Beulen-Autos werden gescannt

 Mit einem als Projekt der Uni Dortmund entwickelten Hagelscanner ermittelt Christian Moschyk von der Bochumer Firma Adomea derzeit Hagelschäden in Müsen. Fünf Minuten dauert das pro Fahrzeug – Sachverständige brauchen viermal so lang. Fotos: Jan Schäfer
  • Mit einem als Projekt der Uni Dortmund entwickelten Hagelscanner ermittelt Christian Moschyk von der Bochumer Firma Adomea derzeit Hagelschäden in Müsen. Fünf Minuten dauert das pro Fahrzeug – Sachverständige brauchen viermal so lang. Fotos: Jan Schäfer
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js - Kurz und heftig war das Unwetter, das am ersten Juli-Sonntag über die Region zog. Dunkle Wolken schmetterten Hagelkörner von beeindruckender Größe und Schlagkraft auf das Siegerland, besonders aber auf das südliche Sauerland. Tausende von Autos wurden dabei getroffen: Allein bei der Provinzial gingen in der Region rund 2800 Schadensmeldungen für Fahrzeuge ein.

Um die jeweiligen Schadenshöhen zu ermitteln, setzt die Versicherung mit Sitz in Münster auf innovative Technik: den Hagelschadenscanner des Bochumer Unternehmens Adomea, der seit dem 13. Juli in einer leeren Fabrikhalle am Müsener Bocherich stationiert ist.

Das Gerät, in dem ein kompletter Kleinbus Platz findet, wurde als Forschungsprojekt der Universität Dortmund entwickelt und soll die Arbeit der Kfz-Sachverständigen massiv erleichtern. Fünf Minuten benötigt das Verfahren, um ein Fahrzeug auf Hagelschäden abzusuchen, Ein- und Ausparken inklusive. Zum Vergleich: Für eine Überprüfung per Hand und Auge werden im Schnitt 20 Minuten angesetzt.

Die beschleunigte Variante läuft wie folgt ab: Das beschädigte Fahrzeug wird in eine Art Garage gefahren, an deren Wände Beamer ein schwarz-weißes Streifenmuster werfen. Eine ganze Reihe hochauflösender Kameras nimmt Fotos vom Fahrzeug auf. Die vom Lack reflektierten Streifen lassen auch Beulen erkennen, die mit bloßem Auge – je nach Lichteinfall – nur schwer erkennbar sind. Ein Computer gleicht die Kameradaten mit dem für das jeweilige Baumodell vorgegebenen 3-D-Raster ab, und schon gibt der Drucker eine Schadensmeldung aus, bei der die Hagelkorn-Einschläge je nach Tiefe farbig markiert sind.

Die Provinzial hat nicht nur den Bochumer Scanner gemietet, sondern auch ein Hamburger Spezialunternehmen als Partner in die Fabrikhalle geholt. Catastrophe Solutions International (CSI) heißt dieses und setzt auf „sanfte Dellenentfernung ohne Lackieren“. Mit vier freiberuflichen Technikern bringt es die Fahrzeuge wieder auf Vordermann, die Personalstärke soll dieser Tage noch aufgestockt werden. Jan Schäfer

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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