Flyer im Impfzentrum sollen aufklären
Betrug mit dem Coronavirus

Ob der falsche Arzt, der falsche Angehörige oder der falsche Polizeibeamte – oft geht es den Tätern darum, ihre Opfer über den Anruf in emotionale Ausnahmesituationen zu treiben.
  • Ob der falsche Arzt, der falsche Angehörige oder der falsche Polizeibeamte – oft geht es den Tätern darum, ihre Opfer über den Anruf in emotionale Ausnahmesituationen zu treiben.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Sarah Benscheidt (Redakteurin)

sz/sabe Siegen/Olpe/Betzdorf. Trickbetrüger am Telefon sind variantenreich, eine Masche nach der anderen ziehen sie ab. Alle haben nur ein Ziel: Opfern möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Aktuell nutzen diese Täter dafür auch die Situation rund um die Corona-Pandemie aus, verunsicherte und verängstigte Menschen sind eine leichte Beute.

Betrüger nutzen Angst vor Coronavirus

Der Polizei sind dazu aktuell verschiedene Varianten des Enkeltricks bekannt, klärt Susanne Otto vom Kriminalkommissariat Prävention/Opferschutz der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein auf. Eine Abwandlung: Die Täter geben sich dabei am Telefon als vermeintlicher Arzt aus, um dem Opfer durchs Telefon zu berichten, dass ein naher Angehöriger mit schlechtem Gesundheitszustand ins Krankenhaus eingeliefert worden sei. Helfen soll dem Erkrankten in solchen Fällen nur ein kostspieliges, überlebenswichtiges Präparat bzw. der Impfstoff gegen Covid-19. Dieser müsste jedoch selbst finanziert werden. Manchmal passiere das auch in Kombination mit einer weinerlichen Stimme am Telefon, sagt die Expertin der Polizei, der Anrufer imitiert vorab einen Enkel oder einen Angehörigen: „Oma, Opa, helft mir.“

Der falsche Arzt und der falsche Angehörige

Ob der falsche Arzt, der falsche Angehörige oder der falsche Polizeibeamte – oft gehe es den Tätern darum, ihre Opfer in emotionale Ausnahmesituationen zu treiben, so Otto. Und dabei blieben die Betrüger erfinderisch. „Die variieren einfach, tauschen Muster aus.“ Kripochef Markus Sander aus Betzdorf erinnert sich an zwei Fälle, in denen angebliche Ärzte ihren Opfern plausibel machen wollten, sie bräuchten Geld für eine Corona-Behandlung. Hier kam es allerdings nicht zum Schadenseintritt. Der Betrug wurde früh genug entlarvt.

Präventivarbeit während der Pandemie

Diesen Ausgang wünscht sich Susanne Otto für jedes Opfer von Betrugsmaschen. „Schön wäre es, würden die alten Menschen einen bestimmten Automatismus entwickeln, wenn es zu solchen Anrufen kommt.“ Die Präventivarbeit sei während der Pandemie allerdings nach konventioneller Art und in seiner „kompletten Bandbreite“ nicht möglich, so Michael Meinerzhagen von der Fachdienststelle Prävention der Kreispolizeibehörde Olpe.
Das Landeskriminalamt NRW hat daher einen neuen Flyer mit präventiven Hinweisen auf die Betrugsmaschen entworfen, um zu sensibilisieren. Die Impfzentren der Kreise böten dabei einen optimalen Verbreitungsweg, so Otto und Meinerzhagen. „Es werden dort derzeit hauptsächlich Menschen geimpft, die älter als 80 Jahre sind. Das ist genau die Zielgruppe, die seit längerer Zeit im Visier der Betrüger ist.“ In Siegen wurden dafür 15.000 Exemplare gedruckt und bei jedem Aufklärungsgespräch mit den Unterlagen für die Impfung an die Senioren weitergegeben. Die Polizei Olpe legt im Impfzentrum in Attendorn Infobroschüren aus.

Noch keine genauen Zahlen

Ob die Fallzahlen in Sachen Enkeltrickbetrug – auch durch das Einwirken der Pandemie – gestiegen sind, dazu konnten die Pressestellen der Kreispolizeibehörden allerdings noch keine Angaben machen. Die Kriminalstatistiken sollten erst am Montag, 22. Februar, auf der landesweiten Pressekonferenz durch den Innenminister bekannt gegeben werden, allerdings sei die vorerst verschoben. Innenminister Herbert Reul ist am Coronavirus erkrankt, so Stefan Pusch, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein, und Michael Klein, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Olpe. Aber: „Wir hatten schon einige Schadensfälle. Deswegen ist die Präventivarbeit in Bezug auf den Enkeltrick auch ein Schwerpunkt in unserer Region“, sagt Pusch.

Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

6 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen