Bettenstaedts Supertor reichte nicht

Siegens Traum vom Pokal-Coup dauerte 14 Minuten:

Zweitligist LR Ahlen setzte sich erst in der Verlängerung durch / Siegen 90 Minuten besser

geo Siegen. Super gespielt, den klassenhöheren Zweitligisten phasenweise beherrscht, ein Traumtor geschossen - und doch standen Siegens »Sportfreunde« nach 120 durchweg spannenden Pokal-Minuten am Ende wie schon im letzten Jahr mit leeren Händen da. Und dabei bekamen die rund 5000 Zuschauer im Vergleich zum knappen 0:1 vor einem Jahr gegen Rot-Weiß Oberhausen in diesem Spiel der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde sogar noch weit mehr geboten. Und als der überraschend genesene Til Bettenstaedt in der 71. Minute mit einem wahren Supertor »rot-weiß« gegen Zweitliga-»Schlusslicht« LR Ahlen in Führung brachte, rückte der Traum vom Erreichen der 2. Runde ein Riesenstück näher. Doch erst nach diesem durchaus verdienten Führungstor legte Ahlens Trainer Stefan Kuntz alle Karten auf den Tisch. Seine in der 2. Liga glücklose Mannschaft hatte er auf vier Positionen umgebaut, Ex-Bundesliga-Profi Ansgar Brinkmann wurde gar gänzlich aus dem Kader gestrichen. Nach dem 0:1 aber beorderte Kuntz zunächst die in Siegen ausgemusterten Musemestre Bamba und den Ex-Gladbacher Chiquinho aufs Feld, in der Verlängerung auch noch den hünenhaften Lamine Cissè.

Kuntz wird seine Gründe gehabt haben, mehr oder weniger strafweise auf seine Stars zu verzichten. Mit einer nominellen Spitze (Babacar N`Diaye) und drei offensiven Mittelfeldspielern dahinter begann er jedenfalls unerwartet vorsichtig. Erst als Bettenstaedts Volley-Schrägschuss aus 14 Metern schräg in den gegenüberliegenden Winkel den Ex-Europameister zum Handeln zwang, durften die Gescholtenen wieder mitspielen.

Naturgemäß standen die »Sportfreunde« nach der Führung unter größerem Druck, weil die Gäste nun endlich alles auf eine Karte setzten. Das war die Chance zum Kontern, und als Cem Islamoglu bei einem für ihn selbst überraschenden Vorstoß Lars Toborg frei spielte, hätte dieser alleine vor Torhüter Bernd Meier in der 83. Minute den Sack zumachen müssen, doch er schoss über das Tor. Es klingt abgedroschen: aber so etwas kann man in der Regionalliga noch durchgehen lassen, doch der Zweitligist strafte die vergebene Großchance sofort ab, als Daniel Felgenhauer in der 85. Minute den Ball mit dem Kopf nur streifte und dessen Richtung unhaltbar ins lange Eck veränderte.

Erst in der dadurch erzwungenen Verlängerung sah man einen individuellen Unterschied zwischen den Gäste-Akteuren und den Siegener Regionalliga-Spielern, die nun auf Halten bzw. Elfmeterschießen spielten, während Ahlen, befreit durch den späten Ausgleich, noch einen Zahn drauflegte. Zunächst konnte Cem Islamoglu noch auf der Linie gegen N`Diayes Schuss retten, wobei der Siegener den Ball an den eigenen Pfosten lenkte. Doch in der 99. Minute war gegen einen Hinterhaltsschuss des erst fünf Minuten zuvor eingewechselten Ex-Waldhofers Lamine Cissè kein Kraut gewachsen.

Doch auch den »Sportfreunden« bot sich fünf Minuten vor dem letzten Abpfiff noch eine dicke Möglichkeit, als Toborg per Kopf weiter lenkte und Patrick Helmes abzog, doch hier ging das Leder knapp vorbei.

Die Crux aus diesem Pokal-Spiel ist doppelt bitter, denn für das verdiente Lob können sich Spieler und Trainer nicht nur nichts kaufen. Die enorme körperliche Belastung bei teilweise strömendem Regen kann sich schon übermorgen im Regionalliga-Nachholspiel negativ auswirken. Und das wäre doppelt bitter, denn die in der Regionalliga - da spielfrei - nur auf Platz 12 rangierenden »Sportfreunde« müssen nach dem Heimspiel am Mittwoch gegen den VfR Aalen zweimal hintereinander auswärts antreten, da wäre ein Einbruch übermorgen im Abendspiel fast schon fatal.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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