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Siegen steht bereit
Betten für Flüchtlinge aus Moria sind gemacht

In den Unterkünften – wie hier Im Wiesental in Geisweid – und weiteren Wohnungen im Stadtgebiet sind aktuell rund 160 Plätze frei, die für eine zusätzliche Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung stehen.
  • In den Unterkünften – wie hier Im Wiesental in Geisweid – und weiteren Wohnungen im Stadtgebiet sind aktuell rund 160 Plätze frei, die für eine zusätzliche Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung stehen.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

tile Siegen. Die Zusage steht, die Umsetzung bleibt unklar: Siegen ist nach wie vor bereit, zusätzlich Flüchtlinge von der griechischen Insel Lesbos anzunehmen. Jetzt könnte dieses Angebot wahrgenommen werden. Am Montag einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer darauf, 1500 weitere Migranten von den griechischen Inseln in Deutschland aufnehmen zu wollen. Anlass ist der Großbrand im Flüchtlingslager Moria. Viele bezweifeln hingegen, dass dieser Plan, den dort akut betroffenen Menschen überhaupt hilft. Die Krönchenstadt könnte jedenfalls sofort Menschen unterbringen, sagt Sozialdezernent André Schmidt. In den rund 70 städtischen Unterkünften sind aktuell 160 Plätze frei.

tile Siegen. Die Zusage steht, die Umsetzung bleibt unklar: Siegen ist nach wie vor bereit, zusätzlich Flüchtlinge von der griechischen Insel Lesbos anzunehmen. Jetzt könnte dieses Angebot wahrgenommen werden. Am Montag einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer darauf, 1500 weitere Migranten von den griechischen Inseln in Deutschland aufnehmen zu wollen. Anlass ist der Großbrand im Flüchtlingslager Moria. Viele bezweifeln hingegen, dass dieser Plan, den dort akut betroffenen Menschen überhaupt hilft. Die Krönchenstadt könnte jedenfalls sofort Menschen unterbringen, sagt Sozialdezernent André Schmidt. In den rund 70 städtischen Unterkünften sind aktuell 160 Plätze frei. Über das Bündnis „Sichere Häfen“, dem laut der Initiative „Seebrücke“ bundesweit 174 Städte angeschlossen sind, davon 44 in NRW, hat sich Siegen dazu bereit erklärt, über die verbindliche (und erfüllte) Quote hinaus zusätzliche 50 Flüchtlinge aufzunehmen. Egal in welcher Konstellation, d. h. auch Familien, die die Regierungsspitze jetzt priorisiert nach Deutschland holen will, könnten umgehend untergebracht werden. 

Jeder Kommune wird eine Familie zugewiesen 

Dass diese Kapazität schnell ausgeschöpft sein wird, damit rechnet André Schmidt allerdings nicht. Im Gegenteil: Die 1500 Personen müssten erst einmal ausgewählt und nach Deutschland gebracht werden. Allein das kann mehrere Wochen dauern, wie das jüngste Beispiel zeigt.Anfang Juli wurde beschlossen, 243 kranke Kinder und ihre Kernfamilien von Griechenland auf mehrere EU-Staaten zu verteilen. Insgesamt 1600 Personen, die Bundesrepublik muss 928 Menschen aufnehmen, wovon 500 NRW zugewiesen werden sollen – von diesen sind längst noch nicht alle in Deutschland angekommen, berichtet André Schmidt. Und: Jeder aufnahmebereiten „Sicherer Hafen“-Kommune wird lediglich eine Familie zugewiesen. Zuvor jedoch werden die Menschen bis zu sechs Monaten in einer zentralen Landeseinrichtung untergebracht. Eine entsprechende Information ist vergangene Woche im Rathaus eingegangen.

Solidarität der Krönchenstadt

Dass dieses Verfahren auch im Fall Moria angewendet wird, ist hingegen keinesfalls sicher. Klar, wenn die laut Vorschlag aufzunehmenden 1500 Kinder und Eltern direkt auf die Kommunen verteilt würden, müsse man sich kurzfristig mit deren Unterbringung befassen, sagt der Sozialdezernent und bleibt entspannt. Diese würde man vorrangig in den drei großen Unterkünften Im Wiesental in Geisweid, an der Siegener Tiergartenstraße und Am Dreesch in der Hengsbach unterbringen.Darüber hinaus stehen über das Stadtgebiet verteilt Wohnungen zur Verfügung. Und selbst wenn die von der Kommunalpolitik gesteckte Obergrenze von 50 Personen ausgereizt werden würde, werde man dies in Siegen kaum bemerken. „Das Stadtbild wird sich durch diese Flüchtlinge nicht verändern.“
Die Solidarität der Krönchenstadt mit den Menschen in Moria spiegelt auch die Position des Deutschen Städtetags wider, der mächtig Druck machte. Dessen Präsident Burkhard Jung forderte Berlin zu einer „mutigen Entscheidung“ auf: „Viele deutsche Städte stehen bereit, sofort Menschen aus Moria aufzunehmen. Es geht um eine akute Notlage. Deshalb dürfen wir nicht zögern“, sagte der gebürtige Gosenbacher und Oberbürgermeister der Stadt Leipzig.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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