Bezaubernde Stimmen

Einfach ausgezeichnet war die Vorstellung, die das Ensemble Klangküsse (l.) und der Kölner Chor Vocal Journey (mit Dirigent Stephan Görg, 2. v. r., und Solist Erik Sohn, (r.) im Apollo gaben. Foto: ne
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ne Siegen. Leider bloß ein zu zwei Dritteln gefüllter Saal durfte einen wirklich unterhaltenden Abend mit zwei hochkarätigen Klangformationen erleben, die beim letzten „Sing-&-Swing“-Festival des Chorverbandes NRW für Furore gesorgt haben. Dass die Vorstellung im Apollo nicht ganz ausverkauft war, führte Musikdramaturg Jan Vering, der den Chorabend eloquent und mit viel persönlichem Engagement moderierte, wohl zu Recht auch auf den Umstand zurück, dass gerade am vergangenen Wochenende die Konzerte mit qualitätvoller Chormusik recht dicht gesät waren. Das Publikum aber freute sich an den leidenschaftlichen Auftritten des Kölner Hochschulchores Vocal Journey und des spritzigen A-cappella-Quartetts Klangküsse aus Bonn.

Den musikalischen Reigen eröffneten Vocal Journey, rund 40 angehende Musiklehrer und -lehrerinnen, die zurzeit an der Kölner Musikhochschule studieren. Unter der Leitung des sympathischen „Exil-Siegeners“ Stephan Görg, der – seit 2004 Inhaber einer Professur für Schulpraktisches Klavierspiel und Improvisation – den Chor 2006 gegründet hat, besticht das Ensemble durch präzise Stimmführungen und dichte gesangliche Harmonie. Die Einsätze kommen punktgenau, und allen Sängerinnen und Sängern ist der Spaß an Gesang anzuhören.

Gelungen sind auch die zum Teil von Professor Görg, manchmal aber auch von einem der Chormitglieder selbst erarbeiteten Arrangements, so setzte der junge Chor Popsongs wie zum Beispiel „Crazy“ von Seal oder das unglaublich dynamisch interpretierte „Man In The Mirror“ von Michael Jackson in Szene und erntete, besonders für den Jackson-Song, viele Bravo-Rufe und enthusiastischen Applaus vom begeisterten Publikum.

Die schöne Popballade „Windmills Of Your Mind“ von Michael Legrand – unvergessen von Dusty Spingfield als Filmmusik zu „Thomas Crown ist nicht zu fassen“ gesungen – interpretierte Erik Sohn, der den Chor auch als zweiter Dirigent anführte, mit großer Emotionalität als Solist, bloß zurückgenommen begleitet von Stephan Görg am Klavier.

Dann das hervorragend aufeinander abgestimmte Close-Harmony-Quartett aus der ehemaligen Bundeshauptstadt: schlichtweg ausgezeichnet! Sogar im Wortsinn, denn im März vergangenen Jahres errangen die Klangküsse bei den 9. Deutschen Barbershop-Meisterschaften in Dortmund den ersten Platz. Mit viel guter Laune liefern Rabea Exner, Viola Neuwald-Fernández, Dagmar Giersberg und Roger Hare nicht bloß ein perfekt gesungenes Programm ab, sondern inszenieren ihre Auftritte, fügen ihre originell umgetexteten Songs in eine mittels humorvoller Zwischenmoderationen verbundene kleinen Geschichte, erzählen so zum Beispiel von ihrem Leben als „Sänger“ (nach der Melodie „Männer“ von Herbert Grönemeyer) oder von verzweifelt verfahrenen Konzertreisen („Lippenstift am Zahn ... zu spät losgefahrn“).Sie verpetzen die Flugangst des Bass-Kollegen Roger (Sinatras „Come Fly With Me“ heißt hier „Don’t Fly With Me“) oder lassen besagten Bass nach der Melodie von „Sixteen Tons“ mit mächtiger Stimme und aufgeklebtem Brusthaartoupet sein Leid als einziger Mann in einem gemischten Quartett vorbringen. Das blieb er aber nicht lange, denn nach der Pause wurde plötzlich eine große Brünette als Rogina vorgestellt, die ihrem angeblichen Bruder bis auf die langen Haare zum Verwechseln ähnlich sah – über sogenannte Frauenthemen könne man mit einem Mann einfach nicht singen …Beide Gesangsformationen mussten nach nicht enden wollendem stehenden Applaus Zugaben geben: Vocal Journey brachte zwei das Publikum ergreifende Gospels, und Klangküsse schickte es danach mit „La-le-lu“ zum Schlafen nach Hause. Perfekt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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