Betriebe im Siegerland übernommen

 Um die Übernahme der Bäckereien Ehling und Stötzel in trockene Tücher zu packen, musste Wilhelm Müller seine Produktion am Hauptstandort Feudingen um rund 70 Quadratmeter erweitern. Foto: howe
  • Um die Übernahme der Bäckereien Ehling und Stötzel in trockene Tücher zu packen, musste Wilhelm Müller seine Produktion am Hauptstandort Feudingen um rund 70 Quadratmeter erweitern. Foto: howe
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howe - Alles Müller, oder was? Mit der gleichnamigen Werbung des Joghurt-Herstellers hat der Feudinger Bäckermeister Wilhelm Müller freilich nichts am Hut. Und wenn der Slogan auch zur aktuellen Entwicklung des Familienbetriebs im Oberen Lahntal passen mag, so wenig möchte ihn Wilhelm Müller wohl hören. „Ich weiß doch nie, was in einigen Jahren ist“, sagt der 54-Jährige bescheiden. Insofern würden sich für ihn „hochtrabende“ Aussagen zu seinem Unternehmen verbieten. „Der Kunde soll schauen, ob wir eine gute Qualität haben. Ich stelle mich aber nicht hin und sage, dass unsere Qualität super ist“, erklärt Wilhelm Müller. Beeindruckend ist auf jeden Fall die Entwicklung, die das bekannte Familienunternehmen genommen hat. Der Großvater war Bäckermeister, der Vater und jetzt der Sohn – alle mit Namen Wilhelm. 30 Mitarbeiter beschäftigt Wilhelm Müller in seinen Filialen in Feudingen, Bad Laasphe, Erndtebrück und Breidenstein. Seine Mitarbeiterzahl hat er von jetzt auf gleich um das Doppelte erhöht.

Nach der jüngsten Übernahme der Bäckereien Ehling und Stötzel im Siegerland kommen nochmal 25 bis 30 Mitarbeiter dazu. Außerdem bedient die Bäckerei Müller künftig drei weitere Filialen in Deuz, Netphen und Dreis-Tiefenbach.Wegen der Übernahmen der Qualitätsbetriebe von Martinus Ehling (Netphen) und Innungs-Ehrenobermeister Michael Stötzel (Deuz) erweitert Wilhelm Müller zurzeit die Produktion seines Stammhauses in Feudingen. Rund 60 bis 70 Quadratmeter Arbeits- und Produktionsfläche entstehen hier zusätzlich, inklusive Ofen und Froster. Einen Bus hat sich der Bäckermeister zu den beiden bestehenden dazu geleistet, um die Filialen im nördlichen Siegerland beliefern zu können. Die neuen Mitarbeiterinnen arbeitet Wilhelm Müller nun peu à peu ein – schon allein, um die Kasse und die Betriebsabläufe kennenzulernen. Wenn man den 54-jährigen Feudinger fragt, warum er expandiert, wo doch das Bäckerhandwerk mit zahlreichen Hindernissen zu kämpfen hat, weiß er eine deutliche Antwort: „Mein Hobby ist Backen, mein Beruf ist Backen.“ Er mache das mit Leidenschaft. Denn: Filialen schließen und Leute entlassen sei sicher nicht der Sinn, wenn man Bäcker mit Leidenschaft sei. Dass auf „Seppels“ Wilhelm jetzt einiges zukommt, darüber ist sich der 54-Jährige im Klaren. „Das ist eine Hausnummer.“ Ohne den Anbau hätte er das alles nicht machen können.

Überall wolle er nun die neuen Filialen im Siegerland „aufpeppeln“, sie streichen, renovieren oder sogar umbauen. Allein in Netphen soll eine Sitzecke mit Bestuhlung eingerichtet werden. Dazu kommen die Planungen und die neue Situation in der Logistik. „Drei Läden auf einen Schlag, das ist der Hammer für uns“, weiß Wilhelm Müller. Wichtig sei ihm, dass er die Qualität seiner Backwaren behalte. „Nicht größer werden und dann Ramsch“, sagt der Feudinger, „sondern das Vertrauen der Kunden mit ehrlicher Arbeit wahren“. Diese Sichtweite passt natürlich hervorragend zu den Betrieben Ehling und Stötzel. Martinus Ehling steht Wilhelm Müller künftig zur Seite. Er bringt sozusagen einen echten, ehrlichen Handwerksbetrieb mit Familientradition seit 1844 mit nach Feudingen. Genauso ist es beim künftigen Ruheständler Obermeister Michael Stötzel vom „Gehonfranzes Backhus“ in Deuz. Seit 1884 werden hier handwerklich hervorragende Backwaren angeboten. Drei in der Region einzigartige Familienbetriebe verschmelzen also zu einem. Wilhelm Müller fehlt es übrigens nicht an Ideen. Risiken scheut er schon gar nicht. Voriges Jahr hauchte der Bäckermeister dem einstigen Feudinger Café mit dem Charme der 70er Jahre wieder Leben ein. Er investierte und machte daraus einen modernen, freundlichen Treffpunkt. Der wird bislang sehr gut angenommen – von Einheimischen, Urlaubern, von Radlern, Bikern oder Wanderern.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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