Mittagspause in der Industrie
Betriebsrestaurants dürfen wieder öffnen

Kantinen dürfen nun wieder öffnen in NRW – wenn sie
entsprechende Hygienekonzepte haben.
  • Kantinen dürfen nun wieder öffnen in NRW – wenn sie
    entsprechende Hygienekonzepte haben.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

js ap Siegen/Bad Berleburg/Olpe. Grünes Licht für die Mittagspause in der Industrie: In Nordrhein-Westfalen dürfen Betriebskantinen nach einem Beschluss der Landesregierung unter Auflagen wieder öffnen. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. „Die bisherige Corona-Verordnung schrieb die komplette Schließung der Kantinen vor.“ Die Crux: In vielen Industriebetrieben sei der Verzehr von selbst mitgebrachten Speisen jedoch nur in diesen Räumen erlaubt. „Jetzt herrscht endlich Klarheit: Wenn Mindestabstände eingehalten werden und ein Hygienekonzept vorliegt, darf auch wieder in der Betriebskantine gegessen werden“, sagt Lars Wurche, Gewerkschaftssekretär der NGG-Region Südwestfalen.
Für die Neuregelung hatte sich die Gewerkschaft zusammen mit dem Arbeitgeberverband der Ernährungsindustrie Nordrhein-Westfalen bei Ministerpräsident Armin Laschet stark gemacht. Im Kreis Siegen-Wittgenstein könne ein Großteil der rund 1100 Beschäftigten profitieren, die in den und für die Kantinen tätig seien und nunmehr aus der Kurzarbeit kommen könnten.

Hygienekonzepte für Betriebskantinen

„Wer in stundenlanger Arbeit Kalorien verbrennt, muss auch irgendwann selbst welche aufnehmen. Schließlich sind es die Beschäftigten, die mit der Herstellung von Essen und Trinken dafür sorgen, dass die Supermarktregale in Pandemie-Zeiten voll bleiben“, betont Wurche.
Jetzt komme es in den Unternehmen darauf an, gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretungen schlüssige Hygienekonzepte für die Betriebskantinen zu erarbeiten. Die unverzichtbare Essenspause im Job dürfe unter keinen Umständen zum Infektionsherd werden, so die NGG weiter. „Ich hoffe, dass alle Betriebskantinen wieder aufmachen“, sagt Lars Wurche. „Die Möglichkeit ist jedenfalls jetzt da.“
Die Betriebsrestaurants der Region müssen nun erst einmal zusehen, ob und wann sie in welcher Form wieder an den Start gehen können. Die Kantine im Siegener Justizgebäude, die in normalen Zeiten Mitarbeitern, Prozessbeteiligten und auch Besuchern zur Verfügung steht, bleibt vorerst im Corona-Modus. Wie die Pressestelle des Landgerichts der SZ sagte, verköstigt die Kantine derzeit ausschließlich die Mitarbeiter. Diese dürfen die gekauften Speisen und Getränke aber auch weiterhin nicht vor Ort zu sich nehmen, sondern nur in ihren Büros.

Heimische Industrie geht Schritt für Schritt vor

Auch bei der SMS Group wird nun schon seit November nicht mehr richtig aufgetischt. Die Kantine am Stammsitz Dahlbruch bietet Essen zum Mitnehmen an – gespeist wird also auch hier nicht im eigentlichen Betriebsrestaurant, sondern am Arbeitsplatz, in der Werkstatt oder im Büro. Das Krisenteam des Unternehmens, das sich speziell um die Fragen und Sicherheitsaspekte der Corona-Pandemie kümmert, wird sich nun der neuen Sachlage annehmen und entscheiden, ob der Kantinenbetrieb demnächst wieder mehr zu bieten hat. Ein neues Hygienekonzept dafür zu entwickeln, ist laut Sprecher Thilo Sagermann nicht erforderlich. Ein solches habe es auch vor dem aktuellen Shutdown gegeben. Schon früh habe sich die international agierende Firmengruppe intensiv und durchgehend mit entsprechenden Maßnahmen beschäftigt.
Schritt für Schritt möchte auch die Firma Siegenia in Niederdielfen vorgehen. Auf Basis der Neuregelung soll zunächst ein neues Hygienekonzept entwickelt werden, bevor die Mitarbeiter informiert würden und die Kantine wieder eröffnet werden könne, heißt es auf Anfrage.
Und was sagt das Gesundheitsamt? Beim Kreis Siegen-Wittgenstein ist das Thema bislang noch nicht offiziell angekommen. Dort wartet man nun auf Informationen des Landes.

Autor:

Redaktion Siegen aus Siegen

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