/4164. Insgesamt seien zum 1. September vorigen Jahres 4784 Einrichtungsplätze für Drei- bis Sechsjährige gebucht worden.

Im Rahmen der „U-3-Betreung“ sollen Gruppen für deren Betreuung umgewandelt werden, Dadurch fielen rein rechnerisch Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren weg, aber die Angebotsvorgaben blieben erfüllt, sagte Silke Werner, beim Kreis zuständig für die Bedarfsplanung. Derzeit gebe es 749 Buchungen für unter Dreijährige, die Anmeldungen seien aber höher als das, was tatsächlich angefordert werde. Kreis-Sozialdezernent Helmut Kneppe wies darauf hin, das „tatsächliche Besuchsverhalten ab August“ werde sich anders darstellen als geplant, aber es sei „wichtig, dass wir die tatsächliche Befriedigung der Nachfragen bewerkstelligen“.

Müssten aber derzeit alle U-3-Kinder in Tageseinrichtungen aufgenommen werden, fuhr Werner auf Nachfrage von Horst Löwenberg (Grüne) fort, dann „wären wir schnell an den Grenzen“. Die Tageseinrichtungen nähmen auch schon Kinder auf, ohne die notwendigen Um- und Ausbauten bereits vorgenommen zu haben, außerdem könne der Bedarf auch über die Tagespflege abgedeckt werden. Eltern könnten dabei auch nicht immer die Tageseinrichtung nutzen, die ihnen am nächsten liege, aber ein Betreuungsangebot für alle angemeldeten Kinder werde gemacht.Um die Ausbauquote von 32 Prozent bei der Betreuung „U-3“ zu erreichen, müssten im Kreisgebiet zum Kindergartenjahr 2013/14 1515 entsprechende Plätze zur Verfügung stehen, hieß es seitens der Verwaltung weiter, davon 1061 in Kindertageseinrichtungen und 455 in der Kindertagespflege. Das Verhältnis erkläre sich aus den Elternwünschen und der Schwierigkeit, genügend „Tagespflegepersonen“ zu finden. Bislang seien für Ausbau und Einrichtung der „U-3“-Betreuung 43 Anträge eingegangen, das Antragsvolumen liege bei 2 712 236,76 Euro, 29 Bewilligungen seitens des Landesjugendamtes in einer Gesamthöhe von 735 353 Euro seien bislang erfolgt. Die Zahl der Kinder unter drei Jahren sei gegenüber den vorherigen Fortschreibungen des Bedarfsplans gestiegen und spiegele den auch bundesweit zu verzeichnenden Trend des Bedarfs für diese Altersstufe wider. Der Ausschuss beschloss bei einer Enthaltung die Bedarfe und Perspektiven, wie von der Verwaltung für die einzelnen Kommunen aufgelistet (Einzeldarstellungen folgen), und den Weiterausbau im U-3-Bereich. Auch sollen die Buchungszeiten an den Bedarfen der Familien und den tatsächlichen Anwesenheitszeiten orientiert werden.

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