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Wegen paranoider Schizophrenie
Bewährungsstrafe für Messerstecher?

Vor dem Siegener Landgericht findet derzeit der Prozess gegen einen 53-jährigen Netphener statt, der seinem Nachbarn ein acht Zentimeter langes Messer durch das Gesicht gezogen und dabei eine schwere Verletzung zugefügt hatte.
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  • Vor dem Siegener Landgericht findet derzeit der Prozess gegen einen 53-jährigen Netphener statt, der seinem Nachbarn ein acht Zentimeter langes Messer durch das Gesicht gezogen und dabei eine schwere Verletzung zugefügt hatte.
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juka Siegen. Vor dem Siegener Landgericht ging am heutigen Freitag der Prozess gegen einen Netphener weiter, der Anfang Januar 2020 einem Nachbarn ein Messer durchs Gesicht gezogen und dabei schwer verletzt hatte. Die Staatsanwaltschaft fordert dennoch nur eine Bewährungsstrafe.

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juka Siegen. Vor dem Siegener Landgericht ging am heutigen Freitag der Prozess gegen einen Netphener weiter, der Anfang Januar 2020 einem Nachbarn ein Messer durchs Gesicht gezogen und dabei schwer verletzt hatte. Die Staatsanwaltschaft fordert dennoch nur eine Bewährungsstrafe.

juka Siegen. Im Prozess gegen einen 53-jährigen Netphener, der seinem Nachbarn Anfang Januar 2020 nach einem wochenlangen Streit ein acht Zentimeter langes Messer durch das Gesicht gezogen und dabei eine schwere Verletzung zugefügt hatte (SZ berichtete), fordert die Staatsanwaltschaft eine zweijährige Freiheitsstrafe. Diese soll allerdings zur Bewährung ausgesetzt werden. Zudem soll sich der Angeklagte in psychiatrische Behandlung begeben müssen. Diesem Zusatz stimmte der Angeklagte Ralf Carsten M. am Freitag bereits zu.

„Sowas habe ich selten gesehen“, führte Staatsanwalt Rainer Hoppmann in seinem Plädoyer aus. Eine Schnittwunde von der Ohrmuschel bis zum Mundwinkel hatte M. seinem Opfer zugefügt, das dabei drei Liter Blut verlor, stundenlang notoperiert werden musste und noch immer von der Tat gezeichnet ist „Ohne ärztliche Versorgung hätte er sterben können“, stellt Hoppmann klar. Allerdings führe die vom Dortmunder Nervenarzt Dr. Bernd Roggenwallner diagnostizierte paranoide Schizophrenie und die damit verbundene verminderte Steuerungsfähigkeit zur Tatzeit zu einer verminderten Schuldfähigkeit. Auch habe es sich um eine Impulstat, wenn auch aus nichtigem Anlass und mit schweren Folgen, gehandelt. Daher plädiert der Staatsanwaltschaft für eine Bewährungsstrafe.

Stichverletzungen unbeabsichtigt

Dem Antrag schloss sich auch Verteidiger Jörn Menzel an. Der Anwalt stellte noch einmal heraus, dass sein Mandant dem Opfer keine Stichverletzungen habe zufügen, sondern lediglich ins Gesicht schlagen wollen. „Er war absolut arglos und hat sich in der Verhandlung auch so gezeigt. Klar ist aber, dass er Hilfe benötigt“, räumt Menzel ein, dass M. mit seiner Schizophrenie nicht alleine gelassen werden kann.

Die Polizei sperrte das Gelände im Januar 2020 nach der Tat großräumig ab.
  • Die Polizei sperrte das Gelände im Januar 2020 nach der Tat großräumig ab.
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Die Nebenklage möchte sich hingegen nicht mit einer Bewährungsstrafe zufrieden geben. „Ich nehme ihm nicht ab, dass er nur ins Gesicht schlagen wollte“, heißt es. M. hätte die schweren Verletzungen mindestens billigend in Kauf genommen. „Dem Angeklagten muss klar gemacht werden, dass es keine Wirtshausschlägerei war. Eine Bewährungsstrafe ist auch der Öffentlichkeit nicht vermittelbar“, betont die Nebenklage, die zudem ein Schmerzensgeld für das Opfer fordert.

Messer durchs Gesicht gezogen

Sichtlich angefasst beteuerte M. abschließend noch einmal in Richtung des Opfers, das die Verhandlung diesmal die komplette Zeit im Gerichtssaal verbrachte: „Ich bedauere das zutiefst. Es sollte wirklich nicht so sein.“ Die Tat war letztlich das traurige Ergebnis einer wochenlangen Auseinandersetzung um einen Vergaser, den das 54-jährige Opfer laut M. bei den beiden Rollern der Männer vertauscht hatte. Der Geschädigte stritt diesen Vorwurf in der Verhandlung vor dem Landgericht aber vehement ab. Das Urteil soll nun am 6. April gefällt werden.

Vor dem Siegener Landgericht findet derzeit der Prozess gegen einen 53-jährigen Netphener statt, der seinem Nachbarn ein acht Zentimeter langes Messer durch das Gesicht gezogen und dabei eine schwere Verletzung zugefügt hatte.
Die Polizei sperrte das Gelände im Januar 2020 nach der Tat großräumig ab.
Autor:

Julian Kaiser (Volontär) aus Siegen

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