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Fischereigenosse wurde fündig
Biber in der Ferndorf aufgetaucht

Bisam, Nutria oder  Biber? Diese Frage scheint nun eindeutig beantwortet zu sein. Aufnahmen wie diese zeigen laut Experten einen Biber.
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  • hochgeladen von Anja Bieler-Barth (Redakteurin)

nja Ferndorf. Als Hans-Dieter Krause im April hier und dort im Ferndorfbach Totholz, meist Weiden, im Wasser befestigte, um den Fischen Versteckmöglichkeiten zu bieten und dem Bach zusätzliche Struktur zu schaffen, ahnte er nicht, dass diese Routinearbeit ganz offensichtlich für Furore sorgen sollte. Denn: Als der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Kreuztal einige Tage später nach dem Rechten schaute, waren Äste „zum Teil abgeschnitten und auch geschält“.  Eine zeitintensive Recherche nach dem Verursacher nahm ihren Lauf, die laut Krause Ende nun ihren erhellenden Höhepunkt fand: „Das ist ganz eindeutig ein Biber, der da vor die Kamera geschwommen ist“, freut sich der Natur- und Gewässerfreund. Die Filmaufnahmen hat ein befreundeter Ferndorfer getätigt.

nja Ferndorf. Als Hans-Dieter Krause im April hier und dort im Ferndorfbach Totholz, meist Weiden, im Wasser befestigte, um den Fischen Versteckmöglichkeiten zu bieten und dem Bach zusätzliche Struktur zu schaffen, ahnte er nicht, dass diese Routinearbeit ganz offensichtlich für Furore sorgen sollte. Denn: Als der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Kreuztal einige Tage später nach dem Rechten schaute, waren Äste „zum Teil abgeschnitten und auch geschält“.  Eine zeitintensive Recherche nach dem Verursacher nahm ihren Lauf, die laut Krause Ende nun ihren erhellenden Höhepunkt fand: „Das ist ganz eindeutig ein Biber, der da vor die Kamera geschwommen ist“, freut sich der Natur- und Gewässerfreund. Die Filmaufnahmen hat ein befreundeter Ferndorfer getätigt. Die SZ leitete sie an die Biologische Station Siegen-Wittgenstein weiter und bat um eine „Diagnose“. Die Antwort kam umgehend: „Um einen Biber“. 

Mehrfache Sichtungen

Schon früher war Hans-Dieter Krause selbst ein (fotografischer) Blick auf das so seltene Tier – im Siegerland scheint dies derzeit sein einzige Standort zu sein – vergönnt. Über mehrfache Sichtungen, morgens in aller Frühe, berichtet er. „Der nachtaktive Kerl ist rund einen dreiviertel Meter lang.“ Nach den ersten Knabberspuren im April also war Krauses Entdeckergeist geweckt. Noch regelmäßiger als sonst tummelte sich der 79-Jährige an den Ufern der Ferndorf und auch am Aherhammerweiher, immer wieder fand er Bissspuren an Bäumen und Ästen. „Zuerst hatte ich ein Bisam, dann eine Nutria, auch Biberratte oder Sumpfbiber genannt, im Verdacht.“ Anfang Mai dann entdeckte der Fischereigenosse, dass entlang des Bachs kleine Bäumchen „umgelegt worden waren, dort lagen 5 Zentimeter große Späne.“ Die Zähne des Bibers arbeiteten wie Meißel. Und auch ein Übernachtungsplatz wurde ausfindig gemacht: „Den hat ein Hochwasser dann aber ebenso zunichte gemacht wie einen Dammbau.“ Krause informierte u. a. Biologische Station, Kreis und Landschaftsbeirat. Der Gedanke, dass diese Spuren eigentlich nur von einem Biber herrühren könnten, verfestigten sich. Und nun wurde das Tier also auch mit der Kamera „festgehalten“. Er bewegt sich demzufolge auf einem rund drei Kilometer langen Korridor zwischen Kreuztal und Kredenbach.

Landesbetrieb Straßen hat Gutachter eingeschaltet

Die Fischereigenossen sind übrigens nicht die einzigen, die den Nager gerne von Angesicht zu Angesicht sehen möchten. Irgendwann waren ihre zwei Wildkameras (die übrigens noch kein Bild geliefert haben) nicht die einzigen entlang der Ferndorf. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW – er plant ja die Südumgehung von Buschhütten nach Ferndorf – hat mittlerweile selbst welche in Position bringen lassen, nachdem er über den Biber-Verdacht in Kenntnis gesetzt worden war. Das bestätigt Pressesprecher Karl-Josef Fischer: „Wir nehmen die Angelegenheit sehr ernst, haben vor rund vier Wochen Kameras aufhängen lassen und einen Gutachter eingeschaltet.“

Marder, Waschbären, Ratten

Ein Biber habe sich von diesen Kameras aber noch nicht „einfangen“ lassen, wohl aber Rehe, Marder, Ratten und Waschbären. Fischer: „Wir suchen den Kameraden!“ Sollte er gefunden werden, müsse mit den Naturschutzverbänden geschaut wären, „wie wir ihn schützen“.  Bei heimischen Naturschützern kam die Nachricht gestern sehr gut an. „Wenn das ein Biber ist, wäre das sensationell“, freute sich z. B. Ulrich Banken vom BUND Siegen-Wittgenstein. In der Eifel gebe es mittlerweile viele Biber. Auch an der Sieg bei St. Augustin gab es 2018 erste Fraßspuren, in diesem Jahr dann im Bereich der Aggermündung. Und im Westerwald bei Freilingen (unterhalb von Hachenburg) hat ein Biber vor nicht allzu langer Zeit einen Teich gebaut. Auch hier ist die Frage, wie der versierte Landschaftsarchitekt dorthin gekommen ist, offenbar noch nicht geklärt. Bei diesem Exemplar handelte es sich um einen europäischen Biber, der unter den strengen Artenschutz des Bundesnaturschutzgesetzes und der FFH-Richtlinie fällt.

Kreis ist informiert

Der Unteren Naturschutzbehörde wurde bereits vor einigen Wochen das Vorkommen eines Bibers im Bereich der Ferndorf gemeldet, hieß es auf Anfrage aus dem Siegener Kreishaus. Es sei aber nicht bekannt, woher das Tier stamme. „Davon ausgehend, dass es sich um ein natürlich eingewandertes Exemplar (Europäischer Biber) handelt, gilt für diese Art der Schutz nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz. Für dieses einzelne Tier wird aktuell keine signifikante individuelle Gefahr gesehen, so dass zum jetzigen Zeitpunkt auch keine Maßnahmen erforderlich sind.“

Autor:

Anja Bieler-Barth (Redakteurin) aus Siegen

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