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Wetter macht den Tieren zu schaffen
Bienendiebstahl in der Region kein Thema

Die Imkerei ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die viel Wissen erfordert. Im Kampf gegen Varroa gibt es gute Erfolge und den Kampf gegen Diebe mussten die heimischen Imker glücklicherweise noch nicht aufnehmen.
  • Die Imkerei ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die viel Wissen erfordert. Im Kampf gegen Varroa gibt es gute Erfolge und den Kampf gegen Diebe mussten die heimischen Imker glücklicherweise noch nicht aufnehmen.
  • Foto: damo (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

goeb Siegen. Die Honigbiene kommt mit Extremen schlecht zurecht. „Dieses Jahr ist vom Ertrag her allenfalls durchschnittlich, eher darunter“, sagt der Pressesprecher des Kreisimkervereins Siegen-Wittgenstein, Rainer Otto aus Wilnsdorf, auf Nachfrage. „Von Anfang April bis Juli war es zu kalt und zu nass. Auch der August war regenreich. Ich hörte jetzt, dass es der nasseste Sommer seit zehn Jahren gewesen sei.“ Beide Extreme sind der Imkerei nicht zuträglich, ergänzt der pensionierte Polizeibeamte. „Fehlt der Regen, wie zum Beispiel letztes Jahr, bilden die Nahrungspflanzen weniger Nektar.“ 2020 gilt in manchen Gebieten in Deutschland als Totalausfall in der Imkerei. „Und umgekehrt, bei zu viel Regen, bleiben die Bienen im Stock.

goeb Siegen. Die Honigbiene kommt mit Extremen schlecht zurecht. „Dieses Jahr ist vom Ertrag her allenfalls durchschnittlich, eher darunter“, sagt der Pressesprecher des Kreisimkervereins Siegen-Wittgenstein, Rainer Otto aus Wilnsdorf, auf Nachfrage. „Von Anfang April bis Juli war es zu kalt und zu nass. Auch der August war regenreich. Ich hörte jetzt, dass es der nasseste Sommer seit zehn Jahren gewesen sei.“ Beide Extreme sind der Imkerei nicht zuträglich, ergänzt der pensionierte Polizeibeamte. „Fehlt der Regen, wie zum Beispiel letztes Jahr, bilden die Nahrungspflanzen weniger Nektar.“ 2020 gilt in manchen Gebieten in Deutschland als Totalausfall in der Imkerei. „Und umgekehrt, bei zu viel Regen, bleiben die Bienen im Stock.“ Auch der lange Winter mit Kälte im April und Mai hat dazu geführt, dass die Pflanzen später geblüht haben.

Keine Bienendiebstähle in Siegerland und Wittgenstein

Printleser der Siegener Zeitung erfuhren in den vergangenen Tagen im überregionalen Nachrichtenteil einiges über den grassierenden Bienendiebstahl in Deutschland. So sind der Polizei in diesem Jahr bereits 195 Diebstähle angezeigt worden, im vergangenen Jahr waren es 338, wobei die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte, so ließ sich Hubert Quandt vom Imkerverband Rheinland gegenüber dpa ein.

Blütenvielfalt hilft heimischen Bienen

„Das hatten wir hier glücklicherweise noch nicht. Mir ist nur ein Fall aus dem Wendener Land bekannt, und der liegt auch schon ein paar Jahre zurück“, sagt Otto. „Auch von Vandalismusschäden sind wir bis jetzt verschont geblieben.“ Gegen solche Fälle von Diebstahl und Vandalismus versichere die sogenannte Globalversicherung die Imker.

Auch Otto ist überzeugt, dass Diebstähle nur von Imkern selbst begangen werden. Über die Gründe kann er nur spekulieren. Vielleicht hätten sie selbst Völker verloren und meinten, die Verluste auf diese Weise kompensieren zu müssen. „Die Angst vor Stichen ist bei Nicht-Fachleuten viel zu hoch, es mangelt auch an Sachverstand im Umgang damit“, meint der Wilnsdorfer, der froh ist, dass die Siegerländer und Wittgensteiner sich nicht mit diesem Problem herumplagen müssen, denn das schürt Sorge und Misstrauen. „Imker hängen sehr an ihren Völkern. Wenn da was wegkommt, ist das viel mehr als der materielle Schaden“, ergänzt er.

Varroa-Milbe ist der schlimmste Feind der Bienen

Bienenfeind Nummer eins ist immer noch die aus Asien stammende Varroa-Milbe, auf deren Konto die meisten Völkerverluste gehen, wie Otto ausführt. Die in den 1970er-Jahren eingeschleppte Milbe schlüpft mit in die Brutzelle. „Es kommen dadurch schon kranke Bienen auf die Welt“, beschreibt der Imker. Der Schädling mache sich das gegenüber der asiatischen Biene um ein bis zwei Tage längere Larvenstadium der europäischen Biene zunutze und gelange in die Zelle, bevor der Wachsdeckel sie verschließt.

Die Probleme der Unverzichtbaren

„Wir Imker tragen die Verantwortung, geeignete Mittel gegen die Milbe zu finden.“ Die Zeit, als chemische Keulen gegen sie eingesetzt wurden, ist laut Otto lange vorbei. Honig ist einer der hochwertigsten Stoffe, die es gibt. Weder im Honig selbst noch im Wachs dürfen irgendwelche schädlichen Stoffe vorhanden sein.

Heute geht man mit organischen Säuren, wie Ameisensäure oder Oxalsäure, gegen Varroa vor oder nutzt biomechanische Methoden, zum Beispiel nach der Ernte.
Praxis und Forschung seien unermüdlich, sodass Rainer Otto zuversichtlich ist. Das Gespenst Varroa habe viel von dem Schrecken verloren, der ihm vor Jahren noch anhaftete.

Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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