Bewerbung für Ausbildung

 Spannende Einblicke in das Ausbildungskonzept der Firma EJOT: Das Unternehmen rührte am Samstag beim „Tag der Ausbildung“ einmal mehr kräftig die Werbetrommel für die gewerbliche Ausbildung. Foto: Martin Völkel
  • Spannende Einblicke in das Ausbildungskonzept der Firma EJOT: Das Unternehmen rührte am Samstag beim „Tag der Ausbildung“ einmal mehr kräftig die Werbetrommel für die gewerbliche Ausbildung. Foto: Martin Völkel
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vö - Die Zeiten haben sich geändert: Kam früher auf einen Ausbildungsplatz eine Vielzahl von Bewerbungen, stehen heute mehr Plätze an Anwärter zur Verfügung. Unternehmen stehen im Wettbewerb um junge Menschen, um die Facharbeiter der Zukunft. Oder, wie es Arndt Kirchhoff am Samstagmorgen ausdrückte: „Die Situation ermöglicht es, dass junge Menschen sich ihren Beruf selbst aussuchen können.“

Der Unternehmer aus dem Sauerland fungierte als Schirmherr beim „Tag der Ausbildung“ des mit 1600 Mitarbeitern in Bad Berleburg, Berghausen und Bad Laasphe größten Wittgensteiner Arbeitgebers. EJOT holte sich bereits zum vierten Mal die jungen Menschen sprichwörtlich ins Haus, diesmal am Standort Herrenwiese. Und zahlreiche Schüler, Eltern und Lehrer der weiterführenden Schulen machten von dieser Gelegenheit Gebrauch, mehrere Hundert Besucher tummelten sich in der noch sehr neuen EJOT-Halle. Auszubildende und Ausbilder standen Rede und Antwort, es gab Technik zum Anfassen und in Workshops wurden ganz unterschiedliche Themen angefasst. Es war ein spannender Blick hinter die Kulissen eines Weltmarktführers, der aber in der Region fest verwurzelt ist. „Ohne Studium trotzdem Karriere gemacht“, „Faszination EJOT – ohne uns kein Auto“ oder „Mädchen und Technik“ lauteten nur einige der Themen. Überdies zeigte EJOT den Ablauf von Vorstellungsgesprächen auf. Ganz wichtig: Auf alle Fragen von Interessenten gab es Antworten.

Geschäftsführer Christian Kocherscheidt strich in seiner Begrüßung heraus, dass der „Tag der Ausbildung“ eine sehr gute Idee sei, um Jugendliche und Unternehmen näher zusammen zu bringen. Das Unternehmen ließ keinen Zweifel daran, wo EJOT die Mitarbeiter der Zukunft bekommen möchte: „Wir wollen uns hier rekrutieren.“ In der Industrie – in diesem Fall bei EJOT – lerne man das, was im späteren Berufsleben und auch im gesellschaftlichen Miteinander benötigt werde: „Die Wirtschaft ist nach allen Seiten offen, eine gewerbliche Ausbildung drängt sich eigentlich auf.“ Die Industrie fördere ihre Mitarbeiter in alle Richtungen. Der Geschäftsführer ließ nicht unerwähnt, dass das Unternehmen allein am Wittgensteiner Standort 120 Auszubildende und duale Studenten beschäftige. Ein Berufsleben beginne nicht zwingend mit einem Hochschulstudium – auch wenn das in vielen Köpfen vielleicht so fest verankert sei. Der ideale Start ins Berufsleben sei eine qualifizierte Ausbildung zum Werkzeugmechaniker, Kunststoffformgeber oder Mechatroniker, „die größte Stärke des Industriestandortes Deutschland, die uns einen Vorteil in aller Welt verschafft“. Christian Kocherscheidt legte in einem leidenschaftlichen Plädoyer für das duale Ausbildungssystem noch nach: „Eine Ausbildung im gewerblichen Bereich ist erstklassig.“

Schirmherr Arndt Kirchhoff nahm den zugespielten Ball auf und passte ihn weiter: Der EJOT-Aktionstag sei eine Bestätigung für „das Ausbildungsmodell Deutschland, für das wir vom Ausland beneidet werden“. Über 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland seien Familien geführte Betriebe: „Sie suchen nicht den kurzfristigen Erfolg, sie denken langfristig. Der Mittelstand stellt die besten Arbeitsplätze. Er beschäftigt viel mehr Mitarbeiter als die Großindustrie – und vor allem länger. Und: Er entlässt nicht so schnell.“

Auch der Sauerländer warb für die duale Ausbildung, die die Innovationen von morgen vorbereite. Deutschland sei in vielen Branchen weltmarktführend – das gelte speziell auch für EJOT. Hier würden junge Menschen in der Spitzentechnologie ausgebildet. Denn: „EJOT ist führend und will führend bleiben.“ Für ganz entscheidend halte er es, so Arndt Kirchhoff, dass junge Menschen einen Beruf wählten, der ihnen auch Spaß mache, „und nicht den Beruf, der vielleicht dem Vater oder Großvater Spaß macht“. Einen besonderen Appell richtete er an die weiblichen Besucher beim „Tag der Ausbildung“. Nach wie vor sei die Frauenwelt in den technischen Berufen leider unterrepräsentiert: „Das muss aber nicht so bleiben, weil Frauen nicht weniger qualifiziert sind.“

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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