Bezirk Siegerland wird 2005 aufgelöst

Große Gebietsreform des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes beschlossen

Sinneswandel: Bezirksvorstand stellt doch keinen Antrag auf Erhalt der Selbstständigkeit

rege Siegen. Die Tage des Tischtennis-Bezirks Siegerland sind gezählt. Auf einer außerordentlichen Sitzung beschloss der Bezirksvorstand vor wenigen Tagen, den Bezirk Siegerland, der im Jahr 2002 sein 50-jähriges Bestehen feierte, im Jahr 2005 aufzulösen. Ursprünglich wollte der heimische Bezirksvorstand zwar auf ein Fortbestehen des Bezirks Siegerland beharren (SZ berichtete), doch bei der außerordentlichen Sitzung ebneten die Vorstandsmitglieder den Weg für die große Gebietsreform des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes (WTTV).

Der 1. Vorsitzende des Bezirks, Wolfgang Meister (Bad Berleburg), erläuterte der SZ die Gründe für den plötzlichen Sinneswandel: »Wir können uns nicht mehr wehren. Wir haben zwar noch bis 31. Dezember die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen, die Selbständigkeit des Bezirks Siegerland zu erhalten, doch mit diesem Antrag wären wir chancenlos. Wir hätten damit nur viele verärgert und alles ins Stocken gebracht. So sind wir bei den Planungen jetzt von Anfang an mit dabei und werden nicht ganz untergebuttert. Wir wollen jetzt retten, was noch zu retten ist.«

Siegen wird Bezirk Arnsberg zugeordnet

Für die Reduzierung der Bezirke von elf auf fünf hatte sich der WTTV-Beirat vergangenen Oktober ausgesprochen. Die fünf WTTV-Bezirke sollen sich künftig wie die fünf Regierungsbezirke (Arnsberg, Köln, Düsseldorf, Detmold und Münster) zusammensetzen. Das heißt: Die Tischtenniskreise Siegen und Lüdenscheid werden dem Bezirks Arnsberg zugeordnet, und die Ping-Pong-Mannschaften aus dem Oberbergischen Kreis, der ebenfalls zum Bezirk Siegerland gehört, werden ab der Saison 2005/06 im Regierungsbezirk Köln um Punkte kämpfen.

Der WTTV hatte zwar signalisiert, dem Wunsch der Siegerländer entgegenzukommen, aber nur unter der Bedingung, dass Vereine aus einem anderen Bezirk zu den Siegerländern wechseln. Die Südwestfalen hatten damit geliebäugelt, den bisher zum Bezirks Arnsberg gehörenden Kreis Iserlohn aufzunehmen. Dies wäre jedoch nur gegangen, wenn der Bezirk Arnsberg Vereine vom Bezirk Münster bekommen hätte – und das gefiel den Münsterländern ganz und gar nicht. Ergo: Der Bezirk Arnsberg war nicht bereit, den Kreis Iserlohn abzugeben, und die Chancen des Bezirks Siegerland, seine Eigenständigkeit zu erhalten, waren somit auf den Nullpunkt gesunken. »Wir mussten einsehen, dass es keine Möglichkeit mehr gibt, den Bezirk Siegerland zu erhalten und haben uns dem Wunsch des Verbandes gebeugt«, sagte der Vorsitzende des Tischtenniskreises Siegen, Klaus Dohms, der im Bezirk zugleich als Kassenwart tätig ist.

Entfernungen werden größer

Den Spielbetrieb betreffend wird es vor allem im Frauen- und Jugend-Bereich einige gravierende Änderungen geben – auf Kreisebene und im Männerbereich wird hingegen vieles beim Alten bleiben. »Bei den Frauen kann es zu Problemen kommen, weil die Entfernungen der einzelnen Vereine deutlich größer werden. Auch im Jugend-Bereich wird es in den überkreislichen Klassen zu Vermischungen kommen«, glaubt Meister. Hinzu gesellt sich der Nachteil, dass Bezirksmeisterschaften künftig nicht mehr nur in Lüdenscheid, Attendorn oder Siegen, sondern zum Beispiel auch in Dortmund oder Brilon ausgetragen werden können.

Suche nach »eleganter Übergangslösung«

Noch ein ganz anderes Thema bereitet Klaus Dohms heftige Kopfschmerzen. »Es wird kaum möglich sein, die 324 Vereine, die ab 2005 dem Bezirk Arnsberg angehören, ehrenamtlich zu betreuen. Ich bin aber der Meinung, dass auf Bezirksebene noch ehrenamtlich gearbeitet werden sollte. Ich habe allerdings Bedenken, dass in Zukunft ein hauptamtlicher Mitarbeiter eingestellt werden muss, und das widerstrebt mir«, spricht Dohms sich ohne und Wenn und Aber gegen die Einstellung eines bezahlten Mitarbeiters aus. Wolfgang Meister machte sich unterdessen bereits Gedanken, wie die Zusammenlegung der Bezirke »SI«-freundlich gestaltet werden kann. »Wir müssen eine elegante Übergangslösung finden. Bei der Einteilung der Bezirksligen und Bezirksklassen sollten wir versuchen, die alten Bezirksgrenzen aufrecht zu erhalten, damit die Siegerländer Teams nicht bis nach Arnsberg reisen müssen«, so Meister.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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